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Heeßen / 2012er Kalender

Wie sechs Mädels vom Dorf für Landgeflüster sorgen


Heeßen (sig). Eigentlich besagt der Volksmund ja, dass nichts geheim bleibt, wenn es einen Mitwisser gibt. Sechs junge Frauen aus Heeßen haben jetzt den Gegenbeweis angetreten. Sie haben das zehnte Erntefest des Dorfes mit einer besonderen Idee bereichert – mit einem selbst hergestellten Kalender unter dem Titel „Psst… Landgeflüster 2012“.

Auf dem Hühnerhof ist es den Mädels offensichtlich zu warm geworden. Die Aufnahmen stammen vom Gelldorfer Fotostudio „Sichtbar“.

© sig

Auf der Titelseite stehen sie mitten in einem Rapsfeld mit einer unverhüllten Rückenansicht. Das von den männlichen Zeitgenossen erhoffte Umdrehen unterbleibt jedoch, auch im Inneren des Kalenders. Er enthält schon einige neckisch-freizügige Posen, aber nichts davon ist grenzwertig oder sogar frivol. Abgesehen davon sind diese Mädels vom Lande schon eine optische Augenweide.
Ob sie sich im Hühnerhof tummeln und gackerndes Federvieh so liebevoll in den Arm nehmen, dass Männer eifersüchtig werden könnten, oder ob sie im flachen Wasser der Aue herumstiefeln – in allen Posen machen die leger gekleideten Akteurinnen eine gute Figur.
Sie rümpfen auch nicht die Nase, wenn sie sich an einem Misthaufen zu schaffen machen. Das Szenario rund um einen Trecker bereitete den Mädels aber deutlich mehr Spaß – ebenso das Erstürmen einer möblierten Jagdhütte, in der natürlich auch Bierkrüge zu finden sind. In einer solchen Damenrunde wären dem Jagdliebhaber und Lügenbaron Münchhausen sicherlich noch weit bessere Geschichten eingefallen.
Ganz viel Spaß habe dieses Projekt gemacht, versicherten Verena Linnenkamp und Leonie Achilles der Redaktion. Natürlich entstanden dabei auch für die doch recht professionelle Herstellung Kosten, die unter den Mädels aufgeteilt wurden. Deren Eltern wurden in das Vorhaben eingeweiht und haben ebenfalls absolut stillgehalten.
Das Gelldorfer Fotostudio „Sichtbar“ setzte die jungen Heeßerinnen richtig ins Bild. Für die Haarpracht und das Make-up war Stefanie Conrad zuständig. Nicht alle Aufnahmen wurden erst in diesem Sommer gemacht. Die ersten Bilder entstanden bereits im Oktober des Vorjahres. Ein Vorhaben ging jedoch schief. Bei einem Maisfeld am Stadthäger Georgschacht wurden sie entdeckt und brachen daraufhin die Aktion ab.
„Dieses Projekt verfolgen wir schon seit zwei Jahren“, verrieten die Mädels. Selbst ihre „besseren Hälften“ erfuhren davon nichts. Ihnen gaukelten sie immer etwas von irgendwelchen „gemeinsamen Treffen“ vor.
Der Hof der Familie Meier in Heeßen wurde am Hauptaufnahmetag zum großen Fotostudio. Die Motivideen waren bereits weitgehend im Vorfeld festgelegt worden. Nach getaner Arbeit erhielten alle jungen Frauen eine CD mit rund 200 Bildern, aus denen sie ihre Favoriten aussuchen sollten.
Erstaunlicherweise gab es bei der Auswahl eine recht große Einmütigkeit. Natürlich wurde auch darauf geachtet, dass die ausgewählten Bilder zur Jahreszeit passen. Das Holzhacken im allerdings für die Jahreszeit kurz geschürzten Outfit wurde zum Beispiel in den Januar verlegt. Für die Wohlfühlmomente am Kaminfeuer ist der Dezember zuständig.
Die Ausgaben werden in etwa gedeckt, wenn die 200 Kalender abgesetzt sind, die für 13 Euro verkauft werden. Sie waren ein Kassenschlager nicht nur beim jüngsten Eilser Bauernmarkt. Wir vermuten, dass sehr kurzfristig noch ein Nachdruck erforderlich wird.
Und das sind die sechs Kalendergirls, die sich in Stadt und Land viele neue Freunde geschaffen haben: Leonie Achilles (genannt Pen Penty), Sarah Borcherding (Sammy), Verena Linnenkamp (Vicky Wonderbra), Julia Zechiel (Dolly Doppel-D), Vanessa Jakob (Lucy Lafex) und Natalie Borgstedt (Susi String).
Sie alle gehören zur Heeßer Dorfjugend, haben dieses sehenswerte Projekt aber ganz und gar in eigener Verantwortung umgesetzt.

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