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Ahnsen Sein größter Fund
Schaumburg Eilsen Ahnsen Sein größter Fund
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00:17 07.08.2017
Daniel Bake wird fündig. Quelle: pr
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Minden/Ahnsen

Zurzeit wird das rund 60 Zentimeter lange Objekt in der Bielefelder Außenstelle der LWL-Archäologie für Westfalen aufbewahrt. Es hatte nur Zentimeter unter der Erde die Jahrtausende überdauert.

Bake meint, dass die Waffe zu Lebzeiten ihres Eigentümers stark beansprucht worden sei, da die Klinge erhebliche Abnutzungsspuren aufweise. Vermutlich sei dieser nach seinem Tod verbrannt worden, weil sich nur 40 Zentimeter neben der Fundstelle des Schwertes Brandreste im Boden befunden hätten.

Neben der Waffe als mutmaßlicher Grabbeigabe seien auch Knochenreste, ein Trinkbecher aus Keramik sowie ein weiteres Gefäß im Boden gewesen, meint Bake. Des Weiteren sei Goldschmuck gefunden worden. „Vermutlich gibt es noch mehr Gräber aus der Bronzezeit in der Nähe des Fundortes“, meint der Hobby-Archäologe.

Bodendenkmäler mit der Sonde erkundet

Hauptberuflich verdient der 30-Jährige als Anlagenmechaniker sein Geld. Seit 2012 ist er für die Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe als freier Mitarbeiter tätig. Im Auftrag der Behörde erkundet er mögliche Bodendenkmäler per Augenschein oder Sonde. Als er auf das Schwert stieß, ließ er die Fundstelle ruhen und verständigte den Bereitschaftsdienst des LWL.

Nicht zum ersten Mal ist Bake auf ein spektakuläres Objekt gestoßen. Als er auf einen Halsring – ebenfalls aus der Bronzezeit – stieß, war dies ein für das Bundesland Nordrhein-Westfalen einmaliger Fund. Auch eine Goldmünze aus der Zeit der Spätantike grub er aus. Daneben fanden sich Pfeilspitzen aus der Zeit der Trichterbecherkultur – ein Abschnitt der Jungsteinzeit von 4200 bis 2800 vor Christus. Ebenfalls entdeckte der Hobby-Archäologe drei Steinbeile aus der Steinzeit, Fibeln aus der Römerzeit und Münzen.

Nicht ohne Weiteres dürfen sich Privatpersonen wie Bake auf die Suche mit einem Metalldetektor begeben. Der 30-Jährige hatte eine Genehmigung der Oberen Denkmalbehörde mit Sitz in Detmold. Auch einen Nachweis über die ehrenamtliche Mitarbeit beim LWL sollten Hobbyarchäologen in der Tasche haben. Wer auf eigene Faust mit Spaten und Sonde unterwegs ist, muss mit einer Ahndung seines Handelns rechnen. Von Stefan Koch

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