Bad Eilsen-Luhden (sig). Lutz Gräber war ein seelsorgerisches Markenzeichen für die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bad Eilsen-Luhden. 18 Jahre lang hatte er sich mit all seinen Fähigkeiten bei den unterschiedlichen Aufgaben eingebracht und wurde dafür mit viel menschlicher Zuneigung, Dankbarkeit und Offenheit belohnt.
„Natürlich bin auch ich nicht fehlerlos und möchte dafür um Entschuldigung bitten“, bekannte er vor dem Altar. Aber seine bisherige Lebensbilanz dürfte vor Gott Bestand haben. Eine besonders löbliche Eigenschaft ist, dass er sich selbst gar nicht gern im Mittelpunkt sieht. Diesmal konnte er es nicht vermeiden.
In seiner letzten Predigt als Seelsorger seiner Gemeinde sprach Gräber vom Heimweh, dass auch er zu diesem Zeitpunkt bereits spüre, obwohl er noch eine Zeit lang im Kirchenzentrum wohnen wird und offensichtlich gar nicht die Absicht hegt, Luhden als Wohnsitz aufzugeben.
Sein Heimweh bezieht sich wohl eher auf die engagierten Mitglieder seiner bisherigen Kirchengemeinde, mit denen er zusammenarbeitete und mit denen er ein überaus aktives Gemeindeleben aufgebaut hat. Einen besonderen Stellenwert besaß natürlich auch sein Einsatz für die beiden Kindertagesstätten „Sinai“ und „Emmaus“. Die „Ten Sing“-Gruppe, der „Teamer-Turm-Treff“, die Jugendlichen, die mit ihm Musicals und Theaterstücke einstudierten, die Konfirmanden und viele andere werden ihn vermissen.
Nicht fehlen wird ihm die Nähe zu Gott, die seinem Leben Sinn gibt, wie er bekannte. Auch aus den Worten von Superintendent Rinne war zu spüren, dass er das Ausscheiden von Gräber als einen herben Verlust ansieht. Er verfüge über viele kreative Fähigkeiten und sei immer nahe bei den ihm anvertrauten Menschen gewesen. Als Landesjugend- und Schulpastor am Bückeburger Gymnasium werde er aber weiterhin sein Engagement für die Jugend fortsetzen können, fügte Rinne hinzu.
Am Abschiedsgottesdienst wirkten der Posaunenchor, der Gemischte Chor Eilsen, der Gospelchor und die Organistin Annette Pflug-Herdrich mit. Beim anschließenden von 200 Menschen besuchten Empfang im Kursaal gab es noch einen musikalischen Auftritt von Jugendlichen unter der Leitung von Ingmar Everding und einen Gesangsbeitrag von Annette Pflug-Herdrich, die freimütig bekannte: „Ich werde Deine großartige Stimme und Deine Musikalität sehr vermissen.“ Zu den Laudatoren gehörte auch Samtgemeinde-Bürgermeister Bernd Schönemann, der gern an eine erfolgreiche Zusammenarbeit zurückdenkt und mit den Worten endete: „Schade, dass Du gehst!“ In dieses Bedauern stimmten Christel Bergmann für Bad Eilsen, Peter Zabold für Luhden, Rektor Joachim Preuß für die Grundschule Heeßen, der frühere Pastor Peter Fiebig und die Leiterinnen der beiden Kindertagesstätten, Renate Anderten und Heike Rehling, mit ein.
Kirchenvorsteher Dirk Hasse rundete das Gesamtlob mit der Feststellung ab: „Du hast aus dem Gemeindezentrum Luhden das Kompetenzzentrum Kirche gemacht.“
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