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Zwei Meter fehlen

Spielhalle Snookers's schließt Zwei Meter fehlen

Alle Bemühungen, Gespräche und der Erlass einer neuen Rechtsverordnung seitens des Rats haben nichts genutzt. Freitagabend Punkt Mitternacht schließt die Spielhalle Snooker‘s in Bückeburg ihre Türen, das Billardcafé bleibt noch ein paar Monate offen, wird dann aber auch geschlossen. Hintergrund ist der neue Staatsvertrag.

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Für Leonidas Doulias war gestern Abend nach 35 Jahren Schluss mit dem Spielhallenbereich des „Snooker‘s“, das Billardcafé bleibt noch ein bis zwei Monate geöffnet. 

Quelle: Foto: rc

BÜCKEBURG.  „Wirtschaftlich allein nicht tragbar“, wie Inhaber Leonidas Doulias im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. Seinen sechs Mitarbeitern hat er fristgerecht die Kündigungen ausgesprochen. Auch die gemieteten Flächen über dem Rossmann-Drogeriemarkt sind gekündigt.

Neuer Staatsvertrag

 Hintergrund der Schließung ist der ab dem heutigen 1. Juli gültige neue Staatsvertrag, umgesetzt im Niedersächsischen Glücksspielgesetz. Danach muss der Mindestabstand zwischen zwei Spielhallen mindestens 100 Meter betragen. In der Fußgängerzone liegen zwei Spielhallen aber so dicht beieinander, dass der Mindestabstand unterschritten ist. 64 Meter waren Anfang Januar gemessen und genannt worden.

 Die Stadt hatte in der Ratssitzung Ende Februar von der ihr zustehenden Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Mindestabstand zwischen zwei Spielhallen auf 50 Meter zu verringern und eine neue Rechtsverordnung erlassen. Die Voraussetzung für die Verordnung ist ein „öffentliches Bedürfnis“, dass die Stadt mit dem Erhalt von Arbeitsplätzen und langfristigen Investitionsentscheidungen der Gewerbebetriebe begründete.

 Die neue Rechtsverordnung liegt seitdem zur Prüfung bei den übergeordneten Behörden bei Landkreis Schaumburg und dem Land Niedersachsen. Sie ist bis heute nicht rechtskräftig entschieden. Wie Doulias im Gespräch mit unserer Zeitung sagte, sei ihm aber seitens der Behörden signalisiert worden, dass die Rechtsverordnung aller Voraussicht nach nicht in Kraft gesetzt werden kann. Nachmessungen zwischen den Spielhallen hätten ergeben, dass der Mindestabstand von Konzessionsfläche zu Konzessionsfläche – also von Gebäudecke zu Gebäudeecke und nicht Eingang zu Eingang – nur 48 Meter beträgt und nicht 62 Meter wie bisher angegeben.

 In den vergangenen Monaten hatte Doulias auch immer wieder in Gesprächen mit der Stadt versucht, ein Grundstück im Gewerbegebiet Kreuzbreite zu erwerben, um dort eine neue Spielhalle samt Billardcafé zu bauen. Dieses Angebot war seinerzeit seitens der Stadt aus städtebaulichen Gründen dem anderen Spielhallenbetreiber unterbreitet worden. Laut Doulias ist das Grundstück mittlerweile veräußert worden, trotz des Angebots der Stadt. Er sei darüber, aber auch insgesamt „sehr enttäuscht“. Eine Stellungnahme der Stadt war gestern nicht mehr zu erhalten.

"Keine Chance mehr"

 „Wir hatten keine Chance mehr“, fasste Doulias zusammen, warum er die Reißleine gezogen hat. Zumal er mit dem Betreiber der zweiten Spielhalle, einer bundesweit tätigen Kette, eine Vereinbarung getroffen hat, wonach er gegen Zahlung einer Entschädigungssumme auf seine Betreiberrechte verzichtet, falls es keine andere Lösung gibt. Sonst hätte die Genehmigungsbehörde per Losverfahren entscheiden müssen, welche der beiden Spielhallen hätte bleiben dürfen. Ein Verfahren, wo der andere Spielhallenbetreiber bereits angekündigt hatte zu klagen, sollte er unterliegen.

 Eine Hoffnung hat Doulias jetzt noch, seinen Arbeitsplatz und den der Mitarbeiter zu erhalten. Im Randbereich der Kernstadt habe er ein Objekt ausgemacht, in dem er seine Spielhalle wieder eröffnen könnte, sagt er. Mit dem Eigentümer würden Gespräche über einen Pachtvertrag laufen. Bei den zuständigen Stellen ist bereits ein Konzessionsantrag gestellt.  rc

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