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Luhden/ Seelsorge

Arbeit derzeit nur über den Begriff „Vertretung“ definiert


Er weiß, dass seine Arbeit derzeit nur über den Begriff „Vertretung“ definiert wird. Eine Vertretung, die aber wenigstens über die nächsten zwölf Monate anhalten wird, denn erst dann ist frühestens mit einer endgültigen Entscheidung der Synode der Schaumburg-Lippischen Landeskirche zu rechnen. Und zwar ist die Rede von Pastor Reinhard Koller, der nach dem plötzlichen Weggang von Pastor Lutz Gräber die seelsorgerische Betreuung der Gemeindeglieder übernommen hat.

Luhden/Engern (möh). Das „neue Gesicht“ hat aber nicht die Möglichkeit, sich 24 Stunden nur um die Luhdener zu kümmern, denn er muss gleichzeitig die Pfarrstelle in Engern und Ahe betreuen. Koller: „Für eine optimale Arbeit ist eine exzellente Organisation unabdingbar.“ Sein persönliches Ziel ist es, sich schnellstens mit den neuen Begebenheiten vertraut zu machen. Dennoch, so gibt er aber auch zu, dauere es einfach seine Zeit, sich die Namen zu merken oder zu wissen, zu welchem Verein oder welcher Familie sein Gegenüber gehöre.

Koller ist ein „Fürstenkind“, und daher ist es nicht verwunderlich, dass er auch in der evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe als Pastor arbeitet. Der 57-Jährige ist in Lindhorst aufgewachsen und in Stadthagen zur Schule gegangen. Nach dem Abitur reifte in ihm langsam der Wunsch, als Pfarrer auf der Kanzel zu stehen und eine Gemeinde seelsorgerisch zu betreuen. Das Theologiestudium absolvierte Koller im schönen Heidelberg. Er wurde 1984 ordiniert, und nach dem Vikariat übernahm er im Jahre 1985 eine Pastorenstelle in Steinhude. In dieser Position blieb er 17 Jahre, bis er schließlich in die Kirchengemeinde Steinbergen wechselte und hier bereits seit zehn Jahren hauptsächlich für Engern und Ahe zuständig ist.

Im Hause des Ehepaares Koller steht die Musik im Vordergrund. Magdalene Koller arbeitet nicht nur als Lehrerin in der Musikschule „Schaumburger Märchensänger“ in Bückeburg, sondern hat auch vor knapp zwei Jahren die Leitung des Gospelchores der Kirchengemeinde Bad Eilsen übernommen. Sie zeichnet damit verantwortlich für die ersten Kontakte in den Kurort. Auch Koller, der mit seiner Frau seit 31 Jahren verheiratet ist und mit ihr zwei erwachsene Söhne hat, betrachtet „Musik hören und spielen“ als sein größtes Hobby. Seine Liebe gilt der Gitarre und der Geige. So betreute er in 2011 das Weihnachtsmusical in Steinbergen und möchte auf jeden Fall in diesem Jahr mit von der Partie sein, wenn wieder ein Musical im Luhdener Gemeindezentrum aufgeführt wird. Reinhard Koller: „Es ist mir immer eine besondere Freude, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.“

Als nicht sehr glücklich bezeichnet Reinhard Koller die derzeitige Situation, dass momentan nicht zwei, sondern monatlich nur ein Gottesdienst im Gemeindezentrum in Luhden stattfindet. Er hoffe, demnächst den alten Zustand wieder herstellen zu können. Eventuelle Probleme sieht der neue Pastor in der Konfirmandenarbeit auf sich zukommen. Wenn, so Koller, sich aus den Gemeindebezirken Bad Eilsen und Luhden mehr als 30 Jugendliche für den Unterricht anmelden, müssten zwei Gruppen gebildet werden. Dann aber wisse er nicht, wie man die Situation zeitlich lösen könne, zumal er auch in Engern für die Konfirmation verantwortlich ist und natürlich diesen Bereich, der ihm ebenfalls sehr am Herzen liege, nicht vernachlässigen wolle.

Zieht Pastor Reinhard Koller ein kleines Fazit der Arbeit der vergangenen Wochen in Luhden, so hat er das Gefühl, „gut aufgenommen worden zu sein“. Auch er, so betonte er, werde all seine Kraft einsetzen, um seine „neu zu betreuenden Gemeindeglieder“ nicht zu enttäuschen. Natürlich könne er nicht „sofort“ Lutz Gräber ersetzen. Allerdings dürfe ferner nicht verkannt werden, dass ein neuer Pfarrer zum Wohl der Gemeinde neue Impulse setzen und andere positive Wege aufzeigen könne.

Wie auch die Landeskirche in zwölf, 13, 14 oder noch mehr Monaten entscheidet, ist völlig ungewiss. Fest steht aber bereits jetzt, dass eine der Pfarrstellen in Engern oder in Luhden aufgelöst wird. So kann es auch ohne Weiteres sein, dass Pastor Koller in Zukunft „unbefristet“ für die Luhdener zuständig wird.
Übrigens: Reinhard Koller will in seinem „neuen Arbeitsbereich“ keine festen Sprechstunden anbieten, erklärt aber, er sei jederzeit für die Gemeinde unter der Telefonnummer (0 57 51) 91 75 60 erreichbar, obwohl manchmal der Anrufbeantworter eingeschaltet sei. Wenn der Anrufer seine Telefonnummer hinterlasse, werde er, so verspricht Koller, umgehend zurückrufen. Der Pastor abschließend: „Auch wenn ich nicht ständig vor Ort sein kann, hoffe ich doch auf sehr gute Verbindungen.“

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