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Bückeburg Stadt Zweiter Abschnitt wird teurer
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Zweiter Abschnitt wird teurer
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00:24 24.03.2018
Weil in dem zweiten Gebäudebereich nun sieben Kripppen- und zwei Kindergartengruppen untergebracht werden, verteuert sich der Bau um 565 000 Euro. Für Krippengruppen gelten andere Standards. Quelle: rc
BÜCKEBURG

Wie Bürgermeister Reiner Brombach im Rat erläuterte und wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht, hat der Planer des zweiten Bauabschnitts in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses die detaillierten Planungen und Kostenermittlungen vorgetragen. Danach sind die Mehrkosten insbesondere auf die – einstimmige – Entscheidung der Politik zurückzuführen, statt wie ursprünglich geplant fünf Krippen- und vier Kindertagestättengruppen nun sieben Krippen- und zwei Kindergartengruppen einzurichten. Damit soll die wachsende Nachfrage nach Krippenplätzen befriedigt werden.

Durch die Mischnutzung im zweiten Bauabschnitt, dem Gebäudeteil, der sich entlang der Hannoverschen Straße zieht und in dem ursprünglich die vier Kindergartengruppen entstehen sollten, fallen Zusatzkosten von rund 240 000 Euro an: Es müssen zusätzliche Fluchtbalkone und Sanitärräume gebaut, auch die Haustechnik muss geändert werden. Weitere 45 000 Euro Mehrkosten sind für Schadstoffentsorgung und Sanierputz veranschlagt, insbesondere für die Entsorgung von teerhaltigem PAK-Kleber unter dem vorhandenen Parkettboden. PAK sind polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, eine große chemischen Stoffgruppe, die seit Jahrzehnten wegen ihrer problematischen Eigenschaften für Mensch und Umwelt im Fokus von Wissenschaft und Öffentlichkeit steht.

Hörbares Schlucken im Rat

Weitere Mehrkosten im Hochbaubereich entstehen durch erhöhte Brandschutzauflagen im Dachgeschoss (40 000 Euro), durch die Auslastung der Baufirmen (etwa 65 000 Euro) und durch höhere Honorare für Planer und Statiker (55 000 Euro). Gesamt-Mehrkosten für den Hochbau: 445 000 Euro.

Da Freiflächen für Krippenkinder anders gestaltet werden müssen als für Kindergartenkinder, entstehen 38 000 Euro zusätzliche Kosten, der Austausch von durchmischten Böden kostet 18 000 Euro, zusätzliche Arbeiten an Innenhof und Einfriedung zum Nachbarn 20 000 Euro. Allgemeine Mehrkosten durch die gute Auslastung von Baufirmen werden mit 15 000 Euro oder fünf Prozent veranschlagt. Und da Umplanungen Geld kosten, fallen weitere 21 000 Euro Honorarkosten an. Mehrkosten für die Freifläche: 120 000 Euro.

Insgesamt also eine Summe von 565 000 Euro, wegen der der Rat angesichts der angespannten Haushaltslage hörbar schlucken musste. Denn im Haushalt ist die Summe nicht eingestellt. Wie der Bürgermeister im Nachgang erklärte, müsse kein Nachtragshaushalt aufgestellt werden. Das Geld müsse vielmehr aus den laufenden Etat erwirtschaftet werden oder durch das Aufnehmen von Darlehen, die im Haushalt 2018 eingeplant sind. „Das ist nicht vom Sparbuch zu bezahlen, der Haushalt gibt es nicht her“, so Brombach.

Zufrieden mit Erreichtem

CDU-Fraktionschef Axel Wohlgemuth wies darauf hin, dass die Stadt für knapp sieben Millionen Euro sieben Krippen- und zwei Kindergartengruppen geschaffen hat: „Das erreicht kaum eine Kommune.“ Für das Geld sei etwas „Tolles und Nachhaltiges“ geschaffen worden. Trotz der Mehrkosten liege Bückeburg mit der Summe immer noch im Mittelfeld.
Wilhelm Klusmeier (Bündnis 90/Die Grünen) erinnerte daran, dass Bückeburg „eine sehr gute Krippe bekommen hat“. Das einzige Risiko seien jetzt noch die Handwerker, die „hoffentlich“ nicht so ausgelastet sind, dass der zweite Bauabschnitt nicht Ende des Jahres – wie geplant – fertig wird. rc