Luhden (sig). Auch für eine weitere kommissarische Lösung stand niemand mehr zur Verfügung. So entschloss sich die Mehrheit auf der letzten Mitgliederversammlung für das endgültige Aus. Ein Aus, das bei der sinkenden Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement noch manchem anderen Verein drohen kann.
Zum notwendigen Schlussstrich gehörte auch die Entscheidung über die Verwendung des restlichen Vereinsvermögens. Davon wird noch eine rustikale Bank für die Luhdener Sportanlage angeschafft. Der Rest soll zu gleichen Teilen zur Förderung der Jugendarbeit an zwei Gruppen gehen. „Das soll aber eine Überraschung sein, deshalb wollen wir die Namen im Vorfeld nicht nennen“, erklärte Bürgermeister Thomas Beckmann unserer Zeitung. Damit ist eine Gemeinschaft beendet worden, die bei ihrer Gründung das Ziel verfolgte, Autofreunden sportliche und gesellschaftliche Aktivitäten anzubieten.
Die Gründungsväter der MSL waren Johannes Schlaghecke, Heino Steinmeier und Karl-Heinz Voigt. Das erste Treffen gab es am 11. September 1976 zu fast mitternächtlicher Stunde in der Gaststätte „Zur Erholung“. Dort traf man sich gegen 23 Uhr im Anschluss an das Bad Eilser Lichterfest und hob die Vereinigung der Motorsportfreunde Luhden aus der Taufe. Die ersten Vorstandssprecher waren Heino Steinmeier, Johannes Schlaghecke und Karl-Heinz Ahldag. Schriftführerin und Schatzmeisterin wurde in Personalunion Brigitte Büscher, ihrer Stellvertreterin Judith Schlaghecke.
Und das waren die weiteren Frauen und Männer der ersten Stunde: Gabi und Reinhard Beckmann, Christel Steinmeier, Hartmut Büscher, Manfred Geweke, Hanne und Peter Hansen, Karl-Heinz Heise, Helmut Thies, Gerhard Wolf, Hans-Joachim Abel und Klaus Peter Krause.
In den ersten Jahren traf man sich monatlich zu einem gemütlichen Abend. Dabei wurde der vereinbarte Monatsbeitrag von zwei Euro entrichtet. Neben diesen regelmäßigen Zusammenkünften gab es auch eine Reihe motorsportlicher Aktionen. Im Jahre 1979 wurde der erste Auto-Slalom auf dem Gelände der damaligen Maschinenfabrik Nottmeyer ausgetragen. 19 Teilnehmer, darunter acht Frauen, starteten auf der mit 15 Toren bestückten Strecke.
Ein Jahr später folgte die erste Orientierungsfahrt der MSL durch das Schaumburger Land und das anschließende Extertal.
Dabei mussten mehrere Sonderprüfungen abgelegt und 25 Objekte anhand von Fotos erkannt sowie exakt in den Streckenplan eingezeichnet werden. Daneben traf man sich zu Karnevalsfeiern sowie Wochenendfahrten, zu Ausflügen in den Harz, Fahrten nach Berlin, Planwagentouren und einem Ostfriesenabitur.
Über viele Jahre hinweg beteiligten sich die Motorsportfreunde auch am Vergleichsschießen der örtlichen Vereine und Gemeinschaften sowie am Boulen.
Beim 25-jährigen Bestehen war Thomas Beckmann amtierender Vorstandssprecher. Erstaunliche Entwicklung: Die 80 Mitglieder mussten auch zu diesem Zeitpunkt immer noch die gleichen Beiträge bezahlen wie bei der Gründung des Zusammenschlusses.
Im Jahre 2010 war der aus Michael Schneider, Dirk Vogt und Thomas Beckmann bestehende Vorstand nicht mehr zur Wiederwahl angetreten. Auch in der darauf folgenden Phase der kommissarischen Führung gab es keine personelle Alternative. So blieb als einziger Schritt die jetzt vollzogene Auflösung.
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