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Zwei Neuzugänge

Fürstenrott Zwei Neuzugänge

Zwei besondere Neuzugänge weiß das Bückeburger Fürstenrott im Bürgerbataillon in seinen Reihen. Das vor zehn Jahren gegründete und zur 1. Kompanie zählende Rott wird seit dem Bürgerschießen von Alexander zu Schaumburg-Lippe und seinem Schwager Pieter Haitsma Mulier verstärkt.

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Pieter Mulier und Alexander zu Schaumburg-Lippe stellen sich im Fürstenrott – hier eingerahmt von Rottleiter Claudius Kohlmann und Kassierer Frank Starnitzke – vor.

Quelle: jp

Bückeburg. Und das in besonderer Funktion: Der Hausherr von Schloss Bückeburg übernimmt ab sofort eine Art von Schirmherrschaft, für die sich die Führungen von Rott und Bürgerbataillon auf die Bezeichnung „Patronat“ geeinigt haben. Seinem Schwager – er ist seit zehn Jahren mit Vanessa zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, der Schwester von Alexanders erster Ehefrau Lilly verheiratet und wohnt mit seiner Familie im Schloss – fällt das Vizepatronat zu.

Als „Inhaber des Patronats“ möchte sich zu Schaumburg-Lippe in Zukunft bezeichnet wissen. „Bitte nicht Patron, das klingt nach Mafia.“ Ganz wichtig ist ihm seine weiterhin uneingeschränkte Verbindung zu seinem Heimat-Rott: „Als Schlossbewohner sind und bleiben Pieter und ich Mitglieder des Drakenpohlrotts, dem ich sehr verbunden bin und in dem ich viele Freunde habe“, erklärte er bei seiner offiziellen Amtseinführung bei einer Rottzusammenkunft im „Minchen“.

20.000 Euro für die Tafel

Zu dem Sonderstatus dieser „begleitenden Zweitmitgliedschaft“ – wohlgemerkt mit ausdrücklicher Genehmigung von Stadtmajor Martin Brandt – habe er sich spontan während des Bürgerschießens entschlossen, und das bei Weitem nicht nur aufgrund des fulminanten Auftritts des „Party-Rotts“ beim Rottfrühstück. Vor allem der karitative Einsatz für bedürftige Kinder habe ihn begeistert. Seit seiner Gründung hat das Fürstenrott die Bückeburger Tafel mit 20.000 Euro unterstützt. Bedürftige Familien mit Kindern erhalten durch diese Mittel Sachgutscheine für Kleidung, Schuhe oder Schulmaterialien, wobei heimische Unternehmen durch entsprechende Rabatte den Wert der Spenden noch einmal beträchtlich erhöhen. „Dass ihr feiern könnt, habt ihr bewiesen. Aber wie ihr Euch für notleidende Kinder einsetzt, hat mich wirklich beeindruckt.“

Geschmeichelt zeigte sich der Adelige darüber, von Rott-Kassenwart Frank Starnitzke als „junges Neumitglied“ begrüßt worden zu sein: „Ich bin so alt wie mein Geburtsjahr 58, also jung geht anders.“

Ganz ähnlich äußerte sich auch der frischgebackene Inhaber des Vize-Patronats, Pieter Mulier, der seine Antrittsrede in Englisch hielt. „Children need help“, diesen Worten will er ebenfalls Taten folgen lassen. Und damit nicht nur wirksam Kinder in Bückeburg unterstützen, sondern auch die karitative Stoßrichtung des Fürstenrotts stärker nach außen stellen. Als weitere Neumitglieder wurden an diesem Abend Sparkassen-Vorstand Oliver Schiller, Daniel Breier, Torsten Büsching, Thorsten Pöhler und Olaf Kuhlmann begrüßt.

Gegen die Überalterung

Mit rund 60 Mitgliedern kann das Fürstenrott im Jahr seines zehnjährigen Bestehens auf eine beeindruckende Entwicklung zurückblicken. Im Sommer 2007 war das Rott von 26 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen worden, um „der Überalterung des Bürgerbataillons entgegenzuwirken und gezielt die mittleren Jahrgänge anzusprechen“, wie der damalige Schatzmeister des Bürgerbataillons und heutige Stadtmajor Martin Brandt bei der Gründungsversammlung erklärt hatte. Grund zur Sorge bestand allemal, schließlich hatte im gleichen Jahr die 5. Kompanie, in der bislang die jungen Bürger des gesamten Stadtgebiets organisiert waren, mangels Interesse aufgelöst werden müssen.

Inzwischen kann das Fürstenrott als Hoffnungsträger gegen Überalterung und Mitgliederschwund im Bataillon betrachtet werden. Das war jedoch nicht immer so: Zu Beginn gab es auch kritische Stimmen zu der Neugründung, insbesondere zur Aufhebung der Quartierseinteilung, also der bei allen anderen Rotts geltenden Bindung an den jeweiligen Stadt- oder Ortsteil. Ein elementarer Kern des Bataillonslebens, nämlich das Nachbarschaftsprinzip, werde damit über Bord geworfen, lautete ein Vorwurf. Auch fürchteten seinerzeit einige Innenstadtrotts, Mitglieder an das neue Rott zu verlieren. „Das ist heute glücklicherweise nicht mehr so“, freute sich Rottleiter Claudius Kohlmann jetzt. Vielmehr habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass das Fürstenrott gerade solche Menschen gewinnen wolle, die sich bislang gar nicht im Bürgerbataillon engagierten.

Inzwischen ist auch die neue Homepage des Fürstenrotts an den Start gegangen. Unter fürstenrott.de kann man sich über Ziele und Aktivitäten informieren.  jp

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