Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Abschied von einer Lebensaufgabe

Tschnerobylhilfe Abschied von einer Lebensaufgabe

Es ist schwer vorstellbar, aber es ist geschehen: Der Initiator der Eilser Tschernobylhilfe hat seinen Vorsatz wahr gemacht und die Verantwortung für diese Hilfsgemeinschaft in jüngere Hände gelegt. Friedrich Winkelhake hat sich nicht ganz von seiner 1992 gegründeten Tschernobyl-Arbeitsgemeinschaft (AG) verabschiedet, aber er wird sie nur noch begleiten und nicht mehr leiten.

Voriger Artikel
Pokal-Abräumer mit zehn Lenzen
Nächster Artikel
Gut gerüstet für die nächsten Schritte

Die Eilser Tschernobyl AG pflegt seit Jahren Kontakte in Weißrussland. Dieses Archivbild zeigt Mitglieder der Delegation (in der Mitte Friedrich Winkelhake) während eines Besuches im Frühjahr 2014.

Quelle: Archiv

Bad Eilsen.  Die Führungsarbeit verteilt sich auf mehrere Schultern. Wichtigster Ansprechpartner wird künftig der Luhdener Diakon Ingmar Everding sein, ein Enkel von Winkelhake.

 Ein beispielhaftes Engagement hat damit seinen Abschluss gefunden. Über die Ideen und den Einsatz des Gründers der Eilser Hilfsgemeinschaft ließe sich ein Buch schreiben. Unsere Zeitung hat ausführlich über die zahlreichen Hilfsaktionen berichtet. Dazu gehören nicht nur die Ferienaufenthalte für Kinder aus dem weißrussischen Patendorf Swonez, sondern auch die zahlreichen Geldspenden für die dortige Dorfschule, den Kindergarten und die Krankenstation. Weitere Mittel flossen nach Swonez durch die Patenschaften für krebskranke Kinder sowie für die Ausbildungsförderung. Bedacht wurden schließlich sogar Menschen, die als Zwangsarbeiter und KZ-Opfer unter der NS-Herrschaft gelitten hatten.

 Es ist Winkelhake immer wieder gelungen, Menschen zu finden, die sich in den Dienst der guten Sache stellen. Dazu gehören auch Kommunen wie zum Beispiel Helpsen, Buchholz, Bad Eilsen und die Samtgemeinde Eilsen, außerdem Vereine, diverse Organisationen und Einrichtungen. Während in zahlreichen Orten, auch im Schaumburger Land, die Hilfsmaßnahmen für Opfer des atomaren Crashs zum Erliegen gekommen sind, gilt das für die Eilser Tschernobyl-AG nicht. Deren Arbeit wird auch nach inzwischen mehr als 20 Jahren nicht enden, weil Winkelhake ins zweite Glied gerückt ist.

 „Wir wissen, dass die Folgen des Reaktorunglücks noch lange nicht überwunden sind. Und deshalb sehen wir es als unsere Pflicht an, weiter Hilfe zu leisten“, lautete das Bekenntnis von Winkelhake bei seinem Abschied. Und auf diesem Weg folgen ihm viele aktive und fördernde Mitglieder der Eilser Tschernobylhilfe.

 Besonders lobenswert ist, dass es jedes Jahr immer wieder gelingt, Familien zu finden, die bereit sind, jeweils zwei weißrussische Ferienkinder aufzunehmen, auch wenn die Verständigung nicht immer ganz einfach ist.

 Wichtige Finanzierungsquellen sind die Benefizkonzerte und der Erlös aus dem alljährlichen Weihnachtsmarkt rund um die Christuskirche. Darüber hinaus gibt es auch immer wieder private Spender. Im neuen Führungsteam bestehen Überlegungen, das Alter der Ferienkinder auf zehn bis dreizehn Jahre zu beschränken. Heimweh und andere Probleme dürften dann nicht mehr so eine große Rolle spielen wie zuletzt.

 Wie sehr auch weiterhin Hilfe und Unterstützung angesagt sind, beweist der Brief von Valentina Pochomova vom Verein „Hoffnung den Kindern in Not“. Sie berichtete, dass es den Ärzten nicht gelungen ist, das Leben eines neunjährigen Mädchens zu retten, das an den Folgen einer Krebserkrankung starb. Solche Hiobsbotschaften nehmen in der Tschernobylregion leider noch immer kein Ende.

sig

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg