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„Das Motto hieß: Retten, was zu retten ist“

Ahnsen / Spurensuche „Das Motto hieß: Retten, was zu retten ist“

„Das Motto hieß: ,Retten, was zu retten ist’“, sagt Dr. Karl-Heinz Oelkers. Jetzt, zwei Jahre nach Beginn der Aktion, hält der „Spurensucher“ der Schaumburger Landschaft die Ergebnisse in den Händen: zwei DVDs randvoll mit Filmsequenzen, die ein in seiner bodenständigen Form und regionalen Vielfalt vom Aussterben bedrohtes Kulturgut für die Nachwelt bewahren sollen – das Schaumburger Platt.

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Originelles Lebensbild auf einem der beiden Silberlinge: „In der Schule“ – Friedrich Riechmann versucht den Pennälern Felix und Niels in Haste Hochdeutsch beizubringen.

Quelle: tw

Ahnsen. Ahnsen (tw). „Herr Oelkers und seine Frau Ute sind den Menschen mit der Filmkamera und dem Mikrofon auf den Leib gerückt“, berichtet Dieter Gutzeit jetzt bei der Vorstellung der beiden Silberlinge in Ahnsen; er selbst zeichnet dabei für Zusammenstellung, Schnitt und Produktion verantwortlich. Festgehalten hat das Duo bei seinen Besuchen in Schulen, Werkstätten, Bauernhöfen und Gärten, angesiedelt zwischen „A“ wie Auetal und „W“ wie Wölpinghausen am Ende 22 Lebensbilder in Bild und Ton; die Kurzfilme haben jeweils eine Laufzeit zwischen zwei und fünf Minuten und können auf jedem Computer und – fast – jedem DVD-Spieler wiedergegeben werden. Die Gesamtkaufzeit beträgt laut Gutzeit etwa 90 Minuten; die Hintergrundgrafik auf DVD und Cover stammt dabei aus der Feder der Rintelnerin Elke Reineking.

 „Wenn es heißt: Der Ton macht die Musik, so gilt das ganz besonders beim Platt“, weiß Oelkers. Der promovierte Heimatfreund hat seine an dem Projekt Mitwirkenden fast ausschließlich durch Mundpropaganda gefunden; sie alle sprechen das Platt noch von Kindesbeinen an. Gewollt ist von den Spurensuchern zweierlei: Zum einen möchten sie einem größeren Kreis von Menschen die Möglichkeit erschließen, „Ausdruckskraft, Klang und Harmonie des Schaumburger Platts zu erleben“, wie der Wissenschaftler sagt. Zum anderen wollen sie späteren Sprachforschern ein Dokument hinterlassen.

 „Mein Lieblingsstück auf den DVDs heißt ,In der Schule’. Dabei versucht der pensionierte Gymnasiallehrer Friedrich Riechmann den Pennälern Felix und Niels in Haste Hochdeutsch beizubringen – köstlich und zum Schmunzeln“, schwärmt Gutzeit.

 Nicht weniger originell sind zwei weitere Filmsequenzen, die der Ahnser als eine Art Appetithäppchen beim Internet-Videoportal „youtube“ eingestellt hat. Die Erste heißt „Beim 19. Infanterieregiment“: Dabei exerzieren Joachim Sölter, Jan Bartling und Frank Grabitz, gekleidet in Soldatenuniformen des 18. Jahrhunderts, in einer Schneenacht bei Fackelschein in Wölpinghausen.

 In der anderen und etwas kürzeren Filmsequenz, ebenfalls bei youtube zu sehen, singt der Kinderchor der Kirchengemeinde Pollhagen. „Platt“ ist im einen wie im anderen Fall nur die verbindende Sprache; die Auftritte rühren und begeistern. Wer selbst in den Genuss der zwei Sequenzen kommen will, muss nur die Internetseite www.youtube.com aufrufen und in das weiße Suchfeld neben der Lupe „Schaumburger Platt“ eingeben; dann stößt er auf die beiden Kostproben.

 Oelkers: „Wir haben zunächst 100 Doppel-DVDs gebrannt, verkaufen Sie für jeweils zehn Euro.“ Der Preis sei nur deshalb so günstig, weil die Klosterkammer Hannover die Produktion mit 50 Prozent der Kosten bezuschusse. Ist der Bedarf größer als 100, wird nachgelegt. Zu haben sind die Silberlinge bei der Schaumburger Landschaft, Schlossplatz 5, in Bückeburg, der gemeinsamen Geschäftsstelle der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung und der Schaumburger Nachrichten, Lange Straße 20, Bückeburg, der Schaumburger Zeitung, Klosterstraße 32/33 in Rinteln und in den aktuellen Ausstellungen der Spurensuche.

 Hintergrund: Die Initiativ-Gruppe der Spurensucher besteht ausschließlich aus in die „Schaumburger Landschaft“ eingebundenen Ehrenamtlichen, die im Landkreis Schaumburg für die Kultur zuständig sind; derzeit gibt es etwa 120 Mitwirkende. Die Spurensucher decken dabei den Bereich der sogenannten kleinen Kulturgüter ab; die entsprechenden Arbeiten laufen seit mehr als zehn Jahren.

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