Eilsen (tw). Damit steht dem Zusammenschluss von Rot-Grün, der im Samtgemeinderat auf neun Stimmen kommt, ein ebenso starkes CDU-WIB-Hasse-Bündnis gegenüber. Was rein rechnerisch nach einem Patt aussieht, ist indes keines. Denn auch Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann hat Sitz und Stimme im Eilser Parlament – und der wurde weiland auf Fahrkarte der CDU Rathauschef. Damit ergibt sich unterm Strich ein 10:9 für das von Schwarz dominierte Lager. Allerdings: Anders als bei der SPD und Hoffmann gilt die Koalition der CDU mit Hasse für den Gemeinderat Heeßen ausdrücklich nicht.
Hasse selbst weilt derzeit noch im Urlaub, kommt erst am Sonntag zurück. Ergo sollte die Allianz mit den Christdemokraten und der WiB erst am Montag publik werden; dann nämlich trifft sich der Eilser Rat im „Schulz“ im Haus des Gastes zu seiner konstituierenden Sitzung. Doch es kam anders.
„Anders als die SPD zu Herrn Hoffmann, haben wir zu Herrn Hasse nicht gleich direkt im Anschluss an die Kommunalwahl vom 11. September Kontakt aufgenommen“, sagt Söhlke und ergänzt: „Der Unsrige rührt erst von Anfang Oktober.“ Nach dem Erstkontakt indes sei alles vergleichsweise flink gegangen. Hasse, der auch Ratsherr in Heeßen ist, habe sich lediglich zwei Tage Bedenkzeit ausgebeten, dann habe er zugesagt.
Nein, schockiert, sagt Söhlke, sei sie nicht gewesen, als sie vom jüngsten Schachzug der Genossen erfahren hatte, mit Heinz-Hardy Hoffmann zusammen eine Gruppe bilden zu wollen. Denn der Flirt der Christdemokarten mit dem Einzelkämpfer Hasse war viel älter, begann schon zu einer Zeit, als an einen Grünen im Samtgemeinderat noch niemand dachte. „Wir wissen aus Erfahrung, dass Herr Hasse kompetent ist und an der Sache orientiert arbeitet.“ Daher habe sie ihm schon in der zurückliegenden Ratsperiode den Vorschlag gemacht, an den Sitzungen der CDU-Fraktion teilzunehmen. „Das“, resümiert Söhlke, „ist dann auch sporadisch geschehen.“
Für Cord-Heinrich Möhle, Chef des CDU-Samtgemeindeverbandes, ist die Koalition mit dem Heeßer ebenfalls „nur konsequent“. „Denn“, so Möhle, „wir haben mit Herrn Hasse schon in den zurückliegenden Jahren gut zusammengearbeitet, stimmen auch inhaltlich völlig überein.“
Was für den Einzelkämpfer, der vor der Wahl keine Koalitionsaussage gemacht hatte, den Ausschlag für die Allianz gegeben haben dürfte: Ohne die neue Verbindung hätte er nur einen einzigen Ausschusssitz im Samtgemeinderat bekleiden können, und das noch ohne Stimmrecht. Nun sollen es derer drei werden. „Wir haben Herrn Hasse den Bau-, den Finanz- und den Schulausschuss angeboten“, berichtet Söhlke. Das habe auch den eigenen Wünschen des künftigen Partners entsprochen.
Blickt man auf den Bund, den die SPD mit Hoffmann geschlossen hat und vergleicht, werden gegenüber der Allianz der CDU mit Hasse Unterschiede offenbar: So gibt es im mehrheitlich schwarzen Lager allem voran keinen ausformulierten Gruppenvertrag, wurde wenig bis nichts verschriftlicht. „Zwischen uns läuft die Zusammenarbeit nach dem guten alten Handschlag-Prinzip und damit auf Treu und Glauben“, betont Söhlke.
Praktisch bedeutet das, dass es wie in der CDU so auch innerhalb der Gruppe keinen (Fraktions-) Zwang gebe; jeder dürfe seine eigene Meinung haben und auch öffentlich äußern. „Alles andere“, ist sich Söhlke sicher, „würde auch gar nicht zu Gerhard Hasse passen.“
Zur Erinnerung: Hasse hatte bei der jüngsten Kommunalwahl als Einzelbewerber in der Samtgemeinde 266 Stimmen geholt; das sind etwa gleich viele wie Hoffmann, der als Grüner aus dem Stand weg auf 276 Stimmen kam.
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