Buchholz (tw). Zuvor hat Hartmut Krause (WiB) die wichtigsten Posten des siebenseitigen Zahlenwerks Revue passieren lassen. Der Bürgermeister und Gemeindedirektor: „Bei der Gewerbesteuer rechnen wir diesmal wie im Vorjahr mit Einahmen von 480 000 Euro. Gleiches gilt für die Einkommenssteuer, bei der wir erneut mit Einnahmen von 205 000 Euro kalkulieren.“
Planungskosten: Auffällig ist, dass die Planungskosten regelrecht explodieren: 25 000 Euro hatten die Abgeordneten im Vorjahr dafür reserviert; jetzt sind es 40 000 Euro und damit 15 000 Euro mehr. „Diese Summe ist mit Masse dem Projekt ,Verkehrsberuhigung Bückebergstraße‘ geschuldet“, erklärt Krause. Der kleinere Rest ist für die überörtliche Regenrückhaltung gedacht, die die Gemeinde dieses Jahr ebenfalls in Angriff nehmen will. Kommt hinzu: Weil Buchholz sich in Kürze wegen des Lärmproblems, verursacht durch die A 2, einen Rechtsbeistand nehmen will, steigt auch der Etatansatz für die Sachverständigenkosten: 3000 Euro waren’s im Vorjahr, 10 000 Euro sind es jetzt.
Reparaturen: 60 000 Euro haben die Abgeordneten für die Instandsetzung von Straßen im Etat; im Vorjahr war’s mit 25 000 Euro nicht mal die Hälfte. „Wir brauchen so viel Geld, weil wir die Fahrbahndecke Im Hofkamp erneuern wollen“, so der Bürgermeister. Stimmt der Unterbau noch, soll nur die Oberfläche abgefräst und eine neue, etwa sechs bis sieben Zentimeter starke Bitumenschicht aufgetragen werden. In diesem Zuge werden auch gleich der Schmutz- und der Regenwasserkanal auf Schäden inspiziert.
Der Unterhalt der Wasserläufe schlägt mit 10 000 Euro zu Buche, das sind 8000 Euro mehr als im Vorjahr. „Das Gros ist für den maroden Regenwasserkanal unterhalb des Grundstücks von Schützenchef Heinz Meyer sowie für eine defekte Verrohrung Im Eichkamp unterhalb der Bahnstrecke vorgesehen; dort ist alles verschlammt“, so der Bürgermeister. Stichwort „Wasser“: Damit die Gemeinde Bereiche wie den des Regenrückhaltebeckens bepflanzen kann, legt sie im neuen Jahr schon mal 20 000 Euro auf die Seite.
Für die Vereine: Den Zuschuss an die Heimatvereine wollen die Politiker von 1600 Euro um 200 Euro auf 1400 Euro kürzen; die Schützengilde erhält 400 Euro, der Sozialverband Heeßen/Buchholz 250 Euro, die Ortsfeuerwehr 200 Euro, der Förderverein Dampfeisenbahn 120 Euro, das Frauenzentrum 100 Euro; jeweils 50 Euro bekommen die Jugendfeuerwehr Bad Eilsen, der Heimat- und Kulturverein Eilsen, die Kinderfeuerwehr und der Zusammenschluss „Buchholz meets Buchholz“.
Auf dem Stand des Jahres 2011 bleiben die Zuschüsse an die Vereine für die Jugendarbeit mit 700 Euro und fürs Ehrenamt mit 300 Euro. Allerdings hat der Bürgermeister durchblicken lassen, dass sich die Ehrenamtlichen in diesem Jahr noch auf einen „ganz großen Bonbon“ freuen können. Das Jugendforum darf erneut mit 700 Euro rechnen, der TSV Steinbergen mit 100 Euro.
Spielplätze: Für die Pflege der Kinderspielplätze sollen einmal mehr 2000 Euro reserviert werden. Apropos Spielplätze: Da die steinerne Tischtennisplatte am Schützenhaus gerissen und damit abgängig ist, möchte Krause sie ersetzen lassen; für diese und/oder andere kleinere Anschaffungen legen die Abgeordneten bis zu 5000 Euro auf die Seite. Allerdings hält die SPD ein Erneuern der Tischtennisplatte auf dem Spielplatz angesichts der Kosten für nicht sinnvoll; zumal an ihr auch nur selten wirklich Tischtennis gespielt werde.
Karten für Bad und Bus: Die Beihilfe zu den Busfahrkarten will sich die Gemeinde 3000 Euro kosten lassen; auch dieser Wert ist mit dem des Vorjahres identisch. Einmal mehr will das Ortsparlament den Buchholzern darüber hinaus den Freibadeintritt bezuschussen.
Angesichts stetig steigender Strompreise wird der Ansatz fürs Schützenhaus um etwa 400 Euro auf 3200 Euro raufgesetzt. Gleiches gilt für den Ansatz, den die Gemeinde für die Straßenbeleuchtung reserviert; er steigt um 1000 Euro auf jetzt 8000 Euro.
Gemeinschaftshaus: Der Betrag, der für die Beschaffung von Inventar gedacht ist, hat sich mehr als verzehnfacht. Mit 2000 Euro hatte der Rat im zurückliegenden Jahr kalkuliert; jetzt sind es 23 000 Euro. Geld, das mit Blick aufs Dorfgemeinschaftshaus mit Masse für den Kauf von neuen Tischen, Stühlen und eventuell auch für eine Erneuerung der Theke vorgesehen ist.
Erfreulich ist, dass die frühere Hausmeisterwohnung im Dorfgemeinschaftshaus erneut vermietet werden konnte und auch das Haus selbst jetzt wieder stärker frequentiert wird; die Zahl der Nutzer dürfte nach Dafürhalten des Bürgermeisters sogar noch größer werden, wenn erst das neue Mobiliar beschafft ist. In der Folge steigen die Einnahmen für die Gemeinde.
„Größeren Zuspruch“, so Krause, „erfährt derzeit aber auch unsere Kegelbahn“. Weil es die Kegelbahn im Bereich Luhden nicht mehr gebe, habe die Gemeinde mehrere Clubs „geerbt“, die inzwischen regelmäßig in Buchholz spielten. Kommt hinzu: Weil die Gemeinde die Kegelbahn erst im vergangenen Jahr abgeschliffen und erneuert hat, ist sie jetzt so gut im Schuss, dass die Kosten für ihren Unterhalt von 4000 Euro auf 2000 Euro und damit um die Hälfte reduziert werden können. Soweit der Etat.
Einziger Konflikt des Abends: Als Martin im Nachgang zu Krauses Ausführungen in einem vorformulierten und abgelesenen Koreferat die obigen Posten nochmals in Erinnerung ruft, wird es Wolfgang Witt zu bunt. Der WiB-Fraktionschef an Martin gewandt: „Die Redezeit wurde ums Doppelte überschritten. Die Wiederholung war überflüssig – wir sind hier keine Berufspolitiker.“
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