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Frizz Feick im Portrait

Autodidakt Frizz Feick im Portrait

Mit seinen Texten wandelt Frizz Feick auf dem sich windenden Weg der Lebenserkenntnis, erzählt Anekdoten aus dem inneren Selbst. Der singende Liedermacher weiß auch mit Saxofon und Keyboards umzugehen. In seinen musikalischen Anfangsjahren hat er sogar E-Gitarre gespielt.

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Musiker mit kesser Begleitung: Frizz Feick und Lindgren von Bullerbü. thm

Quelle: thm

Ahnsen.  Seit Vater hat das nicht ahnen können. Auf dessen Wunsch hat der Siebenjährige Klavierunterricht nehmen müssen. Den erteilte ihm der Bückeburger Musiklehrer Wilhelm Drinkhut. „Der hat sich immer damit gerühmt, auch schon James Last unterrichtet zu haben“, in der Heeresmusikschule, die der junge James Last, der damals noch Hans Last hieß, damals besuchte. „Wegen der Operetten und so was“ hat der Klavierunterricht Beatles-Fan Feick nicht gefallen – und dem Lehrer gefielen die Beatles nicht. „Leidlich durchgezogen“ habe er die Stunden, erinnert sich Feick: „Und nie geübt!“

 Bis er 14 war, ging das so, da kaufte er sich mit des Vaters Segen eine E-Gitarre. Wie viele Rockgitarristen erteilte sich Feick den Unterricht selbst. Zwei Jahre später bereicherte ein Tenorsaxofon seine Instrumentalpalette. So ging das bis zum Abitur. „Alles, was ich lernen wollte, habe ich mir selbst beigebracht.“ Selten habe er Lehrer gefunden, die ihm hätten zeigen können, was ihn interessierte als Jazz- und Popmusikfan.

 Irgendwann machte Feick die Bekanntschaft mit dem „Real Book“, das nur unter dem Ladentisch zu bekommen war. Diese Sammlung transkribierter Jazzkompositionen gilt noch heute als Bibel des Jazz. Für Feick strotzte sie nur so von Zeichen, die er aus den Musikstunden nicht kannte. Akkordsymbolik – für ihn zunächst ein Buch mit sieben Siegeln. Freunde halfen ihm beim Entschlüsseln – und öffneten ihm damit Welten.

 Mit 14 hatte er seine erste Schülerband. Die nannte sich nach einem Pink-Floyd-Song „Cirrus minor“. Feick sang, spielte E-Gitarre und E-Piano. Bei einem der wenigen Auftritte wurde Nimbus auf den Musikteenager aufmerksam. Nimbus war damals die heißeste Jazzrock-Band in Bückeburg. Und Nimbus suchte gerade einen Sänger. Sie engagierte das Talent vom Fleck weg. So ging das weiter bis zum Ende der Schule. Das heute noch bestehende Jazz-Duo „Softbarjazz“ (Frizz Feick und Bernd Suchland) entstand in dieser Zeit, hieß damals allerdings noch Frizzy Boernds Bandstand. Feick stieg in diesen frühen Jahren auch in eine New-Orleans-Formation namens Alliance Brass Band ein. In dieser 13-köpfigen Marching Band spielte er 20 Jahre lang das Tenorsaxofon.

 Und wie wurde er zum Songwriter? „Nebenbei habe ich immer Songs geschrieben, aber immer nur für mich und immer in Englisch.“ Erst als er die Designerin Tinekken kennenlernte – die beiden sind schon lange verheiratet – stupste die ihn auf das Naheliegende. „Du machst doch immer diese ganzen Wortspiele und bist so’n Freak der Sprache: Versuch doch mal deutsche Texte.“ Gesagt, getan. Das war Mitte der Neunziger. „Die ersten beiden waren für die Tonne“, gibt Feick lachend zu. „Der Dritte ging, und ich dachte mir: Es geht.“ Wenig später entstand seine erste Platte. Nur Klavier und Gesang, Titel: „Früh genug“. Tinekkens Marketing Talent war es geschuldet, dass der Erstling deutschlandweit vertrieben und Feick zum Solokünstler wurde.

 Aber so ganz ohne Band? Für sein Album „Panama“ hatte er wieder Musiker um sich geschart. Von der Presse wurde die Platte gelobt, doch der Vertrieb schaffte es nicht, die Platte zur Tour in die Läden zu bringen. So ließ sich bei den Konzerten kein Geld verdienen. Die Mitmusiker gingen ihrer Wege. Immerhin gab der Flop Feick den Impuls, eine eigene Musikschule „Meineschueler.de“ zu gründen.

 Gleichzeitig stellte Feick sich und seine musikalischen Ideen im Internet vor. „Da hat mich so’n Typ wie Hellmut Hattler angeschrieben“, beschreibt Feick, wie sich seine Zusammenarbeit mit dem Kraan-Star anbahnte. Es folgte das Album „Blaupause“.

 Das Selbstvertrauen kam zurück. Feick trat wieder auf. Mal Solo, mal mit Band. Er lernte George Kochbeck kennen, der sich längst einen Namen gemacht hatte als Komponist von Filmmusiken für ungezählte Kino- und TV-Produktionen: Tatort, Stahlnetz, Soko Leipzig, Balko, Wolfs Revier – um nur einige zu nennen. Beide gemeinsam produzierten Feicks jüngstes Album „Woanders und hier“. thm

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