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Anstoßen auf den Tod eines Menschen

Bad Eilsen/Bückeburg / Kurpark-Mord Anstoßen auf den Tod eines Menschen

Von Reue keine Spur: Am Tag nach dem Mord im Kurpark sollen die zwei mutmaßlichen Täter darauf angestoßen haben.

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Die Fakten zu dem „Mord im Kurpark“ füllen bereits zahllose Schnellhefter.

Quelle: tol

Bad Eilsen/Bückeburg (ly). „Die beiden waren der Meinung, dass sie das gut gemacht haben“, erinnert sich die damalige Lebensgefährtin des älteren Angeklagten (44), eine 48-Jährige aus Bad Eilsen. „Sie prosteten sich zu. Ich hatte den Eindruck, dass sie das gefeiert haben. Leid hat es ihnen mit Sicherheit nicht getan.“ In dem späteren Opfer sahen die Täter angeblich einen Kinderschänder, der einige Wochen vor dem Mord auch den jüngeren Mann „angemacht“ haben soll.

 Anlass des Umtrunks am Abend nach der Tat: Der damals noch 19-Jährige wollte in seinen 20. Geburtstag feiern. Dazu hatte er den älteren Saufkumpan besucht. Eiskalt soll dieser seiner Freundin bereits zuvor vom Tod des Opfers erzählt haben: „Er hat es nicht anders verdient.“

 Die Frau kennt den mutmaßlichen Mörder, der einmal ihr Partner war, nach eigener Einschätzung in- und auswendig. „Aber so hat er noch nie gesprochen, solche Ausdrücke kannte ich nicht von ihm.“ Zuerst hatte die Eilserin „nicht geglaubt, dass das passiert ist“. Nach der Tat am Morgen des 30. September soll ihr Lebensgefährte „sehr gut geschlafen“ haben. „Wie Tiere auf einen Menschen losgehen und ihn abschlachten, das hat keiner verdient“, meint die Frau. Der Prozess vorm Bückeburger Schwurgericht führt in die Abgründe der menschlichen Natur. Gewalt ist kein Tabu, Alkohol spielt in dieser Welt am Rande der Gesellschaft eine große Rolle. Mitleid? Fehlanzeige.

 Mit dem Mord gebrüstet hatte sich der ältere Mann offenbar auch in einem Supermarkt. „Ich war das“, soll der 44-Jährige zu zwei jungen Männern gesagt haben. „Das hörte sich belustigt an – aber auch ernst“, erinnert sich ein 17-Jähriger. Mehr als ein Drittel seines Lebens soll der mutmaßliche Mörder bereits in Gefängnissen gesessen haben. Im Einzelnen hat das Gericht die Vorstrafen der Angeklagten noch nicht erörtert.

 Zur Tat: Am letzten Tag seines Lebens hatte der ermordete Bad Eilser den 20-Jährigen in dessen Wohnung besucht, begleitet von dem zweiten Mann. Die Angeklagten behaupten, es habe ihm leidgetan, den Heranwachsenden angemacht zu haben. „Er hat sich tausendmal entschuldigt und hingekniet“, berichtet ein Augenzeuge (21). Von dem anderen Täter soll das Opfer „in die Seite gehauen“ worden sein. Und dies war nur der Anfang. Zu dritt ging es später in den Kurpark.

 Grausamen Mord legt Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt den Angeklagten zur Last. Immer wieder sollen die betrunkenen Männer das wehrlose Opfer gegen Kopf und Körper geschlagen oder getreten haben, bevor einer von ihnen den Sterbenden mit einem Ast vergewaltigte. Nach bisherigen Erkenntnissen könnte der Todeskampf etwa zwei Stunden gedauert haben. Die Leiche war furchtbar zugerichtet.

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