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„Doch noch nicht ganz vergessen“

Ahnsen / Ehrenbürgermeister „Doch noch nicht ganz vergessen“

Mit der Politik hat er endgültig abgeschlossen, auch wenn er täglich Zeitungen liest, Fernsehnachrichten verfolgt oder auch politische Sendungen im Radio hört.

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Bürgermeister Klaus Hartmann (v.l.), Ehrenbürgermeister Heinz Grabbe und SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Faulhaber (von links) während der Geburtstagsfeier.

Quelle: möh

Ahnsen. Die Rede ist von Heinz Grabbe, dem Ehrenbürgermeister der Gemeinde Ahnsen und ein Urgestein der Sozialdemokratie im Landkreis, der jetzt sein 75. Lebensjahr vollendete.

 Kein Wunder, dass an diesem Ehrentag die Besucher sich die Klinke an der Schulstraße in die Hand gaben, um „unserem“ Heinz zu gratulieren und ihm für die Zukunft alles Gute zu wünschen. Aber auch das Telefon stand an diesem Tag nicht still, denn die Freunde, Bekannten und politischen Weggefährten, die keine Zeit fanden, kurz selbst vorbeizuschauen, bimmelten an, um dem Jubilar ihre Glückwünsche auszusprechen.

Heinz Grabbe hatte, als er nach 46 Jahren als Bürgermeister abtrat und gleichzeitig zum Ehrenbürgermeister ernannt wurde, erklärt: „Meine Zeit ist vorbei, lassen wir es dabei.“ Umso erfreuter zeigte er sich jetzt über die vielen Gratulationen, denn sie führen ihm klar vor Augen: „Ich bin doch noch nicht ganz vergessen.“

 Der Jubilar war nicht nur insgesamt 48 Jahre Mitglied im Gemeinderat, sondern von 1974 bis 2011 auch Abgeordneter im Samtgemeinderat und davon wiederum viele Jahre Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten sowie von 1996 bis 2001 sogar Bürgermeister. Zudem verfügte Grabbe jahrzehntelang über ein Mandat im Kreistag. Allerdings hatte „seine“ Gemeinde immer Vorrang. In all den Jahren seiner politischen Arbeit galt Grabbe als ein Mann des Ausgleichs, der nie einseitig die Ziele seiner Partei, sondern über alle Grenzen hinweg immer das Wohl der Bevölkerung im Auge hatte.

 Grabbe verwirklichte nicht nur attraktive Baugebiete, sondern auch den Bau des Sportzentrums rund um das Dorfgemeinschaftshaus, das Ehrenmal am Waldrand und den kleinen Park im Dorfmittelpunkt. Weiter sorgte „unser Heinz“, wie er trotz seines politischen Ruhestandes allgemein immer noch genannt wird, für den Hochwasserschutz an der Aue und legte als Bürgermeister immer ausgeglichene Haushalte vor. Allerdings, und das wurmt ihn noch heute, konnte er trotz seines enormen Einsatzes ein Projekt nicht verwirklichen – den Ausbau der L451.

 In die Tagespolitik der Gemeinde, der Samtgemeinde oder auch des Landkreises mischt sich der Jubilar nicht mehr aktiv ein, auch wenn ihm manchmal danach ist. Wenn allerdings seine Erfahrungen gewünscht werden, steht er als Ratgeber weiterhin zur Verfügung, was der jetzige Bürgermeister Klaus Hartmann auch zu schätzen weiß, wie er auf Grabbes Geburtstag betonte.

Rückblickend auf sein bisherigen Leben erklärt Grabbe, dass er es nicht bedauere, sich politisch derart engagiert zu haben. Sollte er wider Erwarten noch einmal als junger Mann auf die Welt kommen, würde er sich erneut kommunalpolitisch betätigen. Allerdings mit Abstrichen, denn er würde sicherlich auf die eine oder auch andere Funktion verzichten.

 Unter Langeweile leidet Heinz Grabbe aber nicht. Schließlich hat er jetzt mehr Zeit, um mit seiner Ehefrau Inge, mit der er übrigens 56 Jahre verheiratet ist und die ihn immer und überall bei seinen vielfältigen Aufgaben unterstützt hat, Urlaub auf seiner Lieblingsinsel Amrum zu verbringen. Außerdem wird der Jubilar von vier Enkelkindern und seit ein paar Monaten von einem Urenkel gefordert.

 Übrigens: Grabbe bedauert, dass es in Zukunft den Politiker „alter Schule“, der mit Freude Plakate klebe und Basisarbeit betreibe, nicht mehr geben werde. Viele junge Politiker aller Parteien wollten gleich „oben beginnen“ und sich nicht mehr von unten nach oben qualifizieren müssen. möh

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