Buchholz. Herr Krause, wie sieht’s denn mit den Finanzen aus – hat Buchholz nach dem Ebbe-Jahr jetzt wieder Geld in der Kasse?
Jetzt, zum Jahreswechsel 2011/2012, haben wir erneut mehr als eine Million Euro in der Rücklage. Die Rücklage hat sich also nach dem schwierigen Jahr 2010 erwartungsgemäß stabilisiert. Denn das, was wir an Samtgemeinde- und Kreisumlage „zu viel“ gezahlt haben, ist uns zurückerstattet worden. Zwar werden wir im neuen Jahr keine größeren Einnahmen haben, die wir in den Sparstumpf stecken können; aber ich rechne damit, dass sich die Rücklage 2012 bei einer Summe zwischen einer und eineinhalb Millionen Euro stabilisieren wird. Kurz: Die Gemeindefinanzen sind gesund. Allerdings wissen wir natürlich nicht, wie die Firmen, die ja 15 Monate Zeit haben, um ihren Finanzausgleich zu machen, ihr aktuelles Geschäftsjahr abschließen. Es kann sein, dass der eine oder andere Unternehmer am Ende noch Geld von uns erstattet bekommt. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir mit der Rücklage trotzdem im sechsstelligen Bereich bleiben.
Das größte Projekt der Gemeinde dürfte 2012 die Beruhigung des Verkehrs auf der Bückebergstraße sein. Wie ist der Stand der Dinge?
Ja, die Bückebergstraße wird das größte Projekt dieses und des nächsten Jahres werden. Zwar handelt es sich um eine Landesstraße, aber wir als Gemeinde fühlen uns verpflichtet, das Überqueren für Bürger sicherer zu machen. Die Landesbehörde für Straßenbau mit Sitz in Hameln hat den Vorentwurf abgesegnet. Jetzt wird richtig geplant. Mein Ziel, die Straße für durchfahrende Autos so unattraktiv zu machen, dass sie möglichst gar nicht mehr durch Buchholz fahren, rückt dabei aber in immer weitere Ferne. Denn die zuständige Kommission beim Landkreis Schaumburg hat Bedenken. Jetzt wird das alles immer weiter aufgeweicht. Wir müssen nun sehen: Lohnt es sich für Buchholz überhaupt, für dieses Großprojekt so viel Geld in die Hand zu nehmen? Oder wollen wir lieber eine abgespeckte Version? Denn das Konzept ist so aufgebaut, dass sich auch Einzelmaßnahmen realisieren lassen; wir müssen nicht alles zusammen machen.
Was soll’s denn kosten?
Die Kosten haben sich mittlerweile mehr als verdoppelt. Anfangs hatten wir noch von netto 175 000 Euro gesprochen. Jetzt sind wir bereits bei netto 370 000 Euro; dazu kommen noch die Planungskosten. Summa summarum sehe ich also Kosten von einer halben Million Euro brutto auf uns zukommen. Das ist eine Hausnummer, bei der man sich fragen kann: Ist es sinnvoll, dass eine Gemeinde so viel ausgibt? Bringt uns die Maßnahme das, was wir wünschen? Will sagen: Werden die Fahrzeuge auch ausreichend ausgebremst?
In jedem Fall müssen wir versuchen, irgendwo Fördermittel her zu bekommen. Leider werden wir aus dem Landesprogramm, aus dem Bad Eilsen und Obernkirchen in Kürze Geld für den Städtebau schöpfen wollen, nichts erhalten; vom Land ist also kein Geld zu erwarten.
Abschließend sage ich: Die Verkehrsberuhigung liegt uns zwar sehr am Herzen, aber sie muss auch wirken. Das Projekt wird am 4. Januar die Arbeitsgruppe des Rates und am 10. Januar den Rat selbst beschäftigen. Die Ausschreibung soll dann Ende 2012 erfolgen, sodass mit Beginn des Jahres 2013 gebaut und das Projekt Ende 2013 abgeschlossen werden kann. Von einer Ausschreibung Ende 2012 erwarten wir uns günstigere Preise.
Stichwort Lärmschutz auf der Autobahn 2. Rechnen Sie sich Chancen aus, dass Buchholz noch welchen erhält?
Die Lärmbelastung für die Bürger ist nach wie vor hoch. Wenn der Wind ungünstig steht, wird insbesondere im Bereich Arensburger Talbrücke darüber geklagt, dass die dortige Dehnungsfuge beim Überfahren klappert. Erst recht nervt das, wenn die Menschen im Sommer auf Balkonen und Terrassen sitzen und bei offenem Fenster schlafen. Dass mit Buchholz allein der erste Bauabschnitt der A 2 keinen Lärmschutz erhalten hat, das ist nicht akzeptabel. Die Prognose für die aktuelle Zahl der Autos auf der A 2 wurde vor 1989 erstellt. Sie ist fehlgeschlagen, weil der Verkehr seit der Grenzöffnung 1989/90 sehr viel stärker zugenommen hat. Das ist der Punkt, an dem wir im neuen Jahr ansetzen werden. Denn schlägt eine Prognose fehl, gibt es noch nachträglich Anrecht auf Lärmschutz. Wir brauchen dafür einen guten Anwalt; in den Etat wollen wir 10 000 Euro einstellen. Ich habe eine Adresse in Burgdorf, weiß aber noch nicht, ob das wirklich unser Mann ist. So oder so werden wir jedoch im Laufe des Jahres Rechtssicherheit haben.
Die Homepage der Gemeinde, seit Jahren angekündigt, ist immer noch nicht im Netz zu sehen . . .
Ein leidiges Thema. Ich hatte im Frühjahr/Sommer angekündigt, dass sie bis zur Kommunalwahl am 11. September online sein soll. Das ist leider nicht geschehen. Obwohl das Gerüst der Seite steht und sie sich längst freischalten ließe. Ich werde mich jetzt verstärkt darum kümmern, dass das bis – spätestens – Anfang Februar erfolgen wird. Denn vieles ist bereits fertig: Wir haben die Geschichte des Dorfes drin, zeigen die Vereine. Was wir noch tun wollen, ist, dass wir alle Gewerbetreibenden anschreiben und um ihr Okay für eine Verlinkung bitten. Darüber hinaus wollen wir ein Baulückenkataster mit auf die Seite nehmen, das die im Ort noch freien Grundstücke zeigt; derzeitig sind es mit der Portugall etwa 20. Wer sein Grundstück verkaufen will, kann gerne mit drauf.
Buchholz hat bereits viel dafür getan, die Bürger vor den Folgen von Starkregen zu schützen. Sie haben aber noch mehr vor?
Ja. Allerdings ist es so, dass wir mit dem Wasser, welches in Buchholz selbst niedergeht, keine Probleme haben; das schlucken unsere Gräben und Kanäle. Betroffen ist Buchholz von der Situation oberhalb des Ortes. Deswegen werden wir im Etat 2012 einen Posten haben, der da heißt: überörtliche Regenrückhaltung. Wir müssen ein Ingenieurbüro errechnen lassen, was aus Richtung Auetal/Obernkirchen an Niederschlagswasser auf Buchholz zukommt. Das muss dann so durch den Ort geführt werden, dass unsere Regenwasserkanäle damit nicht be- und am Ende sogar überlastet werden und auch unsere Regenrückhaltebecken keine Chance mehr haben.
Ich erinnere dran: Die 130 Liter auf den Quadratmeter, die wir unlängst binnen zwei Stunden messen mussten, waren schlichtweg zu viel. Wir können nur froh sein, dass es danach aufhörte – sonst wäre der Schaden noch größer gewesen. Ich selbst habe den vom Starkregen am stärksten betroffenen Buchholzern um die Weihnachtszeit namens der Gemeinde einen Präsentkorb überbracht – sozusagen als Trostpflaster.
Eventuell brauchen wir in Zukunft auch oberhalb von Buchholz ein Regenrückhaltebecken, eventuell müssen alte Gräben freigelegt werden. Dafür müssten wir dann aber ganz viel Geld in die Hand nehmen. Da stellt sich dann die Frage: Kann Buchholz das alleine noch? Oder sind wir damit überfordert?
Mehr und mehr sickert durch, dass die Gemeinde sich etwas ganz besonderes ausdenken will, um den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz zu danken. Können Sie den Vorhang ein bisschen lüften?
Wir haben bei den jüngsten Beratungen zum Etat 2012 beschlossen, dass wir einen fixen Geldbetrag für das Fördern des Ehrenamts einsetzen wollen; da stehen beide Fraktionen/Gruppen hinter. Ich sage an dieser Stelle nur so viel: Wir haben für die Ehrenamtlichen in Buchholz etwas Tolles vor, was im Landkreis Schaumburg einzigartig sein dürfte. Näheres will ich aber zunächst mit den Ratskollegen besprechen. Doch ich rufe schon jetzt alle Organisationen auf, uns „ihre“ Buchholzer zu nennen.
Darüber hinaus müssen und werden wir uns auch auf der Ebene der Samtgemeinde dafür einsetzen, dass die Ehrenamtlichen in ganz Eilsen belohnt werden. Es gibt ja so viele. Was man für sie tun kann, sollte eine noch zu gründende Arbeitsgruppe herausfinden. Denn eines ist klar: Es gibt zwar diese Ehrenamtskarten, aber die Karten bringen für die Eilser Ehrenamtlichen so gut wie nichts. Denn dass sie die Kompostgebühren nicht bezahlen müssen, das ist nicht der ganz große Anreiz. Da müssen wir uns anderes überlegen.
Nachdem wir die Hülle des Hauses mit Blick aufs Energiesparen optimiert haben, wollen wir jetzt ans Mobiliar ran. Wir wollen also die doch schon arg ramponierten Tische und Stühle ersetzen. Ob wir auch die Theke komplett oder aber nur teilweise erneuern, müssen wir sehen; deren Technik ist jedenfalls auf einem ganz alten Stand. Unterm Strich müssen wir sicherlich einige Tausend Euro in die Hand nehmen.
Wie sieht’s denn aktuell mit der Akzeptanz des von der Gemeinde betreuten Jugendforums aus?
Der fünf- bis sechsköpfige Betreuerstamm ist sehr aktiv; ich freue mich, dass sich so viele Frauen und auch einige Männer engagieren. Leider aber ist die Akzeptanz nicht so, wie wir uns das wünschen. Das müssen wir ändern, sonst ist die Existenz des Jugendforums auf Sicht gesehen gefährdet. Wir bitten ganz besonders die Eltern, uns zu sagen, warum ihre Kinder nicht kommen und was wir besser machen sollten. Ich weiß, dass Kinder heute viel zu tun haben. Deswegen springen wir im Jugendforum auch mit den Terminen; nämlich um zu sehen, welcher Wochentag am besten angenommen wird.
Die nächste Aktion ist übrigens am 26. Januar der Besuch des „Ramba Zamba Schaumburg“. Da hoffen wir, dass sich viele Kinder anmelden.
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