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Zwölf Häuser auf 7000 Quadratmetern

Projekt in den Bückeburger Hofwiesen Zwölf Häuser auf 7000 Quadratmetern

Der Verein Mehrgenerationshaus Bückeburg in Person des Vorstands Manuela Tarbiat-Wündsch und Alexander zu Schaumburg-Lippe haben sich während eines Pressegesprächs erstmals offiziell zu dem geplanten Projekt in den Hofwiesen geäußert.

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Manuela Tarbiat-Wündsch und Alexander zu Schaumburg-Lippe präsentierten die Pläne für das Mehrgenerationenhaus.

Quelle: rc

Bückeburg. Danach soll auf der Pferdekoppel in Verlängerung der Fläche von Gymnasium Adolfinum und Kreissporthalle an der Lulu-von-Strauß-und-Torney-Straße gebaut werden. Auf 7000 Quadratmetern sind zwölf Häuser in dreigeschossiger Bauweise mit insgesamt 57 Wohnungen für Behinderte, Rentner, Familien, junge Menschen, Alleinerziehende, Flüchtlinge und ein Besucherappartment geplant. Die Häuser werden mit Laubengängen miteinander verbunden. Dazu kommen Gemeinschaftsräume wie Café, Veranstaltungsräume, Werkstatt, Übungskeller für Bands, Waschküche, ein Gäste-Appartement, ein Spielplatz und ein Kinderhotel sowie Parkplätze. Von einer Kindertagesstätte ist inzwischen Abstand genommen worden, weil bei der Vorstellung des Projekts vor politischen Gremien der Stadt geäußert worden war, genügend Kindergartenplätze zu haben. 16 Wohnungen sollen über den sozialen Wohnungsbau gefördert werden, alle Wohnungen gleich ausgestattet sein. Vorbild ist ein Mehrgenerationenhaus in Königsbrunn, das 2014 mit dem „Miteinanderpreis“ ausgezeichnet worden ist.

Investition von rund acht Millionen Euro

Gebaut werden soll von einer heimischen Investorengemeinschaft, die eine gemeinnützige GmbH gründet, in der das Grundstück eingebracht wird, dessen Verkehrswert Alexander zu Schaumburg-Lippe auf etwa 100 000 Euro bezifferte und das er unentgeltlich zur Verfügung stellen will. Die Ausgleichsmaßnahmen, die auf der Fläche lasten, sollen andernorts und auf Kosten anderer ausgeglichen werden. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund acht Millionen Euro.

"Ich setze meine Redlichkeit nicht aufs Spiel."

Mieter und Betreiber des Mehrgenerationenhauses wird der Verein Mehrgenerationenhaus Bückeburg. Zwischen Betreiber und der gemeinnützigen Grundstücksgesellschaft soll mit einem langjährigen Vertrag vertraglich geregelt werden, dass die Gebäude keinem anderen Zweck zugeführt werden können, sollte es wirtschaftliche Schwierigkeiten beim Betreiben des Mehrgenerationenhauses geben. Das Gebäude müsse dann weiter gemeinwirtschaftlich durch einen anderen Betreiber geführt werden. „Ich kann und werde mir so ein Manöver nicht leisten“, trat zu Schaumburg-Lippe Kritikern entgegen, die Befürchtungen geäußert hatten, dass die Zurverfügungstellung des Grundstücks ein Manöver sei, um die Gebäude und womöglich weitere Teile der Hofwiesen für andere Zwecke nutzen zu können: „Ich lebe hier. Ich setze meine Redlichkeit nicht aufs Spiel.“

Jägerkaserne würde frühestens 2021 zur Verfügung stehen

Zur umstrittenen Standortfrage sagten Tarbiat-Wündsch und der Schlossherr, dass es keine anderen Flächen in Bückeburg mit der benötigten Quadratmeterzahl gibt. Das Areal des Krankenhauses werde bereits von einem Investor überplant, die Jägerkaserne stehe frühestens 2021 zur Verfügung, und unter der Herderschule sei eine Mülldeponie, die nach ihrem Kenntnisstand für circa vier Millionen Euro beseitigt werden müsse, ehe gebaut werden kann. Derzeit werde im Bauamt geprüft, ob andere Flächen im Stadtgebiet in Betracht kommen. Sollte die Stadt dem Standort zustimmen, müsste dieser mit Zustimmung des Landkreises aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen, der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

24-Stunden-Betreuung im Kinderhotel

Tarbiat-Wündsch und zu Schaumburg-Lippe warben für das Mehrgenerationenhaus: „Es ist ein sehr soziales und kein Renditeobjekt.“ Dort können Menschen aller Altersgruppen, mit und ohne Handicap, Familien oder Alleinerziehende miteinander leben. Jeder Mieter, der sich dem Verein anschließt, bekommt eine Stimme für seine Wohnung und kann sich an Entscheidungen wie zum Beispiel der Mieterwahl beteiligen, da das gemeinschaftliche Miteinander im Wesentlichen von den Mietern abhänge. Im Kinderhotel können Kinder 24 Stunden betreut werden, etwa wenn die Mutter als Krankenschwester Nachtschicht hat. Dieses Angebot stehe allen Bückeburgern offen. In den Gemeinschaftsräumen und/oder im Café kann es Mittagstisch für Senioren und Kinder geben. Auch Geburtstagsfeiern, Sprachunterricht sowie kulturelle Veranstaltungen sind möglich. „Ein Begegnungsort für Bückeburg“, so Tarbiat-Wündsch. In dem Haus werde auch darauf geachtet, dass sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für die Bewohner mit Behinderung entstehen – mit Mindestlohn. Fahrradverleih, Car-Sharing mit E-Autos oder Tauschbörsen runden das Angebot für die Gemeinschaft ab.

"Pauschal gegen alles zu sein, ist keine Lösung."

Als „schade“ bezeichnete es Tarbiat-Wündsch, dass es bereits einen Aufruf zur Gründung einer Bürgerinitiative gab, ohne zu wissen, worum es geht: „Pauschal gegen alles zu sein, ist keine Lösung.“ Sollte sich kein Alternativgrundstück finden, möchte der Verein die Bürger wissen lassen, dass sie dann nicht gegen ein Grundstück, sondern gegen ein soziales Projekt stimmten. rc

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