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Ortsbrandmeister hört nach 27 Jahren auf

Ahnsen Ortsbrandmeister hört nach 27 Jahren auf

Eigentlich hätte er daheim bleiben sollen, um seine Erkältung auszukurieren. Aber wenn seine Feuerwehrkameraden im Einsatz sind, schafft es auch Werner Kordings Frau nicht, ihn im Haus zu halten.

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Die Feuerwehrist für ihn zu einem wichtigen Lebensinhalt geworden:Ortsbrandmeister Werner Kording.

Quelle: sig

Ahnsen. Selbst dann nicht, wenn es sich um technische Hilfeleistung handelt. Der Ahnser Ortsbrandmeister fuhr am Donnerstag mit zum Turnierplatz der Ahnser Reiter. Da waren helfende Hände nötig.

Wenn er im Herbst mit dann 63 Jahren als Wehrführer verabschiedet wird – die Nachfolgefrage wird am nächsten Dienstag im Samtgemeinderat entschieden –, wird sich für ihn einiges ändern, aber längst nicht alles. „Ich werde meine Wehr weiter aktiv unterstützen und immer zur Stelle sein, wenn man mich braucht“, versichert Kording. Das muss man anerkennen und verstehen, denn die Feuerwehr – nicht nur die Ahnser – gehört einfach zu seinem Lebensinhalt. Schließlich hat Kording 38 Jahre lang auch beruflich bei der Achumer Flugplatzwehr als Hauptbrandmeister gearbeitet.

Da hat sich ein großer Erfahrungsschatz angesammelt, der auch für das aus freiwilligen Aktiven bestehende Ahnser Feuerwehrteam wertvoll war und ist. Begonnen hat Kordings Laufbahn 1963 bei den Blauröcken in Südhorsten. Damals trat er als Zehnjähriger der Jugendfeuerwehr bei. Später wechselte er nach Gelldorf und stieg bis zum Zugführer auf.

„Ich besaß bei der Jugendfeuerwehr einen Ausweis mit der Nummer 956; da muss ich ziemlich weit vorn gelegen haben“, meint Ahnsens Ortsbrandmeister. Besonders gern erinnert er sich noch an die Übergabe der Leistungsspange, die er 1966 beim ersten Kreiszeltlager der Schaumburger Jugendfeuerwehren aus den Händen des heimischen Bundestagsabgeordneten und Olympia-Zehnkämpfers Friedel Schirmer entgegennahm.

Seinen Berufsweg startete Kording mit der Ausbildung zum Maschinenschlosser bei Rentrop in Stadthagen. Einige Jahre war er Maschinist bei der Bundesmarine, bevor er nach Achum zur Flugplatzfeuerwehr wechselte. Als er im Mai 2013 in den Ruhestand ging, leitete er dort den Einsatzdienst.

Seit dem Umzug nach Ahnsen im Jahre 1977 gehört Kording der hiesigen Ortswehr an. Brandmeister und Wehrführer ist er seit 1988, inzwischen also 27 Jahre. Der Stamm der Aktiven war damals noch doppelt so groß wie heute. Die Zahl von insgesamt 114 Mitgliedern lässt sich zwar sehen, aber die meisten sind eben „nur“ passive Förderer. Kording: „Wir hatten einmal sogar mehr als 20 aktive Jugendliche in der Wehr, aber von denen wohnt kaum noch einer in unserem Dorf; sie ziehen eben dorthin, wo sie einen Arbeitsplatz finden.“

Bislang helfen keine mahnenden Appelle an die männlichen Einwohner zwischen 20 und 40 und leider auch nicht im Jugendbereich. Natürlich sind auch Frauen gern gesehen, die das Einsatzteam verstärken wollen. Die derzeitige stellvertretende Wehrführerin Nina Dreßel aus Obernkirchen macht da bisher eine Ausnahme. Sie wurde erst vor wenigen Wochen zur 1. Hauptlöschmeisterin befördert.

Der Kreisfeuerwehrverband kämpft um den Erhalt jeder noch aktiven Wehr. Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote versprach den Ahnser Blauröcken seine Unterstützung bei nötigen Investitionen, wie zum Beispiel einem neuen Löschfahrzeug. Auch die Samtgemeinde Eilsen würde die Ahnser Wehr gewiss nicht im Stich lassen. Aber ohne die notwendige Mannschaftsstärke kann es keine sinnvolle und vor allem dauerhafte Lösung geben.

Ein vernünftiges Domizil hat die Wehr im Dorfgemeinschaftshaus, wo eine Fahrzeughalle und ein Aufenthaltsraum zur Verfügung stehen. Von dort startete Kording mit seiner Mannschaft zu vielen Einsätzen, darunter auch zahlreiche Großbrände.

Natürlich blieben auch Verkehrsunfälle nicht aus, die Menschenleben kosteten. Kording erinnert sich an ein Fahrzeug, das auf der Neumühlener Straße gegen einen Baum krachte. Ein Mädchen starb, zwei weitere Insassen wurden schwer verletzt. Besonders schwere Augenblicke, die auch ein gestandener Feuerwehrmann nicht so leicht wegsteckt. Kording: „Es ist eben etwas anderes, ob Sachwerte verloren gehen oder ob ein Menschenleben ausgelöscht wird. Da gibt es auch nach dem Einsatz noch einiges zu verarbeiten.“ sig

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