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Ahnsen Rat oder Sport: Wer braucht’s dringender?
Schaumburg Eilsen Ahnsen Rat oder Sport: Wer braucht’s dringender?
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00:23 02.03.2015
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Ahnsen

Die Umwandlung des Sitzungszimmers in eine Umkleidekabine hatte der TSV Ahnsen am 16. Februar schriftlich beantragt. Erbetener Nutzungsbeginn: Mitte März, wenn für die Fußballmannschaften die nächste Spielzeit beginnt. In der Sitzung wurde aber auch deutlich, dass der TSV sein Begehren – offenbar „sehr formlos“ in Gestalt eines Vierzeilers – bereits im August 2014 dem Rat mitgeteilt hatte. Seither haben die Fraktionen des Gemeinderates mindestens dreimal über das Thema beraten, vielleicht sogar noch häufiger. Zu einem gemeinsamen Ergebnis ist man dabei nicht gekommen.

Wolfgang Faulhaber (SPD) formulierte den Widerspruch am eindringlichsten. Der Rat hätte bislang nicht ein einziges Mal über das Thema beraten können. Der Antrag werfe Fragen auf, sei in einigen Punkten nicht stichhaltig. Es gebe keine Planzeichnung. Die Umbaukosten seien unbekannt. Auch wisse man nicht, was der TSV für die Nutzungsüberlassung bezahlen werde. Wo die Fraktionen künftig tagen sollen – auch das sei offen.

CDU-Sprecher Carsten Borrmann sah die Angelegenheit „mit Bauchschmerzen“ vor sich auf dem Tisch liegen. „Würden wir das jetzt beschließen, dann wüsste der Rat nicht, wo er seine Fraktionssitzungen künftig abhalten soll.“ Bei einem positiven Votum stehe der Rat ohne Raum da. Borrmann: „Das muss jedem bewusst sein – da gehen wir auf Risiko.“

Einen anderen Ansatz verfolgte Bürgermeister Klaus Hartmann. Der Rat sei dem Gemeinwohl verpflichtet. „Wir sollten also dafür sorgen, dass sich all unsere Vereine möglichst effizient entwickeln können.“ Für Fraktionssitzungen stehe das „Sparkassenzimmer“ im Gemeinschaftshaus zur Verfügung. Das sei zwar etwas kleiner, aber immer noch ausreichend dimensioniert, auch Bestuhlung sei vorhanden. Die Umnutzung sei für die Gemeinde kostenlos, die Kosten trage allein der TSV Ahnsen.

Für den TSV erläuterte Andreas Landfester, die Lage mit nur zwei Kabinen während der Herren- und Altherren-Spielzeit sei seit „zehn, zwölf Jahren nicht mehr zeitgemäß“. Seit 2005 sei der Bereich der Jugendmannschaften von drei auf aktuell acht Teams angewachsen. Und: Die Spielzeiten lege der Landesfußballverband fest, der TSV könne die Umkleiden-Nutzung nicht entzerren.

Bei der Abstimmung stimmten sechs Ratsherren für die Umnutzung zugunsten des TSV-Antrags. Zwei Politiker stimmten dagegen, ein weiterer enthielt sich der Stimme.

thm

 Den Saal im Dorfgemeinschaftshaus nutzen die Politiker bisweilen für Sitzungen des Gemeinderates. Die Fraktionen haben bislang in einem Raum im Kellergeschoss getagt.thm

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