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Zum Weinen schön

Opernstar live Zum Weinen schön

Was hat Gunther Emmerlich nicht schon alles gesungen: den „Osmin“ in Mozart’s „Entführung aus dem Serail“, den „Sarastro“ aus der „Zauberflöte“, den „Alfonso“, den „Bartolo“, den „Basilio“ und, und, und.

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Gunther Emmerlich im Duett mit Sabina Herzog, die sowohl Cello spielt als auch bei einigen Liedern den Sopran singt.

Quelle: mig

Bückeburg. Sein profunder, kerniger Bass und seine besondere Ausstrahlung haben ihm eine bis heute treue Fangemeinde gesichert. Dass Emmerlich mehr kann als „nur“ Oper, hat sein fast zweistündiger Auftritt in der Stadtkirche eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Rund 200 Zuhörer sind es, die den Opernstar live erleben wollen. Viele der Zuhörer sind eingefleischte Fans. Mitgebracht hat Emmerlich auch eine große Zahl an Zitaten. Ein bisschen Lesung, viel Musik: So könnte man den Auftritt der vier Musiker zusammenfassen. Immer wieder zitiert er aus Schriften Martin Luthers, etwa zum Thema Stimme: „Darum ist dem Menschen die Stimme gegeben, dass er Gott mit Gesängen und Worten zugleich loben kann.“

„Bewegend“ und „fröhlich machend“ war der musikalische Teil des Abends. Begleitet von Kurt Sandau (Trompete), Klaus Bender (Orgel/Cembalo) und Sabina Herzog (Cello) präsentierte Emmerlich ein Programm, das vor allem von klassischen und geistlichen Werken geprägt ist. Vivaldi, Händel, Mozart und Caldara, dazu Haydn und Aldovandini – eine spannende Mischung! Das erste Highlight ist dann die Arie „Nun scheint in vollem Glanz der Himmel“ aus Haydns Oratorium „Die Schöpfung“.

Emmerlich voluminöser Bass füllt den Engelsgesang mit Leben, als Raphael erzählt er von der Schöpfungstat Gottes („Nun scheint in vollem Glanze der Himmel, nun prangt in ihrem Schmucke die Erde“).

Schnell wird deutlich, dass Emmerlich auch mit 70 nichts an Volumen eingebüßt hat. Sein Bass hat Gewicht, geht unter die Haut, ist volltönend wie eh und je. Genauso beeindruckend ist der Tonumfang, den er bei diesem Konzert an den Tag legt. Emmerlich legt das Fundament der 400 Jahre alten Stadtkirche um einige Meter tiefer.

Weiter geht’s mit der Arie „Du bist der Ehren König“ aus dem „Dettinger Te Deum“, das Händel anlässlich der gewonnenen Schlacht über die Franzosen komponierte. Ein wunderschönes Jubelwerk, das in einem Zwiegespräch von Bass und Trompete mündet – ein grandioser Einfall.

Ebenfalls hinreißend: Mozarts Motette „Ave verum corpus“, ein dichtes, knappes Werk, das lediglich 46 Takte lang ist. Die Melodie – Mozart schrieb sie ein halbes Jahr vor seinem Tod – zeichnet sich nur durch seine sehr feinen harmonischen Spannungen aus, die Emmerlich sensibel nachzeichnet.

Die eindringliche Wirkung dieser Musik liegt in ihrer vollkommenen Ruhe und Schlichtheit begründet. Emmerlich singt das „Ave verum corpus“ leise und innig – wie ein eindringliches Gebet.

Der klassische Teil endet dann mit Werken von Vivaldi und Schickhardt (dem „Largo“ aus dem Konzert für zwei Violoncelli, Streicher und Cembalo und dem „Allegro“ aus den sechs Sonaten). Erneut zeichnen sich Kurt Sandau (Trompete), Klaus Bender (Orgel/Cembalo) und Sabina Herzog (Cello) durch ihr transparentes und klangschönes Spiel aus. Kurzum: ein technisch exzellenter, eleganter Vortrag , in dem spielerische Agogik und formale Geschlossenheit zueinanderfinden.

Den Schlusspunkt setzen dann vier Lieder, die Emmerlichs Können in seiner ganzen Bandbreite zeigen. Erst kommt ein Spiritual (tief, tiefer, am tiefsten: „Go down, Moses“), dann eine schöne Volksweise („Amazing Grace“). Zum Weinen schön: „Das ist der Tag des Herrn“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy im Duett mit Sabina Herzog (Sopran) und „Hell ist der Morgen“.

Gänsehaut, Stille, dann folgt ein Beifallssturm. mig

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