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„Es sind harte Worte gefallen“

Bürgermeisterwahl „Es sind harte Worte gefallen“

Dass es bei der konstituierenden Sitzung des Ahnser Gemeinderates durchweg harmonisch zugehen wird, damit ist diesmal eher nicht zu rechnen. Vielmehr steht zu erwarten, dass dort die Fetzen fliegen, wenn es darum geht, den neuen Bürgermeister des Ortes zu wählen. Denn in diesem Punkt fühlen sich die Christdemokraten von den Sozialdemokraten massiv vorgeführt.

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Symbolbild

Quelle: r

Ahnsen. Vor der Kommunalwahl vom 11. September hatte die von Wolfgang Faulhaber geführte örtliche SPD-Fraktion nämlich noch erklärt, keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten zu haben. Doch inzwischen ist bekannt geworden, dass die Genossen ihren Parteikollegen Harald Niemann ins Rennen schicken werden, der bei der Gemeinderatswahl allerdings nur 49 Wählerstimmen erhalten hat.

„Aufgrund meiner weitaus größten Stimmenzahl von 232 Stimmen und meiner langjährigen Erfahrung waren eigentlich die Weichen gestellt, dass man mich zum Bürgermeister wählen würde“, kommentiert Dieter Gutzeit, der Spitzenkandidat der CDU-Fraktion die Situation. Dies sei auch bei vielen Bürgern in Ahnsen sowie im politischen Umfeld „ziemlich klar“ gewesen. Doch als dann durch eine Indiskretion im engen Kreise der Sozialdemokraten bekannt geworden sei, dass sich bei der SPD-Fraktion doch noch ein Kandidat gefunden habe, der bei der Bürgermeisterwahl kandidieren wolle, sei dies durchaus eine Überraschung gewesen.

SPD-Fraktion kann Bürgermeister bestimmen

Das Problem für die Christdemokraten: „Da die SPD-Fraktion sechs Sitze und die CDU-Fraktion nur fünf Sitze im Ahnsener Gemeinderat hat, kann die SPD mit ihrer Mehrheit den Bürgermeister bestimmen“, erklärt Gutzeit und betont: „Wenn das so kommt, werden wir das natürlich demokratisch akzeptieren – obwohl wir es für falsch halten, dass ein Neuling ohne Erfahrung aus parteitaktischen Gründen zum Bürgermeister gemacht wird.“ Und daher werde die CDU-Fraktion jedenfalls ihn als Gegenkandidaten aufstellen, kündigt Gutzeit an.

Sollte Gutzeit in geheimer Wahl bei der Kampfabstimmung über die Besetzung des Bürgermeister-Postens eine Niederlage einfahren, könnte er sich immerhin noch für das Amt des Vize-Bürgermeisters bewerben. Daran knüpft er allerdings eine Bedingung.

„Wenn angeboten wird, dass der Stellvertreter aus CDU-Reihen kommen soll, werden wir nur mitmachen, wenn die SPD das von uns gewünschte klare Signal gibt, dass in der folgenden Legislaturperiode die beiden Fraktionen eng zusammenarbeiten“, so Gutzeit. Denn vor allem durch die geplante Sanierung der durch Ahnsen führenden L451 und andere wichtige Projekte werde „eine Menge Arbeit auf uns zukommen, die wir nur gemeinsam bewältigen können“. Dabei müsse der gesamte Rat eingebunden und informiert sein. Und das wiederum gehe nur mit regelmäßigen gemeinsamen Fraktionssitzungen, wie es schon in den beiden vergangenen Perioden erfolgreich praktiziert worden sei.

"Ausschüsse sind überflüssig"

„Ausschüsse sind dabei überflüssig und werden von uns nicht akzeptiert“, betont Gutzeit. „Sollte das abgelehnt werden, müssen wir annehmen, dass einige Mitglieder der SPD-Fraktion an einer Zusammenarbeit nicht interessiert sind. Das ist für Ahnsen und die gesamte Ratsarbeit sehr schlecht, und wir hoffen, dass es nicht so weit kommt.“

Vor der Kommunalwahl habe man in der Tat keinen eigenen Bewerber für das Bürgermeisteramt gehabt, bestätigt Faulhaber. Aber gleich bei der ersten danach abgehaltenen Fraktionssitzung habe sich Harald Niemann gemeldet und sich selbst als Kandidat vorgeschlagen, was auf breite Zustimmung innerhalb der Fraktion gestoßen sei. „Und so ist ein Kandidat aus dem sogenannten Nichts entstanden.“

Faulhaber von CDU verbal angegangen

Was Faulhaber bei diesem Thema sauer aufstößt, ist die Art und Weise, wie er und andere Genossen von Vertretern der CDU-Fraktion verbal angegangen wurden, nachdem die Christdemokraten über Dritte von der Kandidatur Niemanns erfahren hatten.

„Es sind harte Worte gefallen“, formuliert es Faulhaber, und ergänzt: Zwar habe er durchaus Verständnis dafür, dass Gutzeit sich Hoffnungen auf diesen Posten gemacht habe, aber es sei halt nun mal so, dass die SPD „die Masse aller Listen- und Direktstimmen“ beziehungsweise insgesamt „weit mehr als 50 Prozent der Stimmen“ gewonnen habe. Und Bürgermeister werde eben nicht automatisch derjenige, der bei der Kommunalwahl die meisten Wählerstimmen erhalten hat, sondern der Gemeinderat wähle bei seiner konstituierenden Sitzung den neuen Bürgermeister.

Gleichwohl: „Wir werden da, denke ich, nicht nachtragend sein und Dieter Gutzeit das Amt des ersten stellvertretenden Bürgermeisters anbieten“, so Faulhaber. Denn man sei ja „beiderseits auf eine vernünftige Miteinander-Lösung angewiesen“. wk

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