Luhden (kk). „Alter Garten“? Die Bezeichnung ist zumindest vielen älteren Luhdenern noch geläufig – leitet sie sich doch von einer alten Flurbezeichnung ab. Besser bekannt ist das Areal aber unter dem Namen „Schinkenkruse“. Wie ausführlich berichtet hatte der Luhdener Unternehmer Frank Bahr Grundstück und Gebäude der ehemaligen Traditionsgaststätte im Rahmen eines Zwangsversteigerungsverfahrens erworben. Er plant dort den Bau eines Wohnparks, der auf die ältere Generation („Fünfzig plus“) zugeschnitten wird.
Das Projekt wurde nach der Vorstellung erster Ideenskizzen und Kontakten zu den Genehmigungsbehörden inzwischen deutlich abgespeckt. Dem Rat lag jetzt ein Entwurf vor, der zwölf bis 14 Wohneinheiten vorsieht – und der wohl auch genehmigungsfähig erscheint. Doch zunächst müssen erst einmal die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden – und dafür stellte der Rat nun erste Weichen.
Das Mittel des Vorhaben- und Erschließungsplanes wurde gewählt, da es sich nicht um ein „normales“ Baugebiet handelt, das langsam mit individuell geplanten Häusern vollläuft, sondern um ein abgeschlossenes, komplett durchgeplantes Projekt aus einer Hand. Die Verfahrenskosten können so ganz oder teilweise auf den Initiator übertragen werden. Neben der baurechtlichen Planung in Luhden ist auf Samtgemeindeebene eine Änderung des Flächennutzungsplanes erforderlich.
Wie Planer Matthias Reinold ausführte, sollen die bestehenden Zufahrten genutzt werden, um das neue Wohngebiet zu erreichen. Er geht davon aus, dass die Verkehrsbelastung deutlich geringer ausfällt als zu Spitzenzeiten der gastronomischen Nutzung. Mit einem internen Wegenetz werden ungefähr zwölf kleine Einzel- oder Doppelhäuser erschlossen. Genutzt werden soll nur der Bereich, der jetzt schon „baulich geprägt“ sei. Die Häuser sollen auf einer Ebene barrierefreies Wohnen für Singles und Paare auf höchstens 80 Quadratmetern ermöglichen. Dabei soll besonders energieeffizient gebaut werden.
Den Reiz des Projektes macht sicherlich seine landschaftlich schöne Lage mit Fernblick und Waldnähe aus. Niedrige Silhouetten und aufgelockerte Bauweise sollen dafür sorgen, dass der Eingriff ins Landschaftsbild minimiert wird. Als Ausgleichsfläche wird auf dem gleichen Gelände eine große Streuobstwiese angelegt. Der Charakter der ehemaligen Hofstelle soll insgesamt erhalten bleiben, im früheren Stall sollen Kleintiere gehalten werden. Matthias Reinold: „Das Projekt lebt aus der Landschaft heraus.“ Der Bereich sei landschaftlich sehr reizvoll – und das solle auch in Zukunft so bleiben.
Ohne weitere Diskussion nahm der Rat das Planungskonzept „zustimmend zur Kenntnis“, beschloss die Aufstellung eines Vorhaben- und Erschließungsplanes und die Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Fraktionen hatten zuvor das Thema bereits ausführlich diskutiert, auch der Verwaltungsausschuss hatte zugestimmt.
Erst in der Bürgerfragestunde wurde noch ein „Knackpunkt“ deutlich: Was geschieht mit dem beliebten Wanderweg, der über das Gelände führt. Da müsse man die weitere Entwicklung abwarten, erläuterten Bürgermeister Thomas Beckmann und Gemeindedirektor Andreas Kunde. Eigentümer Frank Bahr habe aber Entgegenkommen signalisiert – auch wenn es sich um Privatgrund handele und es kein eingetragenes Wegerecht gebe.
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