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Sanierung der L451 verzögert sich

Ahnsen Sanierung der L451 verzögert sich

Einige Zweifler haben es wohl kommen sehen: Der Umbau der im Volksmund längst als „Stoßdämpfer-Teststrecke“ verspotteten Landesstraße 451 im Bereich der Ortsdurchfahrt Ahnsen wird nicht, wie ursprünglich geplant, Mitte dieses Jahres beginnen, sondern sich um etwa zwölf Monate verzögern.

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Das Vorhaben „Landesstraße 451“ als Grafik: Rot markiert ist die innerörtliche Ausbaustrecke (Rad-/Gehweg im Westen, Kanalverlegung, Fahrbahnsanierung); in Blau dargestellt ist der Bereich, in welchem lediglich der Radweg angelegt werden soll.Archiv

Ahnsen. Es gibt sogar einen „Schuldigen“ – und das ist überraschenderweise nicht das Land, sondern der Bundesverkehrsminister.

Der Sachverhalt geht aus einem Schreiben der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hervor. Ahnsens Gemeindedirektor Bernd Schönemann hatte die Behörde unlängst um aktuelle Informationen zum Planungsstand und zum Baubeginn der Maßnahme gebeten. Die Antwort kam prompt. Markus Brockmann als Leiter des Hamelner Geschäftsbereiches des Straßenbauamtes ließ die Ahnser wissen: „Die Planung zum Umbau der Ortsdurchfahrt Ahnsen muss aufgrund kurzfristig umzusetzender Bundesstraßenmaßnahmen in der Priorität sowohl aus planungs- als auch aus bautechnischer Sicht ein Jahr verschoben werden.“

Das Erstellen der Genehmigungsunterlagen jedoch werde weiter betrieben, fährt Brockmann fort. Der Baubeginn verschiebe sich auf das Frühjahr 2017. An der Finanzierung ändert sich Brockmann zufolge jedoch nichts, denn die Mittel aus dem Sondervermögen zum Abbau des Investitionsstaus bei Landesstraßen seien fest zugesagt und „stehen auf Abruf bereit“.

Wie Brockmanns weitere Erklärung zeigt, hängt manchmal eben doch alles mit allem zusammen. Brockmann: „Hintergrund der Verschiebung ist, dass der Bundesverkehrsminister alle von Niedersachsen angemeldeten Bundesfernstraßen im Bundeshaushalt berücksichtigt hat und die Finanzierung sichergestellt ist. Dazu gehören auch drei durch den Geschäftsbereich Hameln betreute Ortsumgehungen.“ Konkret gehe es dabei um die B1 (Coppenbrügge/Marienau), die B64 (Negenborn) und die B240 (Eschershausen).

Mit anderen Worten: Weil das Verkehrsministerium über dem Land Niedersachsen unerwartet das Füllhorn leert, damit Bundesstraßenprojekte – endlich – wahr werden können, fällt das Landesprojekt in Ahnsen einstweilen unter den Tisch. Des einen Freud ist des anderen Leid, möchte man sagen.

Die Kapazitäten der Hamelner Behörde sind begrenzt und werden für die Bundesprojekte voll benötigt. Dazu Brockmann: „Für diese drei Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 63 Millionen Euro müssen jetzt im Planungsbereich mit Hochdruck die detaillierten Ausführungsunterlagen erstellt werden.“ Auch der bauausführende Bereich müsse aufgrund der einzuhaltenden Fristen die Ausschreibungen für bauvorbereitende Untersuchungen vorbereiten. Nahtlos daran anschließend müssten dann die Ausschreibungen zu den einzelnen Baulosen erstellt werden. Nur so sei sichergestellt, dass die vom Bund angewiesenen Mittel fristgerecht ausgegeben werden können.

Mit anderen Worten: Weil die Finanzierung für das Projekt L451 gesichert ist und einstweilen auch nicht verfallen kann, muss sich man sich in Ahnsen mit Blick auf den Beginn des Umbaus noch etwas gedulden. „Ich kann Ihnen versichern, dass ich die Ortsdurchfahrt Ahnsen nicht aus den Augen verliere und die Planung weiter betreiben werde“, lässt der Leiter des Straßenbauamtes Hameln Gemeindedirektor Schönemann abschließend wissen.

Die Planungen zum L451-Umbau haben eine lange Vorgeschichte. Jahrzehnte alt ist der Wunsch, Ahnsen und Vehlen mit einem Radweg zu verbinden. Bereits vor 15 Jahren wurde in Ahnsen während eines Informationsabends eine damals fast abgeschlossene Vorplanung vorgestellt. Fünf Jahre später wurde dieses Vorhaben aufgrund einer Sparmaßnahme des Landes Niedersachsen gestoppt. Noch einmal vier Jahre vergingen, dann wurde die fast zehn Jahre alte Planung wieder aus der Schublade geholt. Seither wurde diese vorangetrieben und das weitere Vorgehen mit der Verkehrsbehörde und anderen Trägern öffentlicher Belange abgestimmt.

Im Sommer 2014 führte das Straßenbauamt Gespräche mit denjenigen Grundstückseigentümern, deren Grund und Boden für den Ausbau benötigt wird. Am 22. Oktober 2014 schließlich wurde der damalige Sachstand den Bürgern Ahnsens während eines Informationsabends vorgestellt, und zwar als „Vorstufe zu einem Vorentwurf“, wie es damals hieß.

Danach reicht die Umbaustrecke von der Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/Theodor-Heuss-Straße im Süden bis zur Einmündung der neuen Kreisstraße 73 im Norden. Hinzu kommt ein Radweg, der auf der Westseite der L451 nach Vehlen führt.

Finanziert wird der Umbau der Straße aus einem Sonderprogramm des Landes Niedersachsen („Sondervermögen zum Abbau des Investitionsstaus Landesstraßen“). Die Mittel für den Radweg sind im „prioritären Bereich“ des niedersächsischen Radwegeprogramms eingeplant, so die damalige Auskunft. Allerdings ist auch die Gemeinde Ahnsen mit eigenem Geld beteiligt. Den innerörtlichen Gehweg zahlt sie selbst, am Bau eines Teilstücks als kombinierter Rad-/Gehweg ist sie anteilig ebenso beteiligt wie an den Kosten zum Verlegen des Regenwasserkanals. thm

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