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Ahnsen Ahnsen tritt Planungshoheit an den Landkreis ab
Schaumburg Eilsen Ahnsen Ahnsen tritt Planungshoheit an den Landkreis ab
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18:44 26.07.2011
Der Rückstau an der Stapelbrücke soll durch einen Neubau verhindert werden. © kk
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Ahnsen (kk). Den Kritikern geht dieses Entgegenkommen aber längst nicht weit genug – entsprechend hart gingen sie mit den Ratsmitgliedern ins Gericht. „Ihr habt Euch kaufen lassen“ oder „Ihr habt Euch nicht genug gewehrt“ waren nur einige Vorwürfe. Die Befürworter einer pragmatischen Einigung mit dem Landkreis sind dagegen der Auffassung, dass für die Gemeinde viel, wenn auch nicht das Optimum, herausgeholt wurde.

Die Vereinbarung mit dem Kreis sieht Folgendes vor:

• Der Kreis kauft von der Gemeinde den Weg „Auf dem Stapel“, über den die Klinik angebunden wird.
• Der Anschluss dieses Weges (dann Kreisstraße 73n) an die Kreisstraße 11 in Röhrkasten erfolgt mit einem Kreisverkehr. Die Befürworter dieser Lösung erwarten eine Verlangsamung des Verkehrsflusses und mehr Sicherheit. Die Kritiker sind der Meinung, das Ganze bringe für Ahnsen überhaupt nichts.
• Der Landkreis baut die „Stapelbrücke“ am Weg An der Aue mit größerer Spannweite ohne Mittelpfeiler als Brücke für Radfahrer und Fußgänger neu. So soll der Rückstau bei Hochwasser entschärft werden. Für die Kritiker handelt es sich bei dieser Planung um eine „Sparversion“. Außerdem müsse der Weg tiefer gelegt werden.
• Der Landkreis finanziert die Straßenplanung zum Ausbau der Ortsdurchfahrt im Zuge der maroden Landesstraße 451 (Friedrich-Ebert-Straße/Vehler Straße) vor, um das seit Jahrzehnten geforderte Projekt zu beschleunigen. Einwand der Kritiker: Die Maßnahme hätte sowieso ergriffen werden müssen, um eine sichere Erschließung der Klinik zu ermöglichen.
• Außerdem will Landrat Jörg Farr prüfen lassen, wie der Baustellenverkehr mit möglichst wenig Belastungen für Ahnsen geführt werden kann. Dazu gehöre auch eine „Ertüchtigung“ der Landesstraße. Außerdem werde geklärt, wie die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer erhöht werden kann. Die Kritiker: viel zu schwammig und unverbindlich.

Frustriert sind die Klinikgegner, weil Kernforderungen, die ein Ausschuss aus Ratsmitgliedern und Bürgern erarbeitet hatte, nicht durchzusetzen waren. Dazu gehören ein Kreisel statt der bestehenden Ampelkreuzung an der Einmündung Krainhäger Straße, ein Ausbau der L451 mit Radweg und Lärmschutzmaßnahmen entlang der neuen Kreisstraße zum Klinikum.

Kreisbaudezernent Fritz Klebe sagte, für umfassenden Lärmschutz seien die zu erwartenden Belastungen deutlich zu gering. Tempo 70 auf der neuen Straße werde dazu beitragen, den Lärm in Grenzen zu halten. Klebe versuchte noch einmal, den Ahnsenern ihre Ängste vor steigender Hochwassergefahr zu nehmen.

Brückenbauwerke und Durchlässe der neuen Straße seien großzügig dimensioniert. Auch das Radwegenetz werde weitergeplant und komplettiert.

Dennoch sitzt der Frust bei manchen Ahnsenern tief. Das wurde an Fragen und Kritik deutlich, die eigentlich gar nichts mit der neuen Klinik zu tun haben. Rückstaus im Schmutzwasserkanal und hohe Geschwindigkeiten auf den Hauptstraßen gehören dazu. Sie fühlen sich vom Rat mit ihren Sorgen und Nöten einfach nicht ernst genommen. Das wurde besonders deutlich, als es um die Behandlung der neun Einwände von Bürgern gegen den Bauleitplan ging. Die waren nämlich routinemäßig zur Stellungnahme an die Planer weitergeleitet, im Rat aber nicht im Einzelnen diskutiert worden. Eine Zuhörerin empört: „Ihr könnt doch hier nicht die Hand heben, wenn Ihr unsere Ängste nicht kennt.“

Diesen Eindruck versuchten die Ratsherren Klaus Hartmann und Dieter Gutzeit gerade zu rücken. In vielen Beratungen habe man bis spät in die Nacht diskutiert und gestritten, um das Beste für Ahnsen herauszuholen – und nun müsse man sich dafür beschimpfen lassen.

Klinikgegner hätten es am liebten gesehen, wenn der Rat das (eigene) Bauleitverfahren möglichst lange hinausgezögert hätte – bis die Neubaupläne möglicherweise im Sande verlaufen wären. Doch das war mit der Ratsmehrheit nicht zu machen. Immer wieder klang nämlich an, dass der Kreis das Verfahren auch ohne Zugeständnisse hätte an sich ziehen können.

Der Voltigierverein Centaurus hat mit Frank Friese einen neuen Vorsitzenden, der mit Engagement die Führung des aufstrebenden Vereins übernommen hat. „Meine Mädchen decken ein breites Spektrum an Aktivitäten im Reitsport, aber auch auf verschiedenen anderen Feldern ab“, betonte er im Gespräch mit unserer Redaktion.

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