Navigation:
AboPlus Anzeigen- und Abo-Service
Buchholz / Inseln auf der L 442

Wie ein Dorf Rasern den Weg verlegen will


Das Konzept, das im Detail aufzeigt, wie Autofahrer auf der Bückebergstraße (L 442) künftig daran gehindert werden können, das Gaspedal durchzudrücken, ist fix und fertig: Jetzt hat das Ortsparlament das Ingenieurbüro Kruse (Porta Westfalica) beauftragt, sich den Plan von der Landesbehörde für Straßenbau, Geschäftsbereich Hameln, absegnen zu lassen; den Beschluss fassten die Politiker von WiB/CDU und SPD einstimmig.

Auch im Bereich der Zufahrt zum Baugebiet „Auf der Portugall“ soll eine Insel Raser zur Räson bringen. 

© tw

Buchholz (tw). Aber: Welche der sechs Einzelmaßnahmen, die zwischen Ortsein- und Ortsausgang möglich sind, wann verwirklicht werden – das wollen die Politiker erst später entscheiden.

Fest steht aber bereits: Die jetzt taxierten Gesamtkosten sind gegenüber dem ursprünglichen und inzwischen über einem Jahr alten Konzept geradezu explodiert. In der Lesart von Bürgermeister Hartmut Krause (WiB) haben sie sich verdoppelt, in der von Robert Martin (SPD) sogar verdreifacht. Fakt ist, dass das Gesamtpaket mit 365 000 Euro – netto – zu Buche schlagen würde. Diese Summe resultiert zum einen aus neu ins Konzept aufgenommenen Zusatzmaßnahmen (Beispiel: Knotenpunkt Arensburger Straße), zum anderen aus neuen Richtlinien, die im Herbst 2012 rechtskräftig werden und zu strengeren Auflagen seitens des Straßenbaulastträgers führen. So muss die Breite zwischen einer Querungshilfe und dem Bord zur Gehwegseite hin nicht mehr wie bisher 3,25 Meter, sondern 3,50 bis vier Meter betragen.

Wie die sechs Maßnahmen, die „Hameln“ nun prüfen muss, im Detail aussehen könnten, das hat Diplomingenieur Andreas Kruse dem Rat bei seiner jüngsten Zusammenkunft im Dorfgemeinschaftshaus erläutert:

Südliche OrtseinfahrtBei der Querungshilfe oder Insel, die im Bereich des Sportplatzes angelegt werden soll, steht das Ziel im Vordergrund, Autofahrer zum Drosseln des Tempos zu zwingen. Das ursprünglich um die „Hilfe“ herum angedachte Pflasterband wird es aber nicht geben; die Landesbehörde hat Bedenken, dass ein Überfahren zu viel Lärm machen würde. Die Querungshilfe wird durch ein Flachbord umschlossen: Dabei handelt es sich um einen abgeschrägten Bordstein, der zur Not auch überfahren werden kann, ohne dass ein Auto Schaden nimmt. Die Maßnahme würde etwa 66 800 Euro kosten.

Arensburger Straße
Im Bereich Einmündung Arensburger Straße gibt es derzeit keine echte Linksabbiegespur, sondern nur eine sogenannte Abbiegetasche. Da dort aber Platz genug ist, soll diese Linksabbiegespur angelegt werden. Ferner erhält der Bereich eine Querungshilfe. „Dennoch“, so Kruse, „bleibt ausreichend Platz, dass ein Lkw auch mit Hänger passieren kann, ohne dabei auf den Geh- oder Radweg zu geraten.“ Besagte Radfahrer werden direkt vorne am Fahrbahnrand entlang geführt; so können sie von Autos am besten wahrgenommen werden. Die Kosten: 49 600 Euro.

Gemeindehaus
Die nächste Querungshilfe gibt es im Bereich des Gemeindehauses. „Grundstückszufahrten“, betont der Planer, „werden dabei nicht tangiert.“ Die Maßnahme würde Buchholz 47 800 Euro kosten.

Auf der Portugall
Ganz wichtig ist die Insel, die im Bereich der Zufahrt zum Neubaugebiet „Auf der Portugall“ und dem zugehörigen Spielplatz vorgesehen ist. Ähnlich wie schon im Bereich Arensburgerstraße soll auch die Portugall eine echte, wenn auch nur kurze Linksabbiegespur erhalten; dort gibt es bislang nur eine Tasche. Allerdings muss dafür der vorhandene Gehweg „angefasst“ werden – denn in dem Bereich herrscht aus Sicht der Planer mit ihren Zahlenvorgaben drangvolle Enge. Die Maßnahme schlüge mit 61 600 Euro zu Buche.

Neue Straße
Stichwort Neue Straße: In diesem Bereich wird der kombinierte Rad-/Gehweg auf die andere Straßenseite verlegt. Um auch dort die vorgegebenen Mindestbreiten realisieren und noch dazu eine Insel platzieren zu können, muss die Gemeinde wohl oder übel auf beiden Straßenseiten Grunderwerb tätigen; das war zunächst so nicht geplant gewesen. „Alternativ“, sagt Kruse, „wäre in diesem Bereich auch eine Dunkelampel denkbar.“ Das wäre die preiswertere Lösung, zumal die Gemeinde in diesem Fall keinen Grund und Boden kaufen müsste. Die Ampel sei mit „Hameln“ allerdings noch nicht abgestimmt. Für die Maßnahme ohne Lichtzeichenanlage müsste die Gemeinde 56 600 Euro zahlen.

Waldstraße
Wie ihre Vorgänger erhält auch der Bereich Waldstraße einen Fahrbahnteiler. Die vorhandene Hecke kann bleiben, muss nicht fallen. Eine weiter gehende Überlegung, noch vor der Ortsdurchfahrt in Richtung Obernkirchen einen Fahrbahnteiler anzulegen, wird nicht weiter verfolgt. „Das würde den Finanzrahmen sprengen und Ausgaben im sechstelligen Bereich nach sich ziehen“, so der Planer. Die Kosten: 64 600 Euro.

Gemeinsam ist allen Querungshilfen respektive Inseln, dass sie „barrierefrei“ sind und damit auch von Seh- und Gehbehinderten genutzt werden können; Menschen mit Handicap werden im Anmarsch bereits sicher zu der jeweiligen Insel geleitet. „Das“, sagt der Planer, „erreichen wir dadurch, dass wir Sondersteine mit Rillen oder Noppen verlegen und die Bordsteine auf null absenken.“ Auch, wenn diese Extras nicht ganz billig sind. Dass am Fahrbahnrand im Bereich der Querungshilfen und im Bereich der neuen (Links-)Abbiegespuren nicht gehalten oder sogar geparkt werden darf und sich die Gesamtparkfläche entlang der Bückebergstraße damit verringert, versteht sich von selbst.

Obwohl sich sowohl die Politiker von WIB/CDU als auch die zwei Sozialdemokraten nicht wirklich sicher sind, ob die obigen Maßnahmen tatsächlich die gewünschte Wirkung zeigen und die Bückebergstraße am Ende sicherer machen werden, stimmen sie dem Fortgang der Planung zu. Martin mahnt überdies an, noch den Bau von je einem Bushäuschen an der Schlingmühle und bei Behling mit hineinzunehmen sowie die Alternative „Dunkelampel“ weiter zu verfolgen. Last, but not least regt der Genosse eine Exkursion von Ratsmitgliedern zu einer Ortsdurchfahrt an, die mit derjenigen von Buchholz vergleichbar ist; dort könne man sich dann ansehen, wie andere Kommunen das Problem gelöst haben.

Was das – mögliche – Gesamtpaket an Maßnahmen betrifft, die ein Überqueren der Bückebergstraße sicherer machen sollen, so haben nun als Nächstes die Behörden im Zuge einer Anhörung das Wort. Danach findet ein „Sicherheitsaudit“ statt; dabei handelt es sich um eine Prüfung von neutraler Stelle. Dann begutachtet die Landesbehörde für Straßenbau den Buchholzer Entwurf. Wird der für gut befunden, ist der Rest Sache des Landkreises.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel
Anzeige
Anzeige
Manuel Neuer ist die Nummer 1. Welcher der drei anderen Torwarte fliegt aus dem EM-Kader?
Staatsbad Nenndorf

SN-Themenkanal Gesundheit - Schaumburger Firmen stellen sich vor: Staatsbad Nenndorf

Meist gelesen in Schaumburg

Facebook

SN-Babyglück

SN-Kinderglück

In jeder Woche erblicken im Kreiskrankenhaus Stadthagen und im Bückeburger Krankenhaus Bethel Babys das Licht der Welt.

Städtewetter
Tagestemperatur
°
Nachttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Beckedorf / Bouleturnier

Die Mannschaften BSV-Vorstand, Feuerwehr 2, Tischtennis und Fahrradclub 2 haben am Dienstagabend ihre Tickets fürs Viertelfinale der Beckedorfer Boulemeisterschaft gelöst. Die höchste Niederlage des Tages kassierte das SN-Team Die Kugelschreiber mit 3:13.



Top