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Heeßen / Kohlkönig

Ein grüner König


Eigentlich habe er seiner Frau versprochen, nicht politisch zu werden, erklärte Uwe Meier, im Schützenverein Heeßen zuständig für die Proklamation des Grünkohlkönigs. Dennoch konnte er es nicht lassen, zu betonen, dass die Gemeinde nun rot-rot regiert werde. Damit spielte er auf die konstituierende Ratssitzung an, auf welcher der „rote“ Kandidat Harald Bokeloh zum Bürgermeister gewählt wurde, sowie auf das Grünkohlessen, bei dem die Würde des Grünkohlkönigs dem ebenfalls „roten“ dritten Bürgermeister Manfred Möhlmann verliehen wurde.

Uwe Meier (rechts) und Manfred Möhlmann.

© möh

Heeßen (möh). Doch damit noch nicht genug: Möhlmann löst auch die bisherige Majestät Bokeloh ab. Mit dem Essen für alle Bürger zeigten sich Schützen- und Förderverein sehr zufrieden. Schützenchef Gerhard Hasse, seit ein paar Tagen ebenfalls stellvertretender Bürgermeister, freute sich, über 100 Gäste im Schützenhaus zu begrüßen. Das Wintergemüse mit Wurst, Fleisch und Kartoffeln kam aus dem „Heeßer Krug“.

Exakt zum 36. Mal, hatten Schützen- und Förderverein zum Grünkohlessen ins Schützenhaus geladen. Hasse zeigte sich sehr zufrieden, dass alle Stühle besetzt waren. Besonders begrüßte er Abordnungen der Schützengilde Buchholz und des Bad Eilser Schützenvereins mit Bürgermeisterin Christel Bergmann. Mit von der Partie waren auch der aktuelle Schützenkönig Roland Beißner und die Königin Rita Hübner. Hasses Dank galt den Schützenfrauen, die Essen und Getränke servierten.

Der frisch gewählte Bürgermeister Bokeloh bedauerte, dass er nach einem Jahr den Titel des Grünkohlkönigs abgeben müsse. Mit einer Pflichtrunde Schnaps und Bier bedankte er sich bei den „Untertanen“ für deren Geduld.

Meier und seine Findungskommission hatten es sich nicht leicht gemacht, einen neuen König zu präsentieren. Im Vorfeld hatte Meier verkündet, in den USA sei die Entwicklung vom Tellerwäscher zum Millionär denkbar, in Heeßen könne man sich vom Kohlkönig zum Bürgermeister hoch arbeiten, wie das Beispiel Bokeloh gezeigt habe. Dann wurde er konkret: Der zukünftige Grünkohlkönig habe bereits seit einigen Jahren dem Arbeitsleben abgeschworen und habe daher viel Zeit. Indes sei er ein eifriger Hobbygärtner, sodass er das Wintergemüse selbst anbauen könnte. Wenn die neue Majestät möchte, würde er, so Meier, Pferdemist als Dünger für den Garten anliefern. Jedoch sei es ihm noch lieber, wenn der König eigenhändig mit seiner Schiebkarre anrücke, um sich den Mist direkt aus dem Stall zu holen. Meier: „Der alte König ist tot, es lebe der neue König Manfred Möhlmann.“

Der Geehrte freute sich über den Strauß Grünkohl, den Meier ihm neben der Königskette als Zeichen der Würde überreichte. Natürlich spendierte der neue König dem Haus eine Runde. Pflicht eines Grünkohlkönigs ist es, bei allen offiziellen Veranstaltungen des Schützenvereins anwesend zu sein.

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