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Ahnsen Verzögerung bei Sanierung der L 451
Schaumburg Eilsen Ahnsen Verzögerung bei Sanierung der L 451
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00:18 12.10.2017
Bei seinem Kurzbesuch in Ahnsen informiert der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies (SPD, links) über den Sachstand hinsichtlich der Sanierung der Landesstraße 451. Rechts auf dem Bild: der SPD-Landtagsabgeordnete Karsten Becker. Quelle: wk
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AHNSEN

Hatte die dafür zuständige Hamelner Geschäftsstelle der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr vor ein paar Monaten noch kundgetan, dass spätestens Ende dieses Jahres mit den Bauarbeiten begonnen werde, geht es nun wohl erst im kommenden Jahr los. Das berichtete Olaf Lies, niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, bei einem Pressegespräch im Ahnser Dorfgemeinschaftshaus. Die Veranstaltung, an der unter anderem auch der örtliche Bürgermeister Harald Niemann teilnahm, war Teil einer Wahlkampftour des heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Karsten Becker.

 „Wir hätten uns gewünscht, wir wären schneller“, zumal die Finanzierung dieser Sanierungsmaßnahme ja schon länger stehe, berichtete Lies. Aber leider habe man für derlei Vorhaben behördlicherseits nur begrenzte Planungskapazitäten. Seit dem 15. September sei der bereits am 6. Juli 2017 für dieses Sanierungsvorhaben getroffene Planfeststellungsbeschluss aber unanfechtbar, sodass jetzt gebaut werden könne, führte der SPD-Minister weiter aus. Und was den (für den Ausbau der Landesstraße 451 respektive die Anlage eines Geh- und Radweges) erforderlichen Grunderwerb entlang des Straßenstückes betrifft, gehe man davon aus, dass dieser im November abgeschlossen sein wird. Somit werde im zweiten Quartal 2018 mit der Sanierung der Vehler Straße und der Friedrich-Ebert-Straße begonnen.

Kein Interesse bei Firmen

 „Das Geld ist da, das Baurecht ist da, und der Grunderwerb ist dann auch erledigt“, betonte Lies. Allerdings hänge der Baubeginn natürlich auch davon ab, ob man für dieses Projekt eine Baufirma finde, die sich im Rahmen der Ausschreibung um diesen Auftrag bewirbt und den Zuschlag erhält. Der „Flaschenhals“ sei also, dass keine Baufirma Interesse zeige, da die Auftragsbücher der Unternehmen voll seien, kommentierte Niemann Lies‘ Einschränkung. Woraufhin der Minister einräumte, dass dies „zur Wahrheit“ dazugehöre, da das Land Niedersachsen derzeit „überall“ Straßen sanieren und neu bauen lasse.

 Exemplarisch verwies Lies in diesem Kontext darauf, dass die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aktuell circa 800 Millionen Euro für den Bau und die Sanierung von Bundesstraßen und Bundesautobahnen in der Auftragsverwaltung hat. Zusätzlich zu den 85 Millionen Euro pro Jahr, die seit 2013 für den Erhalt von Landesstraßen zur Verfügung stehen, sowie zusätzlich zu den insgesamt 40 Millionen Euro Sondervermögen, die seit 2014 – gleichmäßig verteilt auf vier Jahre – für die Sanierung von Ortsdurchfahrten bereitgestellt sind. Wobei die Sozialdemokraten in ihrem Wahlprogramm verankert hätten, den 85-Millionen-Topf sogar auf 100 Millionen Euro pro Jahr zu erhöhen – was „keine bloße Absichtserklärung“ sei, ergänzte Becker. wk

Perspektivische Lösungen

Die Landesstraße 451 ist nicht das einzige Thema gewesen, zu dem sich der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) und der SPD-Landtagsabgeordnete Karsten Becker geäußert haben. Zur Sprache kamen vielmehr auch die Straßen St. Annen (Landesstraße 444) in Stadthagen und An der Bergkette (Landesstraße 447) in Reinsen.

 „Wir versuchen, für alles eine perspektivische Lösung zu finden“, versicherte Lies. So sei etwa denkbar, die Planung für die Sanierung der innerörtlichen Landesstraße 444 alternativ über die Stadt Stadthagen laufen zu lassen, um die Planung schneller fertig zu haben. Denn die Hamelner Geschäftsstelle der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sei durch eine Vielzahl an Straßenbauvorhaben bereits „sehr beansprucht“.

 Becker erklärte zur Landesstraße 447 in Reinsen, dass der Vorentwurf für die Sanierung sowie die Anlage eines kombinierten Geh-/Radweges wohl im ersten Quartal 2018 stehe. Das Planfeststellungsverfahren werde dann voraussichtlich 2019 abgeschlossen, sodass ein Baubeginn im Jahr 2020 realistisch wäre.

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