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Zuschüsse runter – Gebühren hoch

Schaumburger Märchensänger Zuschüsse runter – Gebühren hoch

 Die Musikschule Schaumburger Märchensänger hat arg unter den Kürzungen der Zuschüsse von Stadt und Landkreis zu knapsen.

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Das „Internationale Sing-Café“: Auch in diesem Projekt zur Integration und Spracherziehung von Flüchtlingskindern ist die Musikschule Schaumburger Märchensänger mit Magdalena Koller (rechts) und der katholischen Pfarrgemeinde aktiv.

Quelle: Archiv

Bückeburg (rc). 13000 Euro fehlen vonseiten der Stadt Bückeburg, wenn heute Abend der Rat der Stadt Bückeburg abschließend über den Haushalt 2016 berät und den entsprechenden Beschluss zur Kürzung der freiwilligen Leistungen auf 117000 Euro fasst. Eine Kürzung der Zuschüsse von 5000 Euro hat auch der Landkreis Schaumburg bereits in Vorgesprächen angekündigt.

 Die Folge: Der Musikschule fehlen insgesamt 18000 Euro im Budget 2016. Als Konsequenz wird die Musikschule zum 1. Januar die Gebühren – moderat – anheben und durch das Ausscheiden einiger Lehrer, die durch Honorarkräfte ersetzt werden, weiteres Geld sparen. Dennoch bleibt eine Lücke von 14000 Euro, die nicht gedeckt werden kann. „Wir leben von der Substanz“, sagte der Vorstand der Musikschule um den Vorsitzenden Horst Tebbe, der Schatzmeisterin Birgit Maxin und Chormanagerin Melanie Puderbach im Rahmen eines Pressegesprächs: „Wir werden die Kürzungen in gewisser Weise mittragen können.“

 „Uns trifft es am Härtesten“, sagte Tebbe zu den Kürzungen. „Wir sind enttäuscht darüber, dass von den Kürzungen nicht gleichermaßen auch die Sportvereine betroffen sind, die weiterhin die Sporthallen und -plätze kostenlos nutzen.“ Das Gebäude der Musikschule befinde sich dagegen im Besitz des Vereins Schaumburger Märchensänger und werde von diesem getragen und unterhalten. „Dabei ist die geleistete Jugendarbeit sicherlich auf beiden Seiten gleich hoch zu bewerten.“ Die Arbeit der Musikschule werde im politischen Raum nicht genügend gewürdigt, viele Politiker hätten sich noch nie an der Schule blicken lassen.

 Die Musikschule wisse, dass alle Kommunen sparen müssten, so der Vorstand weiter: „Das darf aber nicht dazu führen, imagefördernde Einrichtungen der Stadt, zu der ganz besonders die Kulturbetriebe der Stadt gehören, über Gebühr zu strapazieren. Nackte Zahlen spielen nicht wider, was Schulen langfristig für die Gesellschaft leisten. Auch die Musikschule produziert einen Bildungsmehrwert, den kein kommunaler Haushalt je erfassen kann“ , so Tebbe.

 560 Schüler besuchen derzeit die Musikschule. Sie werden von 22 Lehrern, darunter sieben Honorarkräfte, unterrichtet. Der Vorstand verwies darauf, dass in den vergangenen Jahren schon erhebliche Einsparungen umgesetzt worden sind. So verzichten die Lehrer bereits seit mehr als zehn Jahren auf zehn Prozent des ihnen zustehenden Gehalts sowie Weihnachts- und Urlaubsgeld. Rund 480000 Euro und damit rund 90 Prozent des Budgets umfassen allein die Personalkosten. Auch im Verwaltungsbereich sei in den vergangenen Jahren gespart worden, wo es nur geht.

 Hinzu kommt, dass sich der Konzertchor nicht mehr trägt. Es gebe eine ganze Menge Mitbewerber, die Zahlung von Honoraren sei deutlich zurückgegangen: „Wenn wir ein paar Hundert Euro bekommen, ist das schon gut.“ Dazu seien sehr viele Vorschriften wie etwa zur Kinderarbeit – nach 22 Uhr darf niemand mehr auf der Bühne stehen – zu beachten. Oder das Thema GEMA-Gebühren.

 Gegensteuern will – und muss – die Musikschule dadurch, dass die Gebühren zum 1. Januar erhöht werden. Während der Bereich des Elementarunterrichts wie musikalische Früherziehung, Grundausbildung und Aufbaustufe unverändert bleibt, werden für den Instrumentalunterricht künftig zwei bis fünf Euro mehr genommen. Für den Konzertchor steigen die Elternbeiträge von 20 auf 30 Euro und werden damit an den Kinderchor angepasst. Die weiteren Chöre und Singklassen bleiben unverändert: insgesamt rund 10000 Euro Mehreinnahmen.

 Um mehr Geld zu verdienen, will die Musikschule künftig vermehrt Workshops anbieten und im Bereich des Musikunterrichts und Musikmachens für Erwachsene weiter aktiv werden. So wird eine Kooperation mit der Volkshochschule angestrebt.

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