Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Ahnsen Etwa 50 Wohneinheiten, Kindergarten und Betreutes Wohnen geplant
Schaumburg Eilsen Ahnsen Etwa 50 Wohneinheiten, Kindergarten und Betreutes Wohnen geplant
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:28 17.08.2015
Blick auf den westlichen Ortsrand Ahnsens: Auf dem Industriestandort rund um den Noggerath-Turm soll – nahe am neuen Klinikum Schaumburg – ein Wohngebiet mit rund 50 Wohneinheiten entstehen. Quelle: thm
Anzeige
Ahnsen (thm)

Der Industriestandort Noggerath liegt im Westen Ahnsens. Auf dem Gelände sind derzeit noch einige Firmen ansässig, darunter auch die Bilfinger Water Technologies GmbH, die vor etwa einem Jahr ihre Produktion am Standort Ahnsen aufgegeben hatte (wir berichteten). Die Pacht- und Mietverträge dieser Firmen mit Dr. Hein Kroos, dem Eigentümer des etwa 25000 Quadratmeter großen Areals, werden alle im Spätsommer 2016 auslaufen.

 Im Auftrag von Kroos untersucht die Firma „Veladasol Immobilien Service“ mit Sitz in Hannover seit etwa einem Jahr Chancen einer Nachnutzung. Deren Inhaberin Vera Thiel sieht aufgrund veränderter Anforderungen auf der Interessentenseite nur vergleichsweise geringe Chancen, das Areal als Industriegelände zu vermarkten. Autobahnnähe alleine reiche heute nicht mehr aus, Nähe zur Auffahrt werde gewünscht. Der Zuschnitt der Hallen entspreche nicht heutigen Anforderungen, die Lage inmitten von Wohnhäusern schrecke ab, und die Verkehrsanbindung vor Ort werde als supoptimal empfunden. Am Markt deutlich bessere Chancen hätte das Noggerath-Gelände, davon ist Thiel überzeugt, wandelte man die bisherigen Industriefläche in ein reines Wohngebiet um.

 Ihrer Überzeugung folgend hat sie ein 20 Seiten umfassendes Exposé erstellt, in welchem sie verschiedene Gliederungen der Gesamtfläche als Projektskizzen beschreibt. Voraussetzung wäre der Abriss der meisten heute auf dem zu findenden Hallen. Erhalten blieben demzufolge lediglich der Noggerath-Turm (künftige Nutzung: Gastronomie/Bistro), der Verwaltungstrakt an der Feldstraße (künftige Nutzung: Betreutes Wohnen) und ein Einfamilienhaus an der Feldstraße (künftige Nutzung: Kindergarten). So wäre Platz gewonnen, um entlang der Straße In der Flöte eine in der Bauhöhe angepasste Bebauung mit flachen Einfamilien- oder Reihenhäusern zu verwirklichen. An der Westseite – zum Feld hin – wäre Platz für mehrere Stadtvillen. Insgesamt könnten etwa 50 Wohneinheiten geschaffen werden.

 Vera Thiels Zeitplan ist ehrgeizig: „In zwei Jahren muss das bezugsfertig sein“, erläuterte sie am Donnerstag im Gemeinderat. Ihr schwebt vor, sämtliche entstehenden Objekte aus einer Hand (Bauträgerschaft) heraus auf den Markt zu bringen. Sie sei schon jetzt im Gespräch mit mehreren potenziellen Investoren.

 Nur ein Ansprechpartner – das zu hören, war den Politikern des Dorfes wichtig. Mit Blick auf das 2017 in Betrieb gehende Klinikum wird rundherum steigende Nachfrage nach Wohnraum als wahrscheinlich angesehen. Ein Kindergarten im Dorf – auch das ist aus Ahnser Blickwinkel ein starkes Argument. Und schließlich: Das Umwandeln einer Industriefläche in ein Wohngebiet wird das Dorf beruhigen.

 Einstimmig votierte der Rat dafür, die Planung anlaufen zu lassen. Zunächst muss der Flächennutzungsplan geändert, dann der Bebauungsplan „Auf der Breite“ aufgestellt werden. Die Bauleitplanung wird das Büro Reinold aus Rinteln für die Gemeinde erledigen.

Anzeige