Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Rat oder Sport: Wer braucht’s dringender?

TSV Ahnsen will in Raum für Fraktionssitzungen Rat oder Sport: Wer braucht’s dringender?

Alle Dinge im Dorf über die Parteigrenzen hinweg einvernehmlich zu regeln – das ist das Bestreben im Gemeinderat Ahnsen. In der Regel ist dieses um Konsens bemühte Vorgehen von Erfolg gekrönt. Manchmal jedoch stößt es an Grenzen, trennt nicht nur die Parteien, sondern lässt Gräben innerhalb der Fraktionen selbst aufklaffen. So geschehen, als es jetzt um die Frage ging, ob man dem TSV Ahnsen einen Raum im Untergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses, der bislang lediglich für Fraktionssitzungen genutzt wird, als dritte Umkleide zur Verfügung stellen soll.

Voriger Artikel
Senioren drehen auf
Nächster Artikel
Behinderungen bis Mitte April

Ahnsen. Die Umwandlung des Sitzungszimmers in eine Umkleidekabine hatte der TSV Ahnsen am 16. Februar schriftlich beantragt. Erbetener Nutzungsbeginn: Mitte März, wenn für die Fußballmannschaften die nächste Spielzeit beginnt. In der Sitzung wurde aber auch deutlich, dass der TSV sein Begehren – offenbar „sehr formlos“ in Gestalt eines Vierzeilers – bereits im August 2014 dem Rat mitgeteilt hatte. Seither haben die Fraktionen des Gemeinderates mindestens dreimal über das Thema beraten, vielleicht sogar noch häufiger. Zu einem gemeinsamen Ergebnis ist man dabei nicht gekommen.

Wolfgang Faulhaber (SPD) formulierte den Widerspruch am eindringlichsten. Der Rat hätte bislang nicht ein einziges Mal über das Thema beraten können. Der Antrag werfe Fragen auf, sei in einigen Punkten nicht stichhaltig. Es gebe keine Planzeichnung. Die Umbaukosten seien unbekannt. Auch wisse man nicht, was der TSV für die Nutzungsüberlassung bezahlen werde. Wo die Fraktionen künftig tagen sollen – auch das sei offen.

CDU-Sprecher Carsten Borrmann sah die Angelegenheit „mit Bauchschmerzen“ vor sich auf dem Tisch liegen. „Würden wir das jetzt beschließen, dann wüsste der Rat nicht, wo er seine Fraktionssitzungen künftig abhalten soll.“ Bei einem positiven Votum stehe der Rat ohne Raum da. Borrmann: „Das muss jedem bewusst sein – da gehen wir auf Risiko.“

Einen anderen Ansatz verfolgte Bürgermeister Klaus Hartmann. Der Rat sei dem Gemeinwohl verpflichtet. „Wir sollten also dafür sorgen, dass sich all unsere Vereine möglichst effizient entwickeln können.“ Für Fraktionssitzungen stehe das „Sparkassenzimmer“ im Gemeinschaftshaus zur Verfügung. Das sei zwar etwas kleiner, aber immer noch ausreichend dimensioniert, auch Bestuhlung sei vorhanden. Die Umnutzung sei für die Gemeinde kostenlos, die Kosten trage allein der TSV Ahnsen.

Für den TSV erläuterte Andreas Landfester, die Lage mit nur zwei Kabinen während der Herren- und Altherren-Spielzeit sei seit „zehn, zwölf Jahren nicht mehr zeitgemäß“. Seit 2005 sei der Bereich der Jugendmannschaften von drei auf aktuell acht Teams angewachsen. Und: Die Spielzeiten lege der Landesfußballverband fest, der TSV könne die Umkleiden-Nutzung nicht entzerren.

Bei der Abstimmung stimmten sechs Ratsherren für die Umnutzung zugunsten des TSV-Antrags. Zwei Politiker stimmten dagegen, ein weiterer enthielt sich der Stimme.

thm

 Den Saal im Dorfgemeinschaftshaus nutzen die Politiker bisweilen für Sitzungen des Gemeinderates. Die Fraktionen haben bislang in einem Raum im Kellergeschoss getagt.thm

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg