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Heeßen

Großer Kraftakt für die wichtigste Straße in Eilsen


Als zweites Dorf nach Buchholz hat sich nun Heeßen Gedanken darüber gemacht, wofür 2012 Geld investiert werden soll. Das ist – scheinbar – en masse da, denn das Dorf ist nicht nur frei von Schulden, sondern hat sogar 326000 Euro im Sparschwein.
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Rund 326000 Euro hat die Gemeinde an Gespartem in der Haushaltskasse. Doch angesichts von Großinvestitionen wie die Sanierung der Schulstraße sowie des Regenwasserkanals dürfte in der überquellenden Kasse schnell wieder Ebbe herrschen.

© tw

Heeßen. Doch diese Summe wird schneller zerronnen sein, als es den Bürgern lieb sein kann, denn: Alles, was die Gemeinde dieses Jahr unternimmt, steht im Schatten von zwei Großinvestitionen; zum einen der Erneuerung von Schulstraße und Im Osterfeld (550000 Euro), zum anderen der Erneuerung des Regenwasserkanals (220000 Euro).

 Bei der jüngsten Zusammenkunft des Gremiums in der Gaststätte „Heeßer Krug“ haben sich Gemeindedirektor Bernd Schönemann und Stellvertreterin Kerstin Döring von der Gruppe SPD/Grüne, CDU und von Einzelkämpfer Gerhard Hasse das einstimmige Okay geholt, den Etat wie folgt aufzustellen. Schulstraße

 Was die Schulstraße betrifft, deren Auf- und Unterbau spätestens im kommenden Jahr komplett erneuert werden sollen, so „darf Heeßen mit einem Zuschuss von 60 Prozent rechnen“, wie Schönemann berichtet. Legt man das Augenmerk auf die dort ansässige Grundschule, die zwei Kindertagesstätten, das Jugendzentrum, die Sporthalle und das Domizil des TSV Bad Eilsen, kann man die Schulstraße als die vielleicht wichtigste Verbindung in Eilsen bezeichnen. Dass die Gemeinde auch bei der Erneuerung des Regenwasserkanals auf einen Zuschuss zählen kann, ist Döring zufolge unwahrscheinlich. Saniert werden muss der Kanal trotzdem, denn: „Bei einer Kamerafahrt wurden wenigstens 30 Einbrüche gezählt, dazu kommen viele Stellen, an denen offensichtlich Fremdeinleitungen erfolgen“, so Schönemann.

 Gleichsam in einem Aufwasch soll bei der Sanierung des Regenwasserkanals auch diejenige des Schmutzwasserkanals erfolgen; für Letztere ist aber der Abwasserverband – auch finanziell – zuständig. Nach dem Willen der Gemeinde sollen beide Kanäle künftig auf ein und derselben Straßenseite und in einem einzigen gemeinsamen Graben verlegt werden. Hochwasserschutz

 Der nächstgrößere Posten im Etatentwurf ist die Pflege der Gräben, von der sich die Gemeinde einen besseren Schutz vor Überschwemmungen im Gefolge von Starkregen verspricht und die allen voran Heinrich Meier (CDU) am Herzen liegt. 15000 Euro werden dafür reserviert. Zwar hatte Heeßen in den zurückliegenden Jahren für seine Gräben einiges getan und Rückstände aufgeholt, in 2011 mit der Pflege aber ausgesetzt.

 Allerdings mahnt Gerhard Möhlmann (SPD): „Wir sollten nicht alle Gräben in der Gemeinde gleichzeitig räumen – sonst saust das Wasser noch schneller in die Aue, als es das jetzt ohnehin schon tut.“ Dem widerspricht Aueanrainer Heinz-Hardy Hoffmann (Grüne): „Was fort ist, ist fort.“ Die Aue führe das Wasser im Bereich Heeßen zwar schnell, aber auch problemlos ab. Ein Problem sei mithin nicht der Starkregen, der im Dorf selber niedergehe. „Ein Problem für den Ort ist das Wasser, welches von weiter weg kommt.“

 Was diesen Hochwasserschutz angeht, regt Möhlmann an, sich mit Buchholz für ein Regenrückhaltebecken oberhalb von Rolfhagen zu engagieren; ein solches Becken sei vor Jahrzehnten bereits einmal im Gespräch gewesen. „Was Bad Eilsen betrifft“, so der Politiker, „sollten wir darauf drängen, dass die dortige Notaue im Kurpark um einen halben Meter vertieft wird.“ Das verhindere bei Starkregen einen Rückstau des Wassers bis nach Heeßen. Denn der Tuffsteinbrunnen in den Gartenanlagen des Badeorts sei immer noch ein Nadelöhr. Straßenlampen

 Für die Straßenbeleuchtung legt die Gemeinde 10000 Euro zurück; um Strom zu sparen, soll ein Systemwechsel erfolgen. Derzeit brennt im Dorf noch ein Sammelsurium verschiedenster Leuchtmittel „Bis auf LED ist alles vertreten“, erinnert Döring. Aber: „Wenn wir von Quecksilber auf LED umstellen, könnten wir bis zu 60 Prozent der Kosten sparen und noch einen Zuschuss zu den Investitionskosten von 25 Prozent erhalten“, so der Gemeindedirektor.

 Die Voraussetzung für einen Zuschuss ist aber, dass das Volumen der Gesamtinvestition 40000 Euro beträgt – was Schönemann zufolge machbar wäre, wenn sich Heeßen mit Bad Eilsen und Luhden zusammentäte; für den Badeort könne das attraktiv sein, weil es dort noch viele alte Quecksilber-Leuchten gebe. Ahnsen und Buchholz dagegen hätten bereits umgestellt.

 Was Heeßen die Antwort auf die Frage „LED – oder nicht“ erleichtern wird, ist, dass e.on sich bereit erklärt hat, der Gemeinde diese Technologie für einige Wochen/Monate leihweise zur Probe zu überlassen. Bestückt werden soll damit die Schulstraße als die meistbefahrene Quere im Dorf.

 Doch wie auch immer: Die Grundsatzfrage, die die Gemeinde zunächst beantworten muss, ist, ob sie weißes oder gelbes Licht will – wobei der Trend beim Gros der Gemeinden zu Weiß gehe. Entscheidet sich Heeßen dagegen für Gelb, wird’s mit der LED-Technik wohl nichts werden, denn LED-Leuchtmittel in dieser Farbe gibt’s laut Döring noch nicht für Straßenlampen. Aulenbruch

 Ebenfalls 10000 Euro werden für die Erschließung „Aulenbruch“ (Straße sowie Ab- und Regenwasser) in den Etatentwurf eingestellt. Laut Schönemann gibt es dort jetzt einen Bauwilligen. Die Frage, die der Rat noch beantworten muss, ist, ob die Erschließung sich zunächst nur auf das eine Grundstück beschränken soll – oder bereits die weiteren drei oder vier Parzellen beinhalten soll, die dort noch bebaut werden können. Neue Straße

 Mit Blick auf die Sanierung der Neuen Straße hat die Gemeinde ein Angebot der Firma Struckmeier eingeholt. Demnach schlagen Ausbessern der Löcher, Erneuern der abgesackten Gosse, Ausbessern des Bürgersteigs sowie das Abfräsen und Neuversiegeln der Fahrbahn mit etwa 7000 Euro zu Buche. Da eine Reparatur erfolgen soll, wird diese Summe ebenfalls Bestandteil des Etatentwurfs. Zuschüsse

 Einmal mehr will die Gemeinde Zusammenschlüsse und Feiern im Ort, aber auch in der Samtgemeinde unterstützen. So entfallen auf die Dorfjugend Heeßen 500 Euro, den örtlichen Schützenverein 400 Euro, die Kinderweihnachtsfeier 300 Euro, den Sozialverband 150 Euro und die Tschernobylhilfe ebenfalls 150 Euro. Kein Geld wird es dagegen für eine Seniorenfahrt geben.

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