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Ahnsen / „Urgestein“ zum Ehrenbürgermeister ernannt

Wer war zuerst da: Heinz Grabbe oder das Dorf?


Als es beschlossen wurde, war er sichtlich gerührt – jetzt hat er es schwarz auf weiß: Heinz Grabbe bleibt Bürgermeister der Gemeinde. Allerdings nicht mehr aktiv, sondern der Ehren halber. Im Rahmen einer Feierstunde, zu der der Ex-Politiker Familie, Freunde und treue alte Weggefährten ins Landhaus eingeladen hatte, überreichten Neu-Bürgermeister Klaus Hartmann und dessen Stellvertreter Dieter Gutzeit ihm die Urkunde, die im Hause Grabbe einen besonderen Platz finden wird.

Ehrenurkunde: Heinz Grabbe (Dritter von links) freut sich mit (von links) Bürgermeister Klaus Hartmann, Inge Grabbe und Vizebürgermeister Dieter Gutzeit über den Titel Ehrenbürgermeister.

© möh

Ahnsen (möh). Einige Gratulanten versuchten, einen Überblick zu geben, in welchen Gremien der verdiente Politiker gearbeitet und unvergessliche Spuren hinterlassen habe. Es blieb aber bei dem Versuch, ansonsten hätte das Essen stundenlang auf die Gäste warten müssen. Schließlich stellte sich auch die Frage: Wer war zuerst da? Bürgermeister Heinz Grabbe oder aber das Dorf Ahnsen?
Fast alles, was in der Gemeinde in den vergangenen fast 50 Jahren verwirklicht wurde, trägt die Handschrift des jetzigen Ehrenbürgermeisters. Grabbe, der bereits im Jahre 1963 in den Rat gewählt und schon 1965 den Posten des Bürgermeisters und auch das Amt des Gemeindedirektors übernahm, galt in all dieser Zeit als ein Mann, der nie die Ziele seiner Partei, sondern immer über alle Grenzen hinweg nur das Wohl der Gemeinde im Auge hatte. 1965 war Grabbe übrigens sogar der an Jahren jüngste Bürgermeister in Niedersachsen.
Nachfolger Hartmann ließ es sich nicht nehmen, bei seiner Laudatio all die Wohltaten des Ruheständlers aufzuzählen. So habe er sich nicht nur für hochwertige und attraktive Baugebiete, sondern auch für den Bau des Sportzentrums rund um das Dorfgemeinschaftshaus eingesetzt. Ferner seien ihm das Ehrenmal am Waldrand und der kleine Park im Dorfmittelpunkt zu verdanken. Weiter habe Heinz, wie er in der Ortschaft immer genannt werde, auch für den Hochwasserschutz gesorgt. Schließlich, so Hartmann, dürfe nicht vergessen werden, dass Grabbe als Verantwortlicher 46 ausgeglichene Haushalte vorgelegt habe. Daher sei es kein Wunder, dass Ahnsen schuldenfrei sei. Leider, stellte Hartmann fest, gebe es aber ein Projekt, das Grabbe zwar immer im Fokus gehabt habe, aber trotz enormen Einsatzes nie verwirklichen konnte – den Ausbau der L 451. Hartmann: „Der Gemeinderat hat tiefen Respekt vor Deinem Lebenswerk; wir verneigen uns vor Dir.“
Vizebürgermeister Dieter Gutzeit, gleichzeitig Chef des Spielmannszuges, bedankte sich dafür, dass der „Ehrenbürgermeister“ immer ein offenes Ohr für den Klangkörper gehabt habe. Gutzeit wünschte Grabbe viele gesunde und stressfreie Jahre mit seiner Frau Inge, die ihm immer den Rücken freigehalten habe. Einige junge Mitglieder des Spielmannszuges, die an diesem Abend ein Ständchen brachten, absolvierten ihren ersten öffentlichen Auftritt. Gutzeit: „Damit wollen wir ausdrücken, dass immer Nachwuchs da ist, der das Werk der Älteren fortsetzt oder neue Aufgaben beginnt.“
Als eine Ehre bezeichnete es Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann, dass er an dieser Abschiedsfeier für den beliebten und geachteten Politiker Grabbe teilnehmen dürfe. Auch er ließ die Stationen des Ehrenbürgermeisters Revue passieren: Grabbe sei von 1976 bis November 2011 Mitglied des Samtgemeinderates gewesen. Von 1996 bis 2001 bekleidete er das Amt des Samtgemeindebürgermeisters. In all dieser Zeit habe er in vielen Gremien von Rat und Samtgemeinde mehr als aktiv mitgearbeitet. Zuletzt (von 2006 bis 2011) war Grabbe, der auch sehr viele Jahre dem Kreistag angehörte, zweiter stellvertretender Bürgermeister, erster stellvertretender Ratsvorsitzender, Beigeordneter des Samtgemeindeausschusses, Vorsitzender des Bau- und Umweltausschusses, stellvertretender Vorsitzender des Finanzausschusses und Vertreter für den Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund gewesen.
Der Ehrenbürgermeister bedankte sich für all die Lobesworte und auch für die Geschenke (zumeist Reisegutscheine für Aufenthalte auf seiner Lieblingsinsel Amrum). Er sprach die Hoffnung aus, dass er das eine oder andere Mal sicher mit den derzeit amtierenden Politikern Kontakt haben wird. Ansonsten gelte: „Meine Zeit“, so Grabbe, „ist vorbei, lassen wir es dabei.“ Der frühere „Bürgermeister zum Anfassen“ wünschte Hartmann und seinem Stellvertreter Gutzeit immer eine glückliche Hand zum Wohl der Gemeinde.
Ausdrücklich bedanke er sich bei Ehefrau Inge, mit der er seit 1957 verheiratet ist. Ohne die Unterstützung seiner Frau respektive seiner Familie hätte er nicht 46 Jahre lang als Bürgermeister und Gemeindedirektor sowie viele Perioden als Mitglied des Samtgemeinderates und des Kreistages tätig sein können.

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