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„Das ist eine ganz linke Tour, die da abgezogen wird“

Ahnsen / Großklinikum „Das ist eine ganz linke Tour, die da abgezogen wird“

Um den geplanten Bau des Großklinikums in der Vehlener Feldmark zu verhindern, will sich der Verein Landschaftsschutz Schaumburg demnächst breiter aufstellen.

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Noch markieren in der Feldmark nur vereinzelte Erdhaufen aus archäologischen Grabungen den Platz, auf dem das Klinikum gebaut werden soll.

Quelle: wk

Ahnsen. Darauf haben sich dessen Mitglieder bei der Jahresversammlung in der Gaststätte „Zum Landhaus“ in Ahnsen verständigt.

 Anstoß dafür hatte unter anderem eine Anmerkung von Sabine Gallus-Vogt gegeben, die berichtet hatte, dass sie aufgrund von Gesprächen mit anderen Menschen den Eindruck gewonnen habe, dass man mitunter lediglich als ein „Verein von Kröten sammelnden Spinnern, die mal wieder gegen die Wirtschaft sind“, wahrgenommen werde. Dass dem Verein der Erhalt der Feldmark wichtig sei, verfange dagegen nicht. Insofern empfahl sie, auf die Suche nach solchen Argumenten zu gehen, die „plakativer“ seien als das Motiv Landschaftsschutz und mit denen man eine größere Öffentlichkeit überzeugen könne. Da sei das Thema Arbeitsplätze: Angesichts überall herrschenden Kostendrucks sei es kaum anzunehmen, dass die drei Klinikstandorte Bückeburg, Rinteln und Stadthagen zusammengelegt werden, ohne dass es zu einem Stellenabbau kommt.

 Ziehen müssten solche Argumente nach Meinung von Sabine Gallus-Vogt allein schon wegen der schwierigen wirtschaftlichen Situation Obernkirchens: „Denn Obernkirchen ist tot – toter geht es nicht“, betonte sie.

 „Das ist genau richtig, was Sie sagen“, pflichtete Dietrich Steinmann bei, gab aber zu bedenken, dass es innerhalb der Bevölkerung viele Leute gebe, die alles glaubten, was ihnen an positiven Effekten im Zusammenhang mit dem Klinikneubau versprochen werde. Exemplarisch verwies er auf angeblich höhere Grundsteuern, die der Kommune durch die Bebauung der Acker- respektive Wiesenflächen zugute kommen würden, zu denen es in Wahrheit aber deshalb nicht komme, da mit Krankenhäusern bebaute Grundstücke steuerfrei seien.

 Thomas Knickmeier, der „Koordinator“ des Vereins, bezog beim Thema Wirtschaft auch die Kreisstadt mit ein, die bereits den Weggang der beiden dort früher ansässigen großen Unternehmen Alcatel und Otis habe verkraften müssen: „Was hat Stadthagen denn noch?“, stellte er die Frage in den Raum, um gleich darauf festzustellen: „Stadthagen ist auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit, wie es Obernkirchen heute schon ist.“ Ein Mittelzentrum ohne Kreiskrankenhaus – das gehe jedenfalls nicht.

 Einen weiteren Knackpunkt, was den Standort in der Vehlener Feldmark betrifft, hatte Georg Kütemeier ausgemacht: den im Zuge des Klinikum-Neubaus ebenfalls geplanten Bau eines als Löschteich dienenden, umzäunten Regenrückhaltebeckens. Dieses Regenrückhaltebecken sei bislang jedoch „nie in irgendwelchen Planungsverfahren mit drin, da es im Landschaftsschutzgebiet platziert werden soll“, erklärte er. Dennoch sei dieses Vorhaben bereits öffentlich ausgeschrieben worden. Und das, obwohl einer Pferdehalterin vor Jahren der Bau eines Unterstandes für ihr Pferd in der Feldmark mit der Begründung „Landschaftsschutzgebiet“ versagt worden sei. Warum sei dies aber möglich, wenn ein öffentliches Interesse vorgeschoben werde?, monierte Kütemeier. „Irgendwo muss da ja mal eine Grenze sein.“ „Das ist eine ganz linke Tour, die da abgezogen wird“, resümierte Steinmann.

 Knickmeier beantragte schließlich noch, den gemeinnützigen Verein Landschaftsschutz Schaumburg beim Umweltbundesamt als Naturschutzverband anerkennen zu lassen, da dies die Bedeutung der – aktuell 25 Mitglieder zählenden Vereinigung – in der öffentlichen Wahrnehmung erhöhen würde. Einstimmig votierten die Vereinsmitglieder dafür, die erforderlichen Maßnahmen in die Wege zu leiten.

 Der Vereinsvorsitzende Gerhard Kirchner regte zudem an, demnächst wieder eine Informationsveranstaltung am Standort des Klinikneubaus auszurichten, um interessierten Bürgern die ablehnenden Standpunkte des Vereins zu erläutern. Ferner erinnerte er daran, dass man auch weiterhin auf die Unterstützung in Form von Spenden seitens der Bevölkerung angewiesen sei, um etwa die Kosten für die durch eine beauftragte Rechtsanwaltskanzlei eingereichte Klage gegen das Planfeststellungsverfahren bezüglich der Kreisstraße 73 und die Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan sowie etwaige weitere Maßnahmen finanzieren zu können. wk

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