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Verein zur Erhaltung historischer Feuerwehrfahrzeuge, Geräte und Literatur Zurück auf Start

 Für den Verein zur Erhaltung historischer Feuerwehrfahrzeuge, Geräte und Literatur ist eine jahrelange Odyssee zu Ende gegangen. Mit dem Umzug aus Kirchlengern nach Bückeburg kehrt der 1996 gegründete Verein nicht nur an seinen Geburtsort und seine Hauptwirkungsstätte zurück, er erhält auch endlich ein räumlich angemessenes und gut zu erreichendes Domizil mit ausreichend Erweiterungsmöglichkeiten und Räumen für zukünftige Museumstätigkeiten.

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Die Vereinsmitglieder Detlef Frommhage, Jochen Rockstein, Jochen Harting und Karl-Heinz Driftmann mit der historischen Handdruckspritze von 1897 in ihren neuen Räumlichkeiten in der Scheier Straße.

Quelle: jp

Bückeburg. Mit dem Jahreswechsel wurde der Verein gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz Mieter auf dem Wömpnerschen Hof. Zuvor hatte die DLRG knapp 14 Jahre lang die Immobilie an der Scheier Straße genutzt. Anfang Dezember hatten die Rettungsschwimmer ihr neues Ausbildungszentrum am Bergbad bezogen.

 1996 war der Verein zur Erhaltung historischer Feuerwehrfahrzeuge, Geräte und Literatur von Mitgliedern der Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt ins Leben gerufen worden. Größtes und wichtigstes Exponat ist bis heute das seinerzeit außer Dienst gestellte Tanklöschfahrzeug nebst Anhänger der Feuerwehr Bückeburg aus dem Jahr 1957. Dazu gesellten sich später als besondere Kostbarkeit eine Handdruckspritze von 1897, zwei historische Tragkraftspritzen, ein Stromerzeuger aus den sechziger Jahren sowie diverse Helme, Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände.

 Mit seinen Unterkünften hatte der Oldtimerverein jedoch von Beginn an wenig Glück: Die erste Bleibe in Kleinenbremen musste schon bald wegen Eigenbedarfs des Vermieters geräumt werden. Die nächste Unterkunft in der Wallstraße in Bückeburg erwies sich aufgrund eines defekten Dachs und der ungünstigen Verkehrslage in der schmalen Straße auch nicht als dauerhafte Lösung. Zwei weitere Umzüge in ehemals landwirtschaftliche Gebäude in Bückeburger Ortsteilen brachten auch keine wirkliche Verbesserung. Nachdem der Oldtimerverein die historische Handdruckspritze offiziell von der Stadt Bückeburg als Dauerleihgabe erhalten hatte, erfolgte – mehr aus Not als aus Begeisterung – der Umzug ins Feuerwehrmuseum Kirchlengern.

 An die Zeit der Diaspora in der zum Kreis Herford gehörenden Gemeinde westlich von Bad Oeynhausen erinnert man sich in den Reihen des Vereinsvorstands besonders ungern. „Man hat uns seitens der Museumsleitung nicht als Mieter und Gäste betrachtet, sondern als Museumspersonal, welches auch schon mal kurzfristig zur Grundstückspflege beordert wurde“, beschreibt der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Driftmann diese Leidenszeit. Bereits im November 2013 wurde das Tanklöschfahrzeug daher wieder nach Bückeburg überführt und vorübergehend auf dem Grundstück eines Autohändlers untergebracht.

 Die Situation eskalierte, als die Jahresversammlung des Oldtimervereins kurz darauf den Beschluss fasste, in Kirchlengern auszuziehen und wieder vollständig nach Bückeburg zurückzukehren. Der Konflikt mit den Verantwortlichen des Feuerwehrmuseums spitzte sich so sehr zu, dass dem Bückeburger Verein die Herausgabe der eigenen Exponate verweigert wurde. Erst ein geharnischter Brief der Stadt Bückeburg, formal immer noch Eigentümerin der historischen Handdruckspritze, sorgte für Klärung. „Wir sind Bürgermeister Reiner Brombach außerordentlich dankbar, dass er sich an dieser Stelle persönlich sehr für uns eingesetzt hat“, betont Driftmann.

 Zum Glücksfall für den heimatlosen Oldtimerverein wurde zum einen der Auszug der DLRG Bückeburg aus ihren bislang angemieteten Räumlichkeiten auf dem Wömpnerschen Hof, zum anderen die Tatsache, dass auch die Bereitschaft des DRK Bückeburg, bislang in der Dammstraße beheimatet, zeitgleich auf der Suche nach einer neuen Bleibe war. Beide Gruppierungen werden nun Mieter der frei gewordenen Gebäude an der Scheier Straße. Der Oldtimerverein ist bereits jetzt in den hinteren Teil des einstmals landwirtschaftlich genutzten Baus eingezogen, die DRK-Bereitschaft folgt dann in den kommenden Wochen und wird zukünftig mit ihren Fahrzeugen die vordere der beiden Hallen nutzen. Küche und Gemeinschaftsräume stehen beiden Vereinen gemeinsam zur Verfügung.

 Im unteren Bereich seines Gebäudeteils bringt der Oldtimerverein seine Fahrzeuge, also das Tanklöschfahrzeug, dessen Anhänger und die Handdruckspritze, unter. In der Etage darüber soll in den kommenden Wochen ein kleines Museum entstehen, in dem unter anderem historische Feuerwehrhelme, Uniformen und diverse Ausrüstungsgegenstände aus Bückeburg und Umgebung ausgestellt werden. Dazu geeignete Glasschränke und Vitrinen hat der Verein bereits aus der Auflösung eines Bückeburger Friseursalons erhalten. Wann zukünftig dieses Museum geöffnet sein wird, ist laut Karl-Heinz Driftmann noch nicht endgültig entschieden. Sehr gut vorstellen kann sich der Vereinsvorsitzende, einen Besuch zum Bestandteil von Stadtführungen zu machen, insbesondere von fahrradgeführten. Auch solle das Museum zukünftig als Treffpunkt anderen Bückeburger Hilfsorganisationen zur Verfügung stehen.

Von Johannes Pietsch

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