Luhden/Bückeburg. Mit dem Umzug Rippes haben die Liberalen in Eilsen ihren letzten Mandatsträger verloren – und die CDU/FDP-Gruppe im Samtgemeinderat hat aufgehört zu existieren.
„Ja, ich habe mein Studio in Luhden verkauft und bin nach Bückeburg gezogen“, berichtet Rippe auf Anfrage der Redaktion. Der Liberale: „Nur umgemeldet habe ich mich bislang noch nicht, das werde ich jetzt aber nachholen.“ Zu seinem Mandat im Samtgemeinderat war er Mitte April 2009 gekommen „wie die Jungfrau zum Kinde“, wie er selbst damals formulierte. Seinen CDU-Kollegen Willi Dreves hatte er gebeten, „in nächster Zeit auf mich aufzupassen, damit ich im Samtgemeinderat keinen Blödsinn mache“.
Die Chance, Blödsinn zu machen, hatte Rippe aus Mangel an Sitzungen gar nicht erst. Zum jüngsten Ratstreffen, als das Thema „Autohof“ in Luhden auf der Agenda stand und er offiziell verpflichtet werden sollte, ist der Luhdener nicht mehr erschienen – da war er nämlich schon Ex-Luhdener. „Der Sitzverlust muss jetzt nur noch offiziell festgestellt werden“, bestätigt Rüdiger Scheibe von der Kommunalaufsicht beim Landkreis Schaumburg.
Einen Nachrücker gibt’s nicht. „Die FDP“, erinnert Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann, „hatte im Zuge der Kommunalwahlen drei Leute benannt: Holger von Harpe, Fritz Rahe und Karl-Heinz Rippe“. Von Harpe hatte am 21. September 2006 gegenüber der Presse erklärt, auf sein Mandat im Samtgemeinderat zugunsten seines Kreistagssitzes zu verzichten. Für ihn zog Rahe als Newcomer in das Eilser Gremium ein. Von Harpe hatte bei der Kommunalwahl am 10. September 2006 für die FDP 138 Stimmen geholt, Rahe 53. Nach dem plötzlichen Tod Rahes war dann Rippe die letzte Karte der Liberalen in der Samtgemeinde. „Wenn es niemanden mehr gibt, der auf der Liste nachrücken kann, dann war es das“, sagt auch Scheibe.
Entsprechend traurig ist Brigitte Bödeker. Die Chefin des FDP-Ortsverbands Bückeburg/Obernkirchen/Bad Eilsen: „Natürlich können wir nicht erwarten, dass Herr Rippe seine persönlichen Interessen hinten anstellt.“ Für die Kommunalwahl 2011 will Bödeker einen neuen Kandidaten suchen – „auch wenn das sehr schwer werden wird“.
„Wir haben uns nicht genügend bemüht, das abzuwenden. Das hätte nicht passieren müssen. Karl-Heinz Rippe waren wohl die Konsequenzen seines Tuns nicht bewusst. Ich bedaure das sehr“, kommentiert Willi Dreves (CDU) den überraschenden Verlust seines Gruppenpartners.
An den Mehrheitsverhältnissen im Samtgemeinderat ändert der Wegzug Rippes nicht zwingend etwas. Mit dem Zerbrechen der CDU/FDP-Gruppe müssen sich die Christdemokraten zwar auf ihre eigenen Kräfte verlassen und ziehen insofern mit der SPD gleich. Beide Fraktionen zählen acht Köpfe, womit rechnerisch ein Patt herrscht. Aber der parteilose Samtgemeindebürgermeister Schönemann ist zwar an sich unabhängig, wurde damals aber von der CDU als Kandidat protegiert – und gilt weit mehr als „schwarz“ denn als „rot“. Gleiches wird Gerhard Hasse nachgesagt, der als Einzelmitglied Sitz und Stimme im Eilser Rat hat. tw
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