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Bad Eilsen / Theater

Hier muss selbst der letzte Schlagermuffel lachen


Es bedeutet schon ein Wagnis, rund 20 der besten Kultschlager der 60er und 70er Jahre in einer heiteren Geschichte um „Charleys Tante“ zu mixen – mit dem Ziel, daraus ein amüsantes Musical zu formen.
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Flotte Musik, witzige Story: Das Eilsener Publikum hatte seinen Spaß an Charleys Tante.

© wk

Von Dietlind Beinßen

Bad Eilsen. Dem Unternehmen „Theaterhits“ aus Paderborn ist das jetzt im gut besetzten Kurtheater allerdings von der ersten Sekunde bis zur letzten dank großer Spielfreude der durchweg engagiert singenden, tanzenden und parlierenden Darsteller mit Bravour geglückt.

 Altstar Heinz Rühmann, der mit dieser Posse einst Furore gemacht hat, ließ nur ganz selten grüßen. Unter farbenreicher Regie Jan Käfers, der geschickten musikalischen Zusammenstellung (die Töne kamen vom Band) von Stefan Wurz sowie der Choreografie Myriam Lifkas entwickelte sich aus Oskar Maywalds Konzept eine für Jung und Alt amüsante Geschichte, an der die Zuschauer hörbare Freude fanden.

 Das lustige Geschehen kommt ein bisschen verwurschtelt und von urigen Typen durchsetzt daher, die allesamt ihre Problemchen haben und immer wieder für herzhaftes Amüsement im Parkett sorgen. Student Charley, in dessen Ambiente sich die Story ereignet, möchte sich mit seinem Traummädchen Marie verabreden, aber – wie es damals so war – braucht man für einen solchen Treff eine Anstandsdame.

 Doch diese dafür eingeplante Tante aus Mexiko mit dem aparten Namen Anita Lucia Carmencita Gonzales sagt plötzlich ab. Also muss Freund Toni sich flugs in ein feminines Wesen verwandeln, um den verhinderten Gast zu ersetzen. Die nun folgenden Lebens- und Liebeskarambolagen ergaben über zwei vergnügliche Stunden des leisen Lächelns und lauten Lachens einen vergnüglichen Theaterabend. Man spürte als Zuschauer, dass alle Beteiligten mit Freude und Spaß bei der Sache waren.

 Valentino Karl brachte für den Toni fixe Ideen mit und gestaltete den Freund Charleys gewitzt und gewieft zugleich. Außerdem verstand er sich in Sachen Verkleidungshumor köstlich auf die Nachahmung der Amerikanerin. Auch Claus Opitz als Kumpel Charley, der nach langem Hin und Her mit dem gestrengen Papa seine Angebetete Marie erobert (gesanglich, darstellerisch und tänzerisch adäquat besetzt mit Josefine Hüttig), fügte sich drollig engagiert ein.

 Rainer Koschorz hatte als Charleys Papa auch manch Wörtchen mitzureden und erst recht der dickliche Willy Weber (alias Peter Kellner), dem es nicht nur ausschließlich um das Wohl seines Töchterchens ging. Auf sehr angenehme, aparte Weise bereicherte noch Astrid Andresen als Anita Luzia Carmencita Gonzales eine Show, die selbst dem größten Schlagermuffel gute Laune bereiten musste.

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