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Zungenkuss im Abstellraum

27-Jähriger verurteilt Zungenkuss im Abstellraum

Prozess vor dem Amtsgericht: Im Abstellraum einer Gaststätte hat ein 27 Jahre alter Bückeburger eine frühere Kollegin gegen deren Willen bedrängt, geküsst und befummelt. Wegen sexueller Nötigung hat das Schöffengericht ihn nun zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

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BÜCKEBURG.  „Sexuelle Übergriffe sind nicht zu dulden“, betonte Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt. Dem Opfer darf der 27-Jährige sich nicht mehr nähern. Dies ist eine von mehreren Bewährungsauflagen. Außerdem muss der Angeklagte eine Geldauflage von 500 Euro an die Stiftung Opferhilfe zahlen.

Im Prozess legte er durch eine kurze Erklärung seines Anwaltes ein Geständnis ab. Gleichzeitig brachte Verteidiger Holger von Harpe das Bedauern seines Mandanten zum Ausdruck. Persönlich und mit eigenen Worten entschuldigen wollte sich der Bückeburger jedoch nicht. „Es wäre schön, wenn Sie dazu Manns genug gewesen wären“, meinte Rechtsanwältin Maxie Böllert-Staunau, die das Opfer vertritt.

Wegen vorausgegangener Zudringlichkeiten des Kollegen hatte die junge Frau ihren Job in der Bückeburger Gaststätte zur Tatzeit im Juni 2015 bereits aufgegeben. Am fraglichen Abend war sie privat dort. Unter einem Vorwand soll der Mann das Opfer in den Abstellraum gelockt haben. Dort machte die 23-Jährige ihm schließlich klipp und klar, dass sie an einer Beziehung nun wirklich kein Interesse habe.

Der Übergriff kam völlig überraschend

Trotzdem oder gerade deshalb gab der Mann ihr einen Zungenkuss, drückte sie gegen die Wand, befummelte sie unter dem T-Shirt und wollte ihr in die Hose fassen. „Für die Frau war der Tatablauf sehr dramatisch“, fasst Richter Dirk von Behren die Situation zusammen. Der Übergriff kam völlig überraschend. „Meine Mandantin ist mitgegangen, weil sie dachte, er wolle etwas mit ihr besprechen“, so Opferanwältin Böllert-Staunau.

Aus juristischer Sicht war die Tat dagegen nicht so gravierend. In Übereinstimmung mit Oberstaatsanwalt Schmidt erkannte das Gericht deshalb auf einen minder schweren Fall der sexuellen Nötigung.

Zudem berücksichtigten die Richter, dass der Angeklagte vor Gericht ein Geständnis abgelegt hatte. Dies muss sich strafmildernd auswirken. Außerdem ist der Bückeburger nicht einschlägig vorbestraft, sondern lediglich wegen Sachbeschädigung. „Wir wollen die Kirche im Dorf lassen“, erklärte Richter von Behren. „Sechs Monate sind mehr als angemessen.“

In einem Vorgespräch hatten sich die beteiligten Juristen darauf verständigt, dass der Angeklagte eine Freiheitsstrafe von maximal einem halben Jahr zu erwarten hat, wenn er im Gegenzug ein Geständnis ablegt. Dem Opfer blieb dadurch eine Aussage vor Gericht erspart. ly

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