Bad Eilsen (tw). „Wir haben leider ein Sicherheits- respektive ein Versicherungsproblem“, offenbart Svenja Edler dem Bauausschuss bei dessen jüngster Zusammenkunft im Haus des Gastes. Die Gemeindedirektorin: „Jeder, der unsere Arbeiter schon mal mit den Traktoren unterwegs auf der Straße gesehen hat, hat auch gesehen, dass Kollegen zeitweise auf der Ladefläche des Anhängers mitfahren müssen.“ Das sei nicht hinnehmbar. Denn passiere dem Mann auf der Ladefläche etwas, komme die Gemeinde in Teufels Küche. Davon abgesehen: Angesichts des nicht ausreichenden Transportraums sehe sich der Bauhofchef gezwungen, für Fahrten im Dienste der Gemeinde ein ums andere Mal seinen Privatwagen zu nutzen – was auf Dauer auch nicht zumutbar sei.
Mehr als ein triftiger Grund also, warum die Gemeinde Bad Eilsen dafür plädiert, für den Bauhof einen zusätzlichen Transporter zu beschaffen. Edler hat Angebote für drei Mercedes-Sprinter in der Variante „Pritsche“ eingeholt. Das von der Gemeinde favorisierte und im Januar 2008 erstmals zugelassene Fahrzeug soll netto 16300 Euro kosten, verfügt über eine Doppelkabine und eine Ladefläche. Gelaufen ist der schneeweiße Sprinter noch bis vor Kurzem für die Bundeswehr – 40000 Kilometer weit. Nachdem der Leasingvertrag abgelaufen ist, wurde er an ein Mindener Autohaus zurückgegeben.
Edler: „Ein Alternativfahrzeug hat, bei gleichem Alter und in etwa gleicher Ausstattung, bereits 143000 Kilometer auf dem Tachometer und soll 12900 Euro kosten.“ Die Laufleistung ist den Politikern jedoch trotz des etwas günstigeren Kaufpreises entschieden zu hoch. Das dritte Angebot umfasst einen Sprinter einfacher Ausstattung; Er wurde im Oktober 2007 zugelassen, hat 88000 Kilometer hinter sich gebracht und würde die Gemeindekasse um 14000 Euro erleichtern. Doch auch in diesem Fall schrecken die Abgeordneten des Badeorts vor den bereits gelaufenen Kilometern zurück.
„Ursprünglich“, weiß Manfred Kühn, „wollte der Bauhof einen Bulli haben.“ Der SPD- Fraktionschef indes hält das für keine gute Idee. Er brachte die sechssitzige Sprinter-Pritsche mit Doppelkabine ins Gespräch. So habe die Besatzung ihr Arbeitsgerät auf der Ladefläche gleich dabei. Für Rolf Prasuhn (CDU) hat ein Sprinter mit Doppelkabine noch einen weiteren Vorteil: „Die Mitarbeiter können – wie andere Handwerker auch – in dem Fahrzeug ihre Frühstückspausen verbringen, müssen also dazu nicht mehr zurück in den Bauhof fahren.“ Das nämlich sei „völliger Irrsinn“, denn die besagten Pausenfahrten gingen von der Arbeitszeit ab; bei sechs Hin- und Rückwegen komme so pro Mann schnell eine Stunde am Tag zusammen.
Einziges Problem bei dem von der Gemeinde ins Auge gefassten Mercedes-Sprinter: Er hat mal einen Unfall gehabt. Näheres ist – noch – nicht bekannt. Doch wie auch immer: „Fahrzeuge, die von der Bundeswehr kommen, sind immer top gepflegt“, betont die Gemeindedirektorin.
Fazit: Der Bauausschuss befürwortet den Kauf der 16300 Euro teuren Mercedes-Sprinter-Pritsche mit Doppelkabine einstimmig. Ob er tatsächlich beschafft wird, muss der Rat entscheiden.
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