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Ausstellungseröffnung in der Wandelhalle

Bad Eilsen Ausstellungseröffnung in der Wandelhalle

„Nur der Vorsatz, ein Bild zu malen, löst bei mir keine Kreativität aus. Ich male intuitiv und bringe dabei Gefühle, Seelenzustände, Gedanken und auch körperliches Empfinden zum Ausdruck.“ Das verriet Irmtraud Sundkjer, als ihre Ausstellung „Grundsituationen des Lebens“ in der Wandelhalle des „Fürstenhofes“ in Bad Eilsen eröffnet wurde.

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Tiefer Blick in die Abgründe der Seele

Die Freizeittherapeutin des Rehazentrums, Kerstin Henke (rechts), bedankt sich mit Blumen bei der Malerin Irmtraud Sundkjer und bei dem Pianisten Felix Lakomek.

Quelle: sig

Bad Eilsen. Ihre Bilder sollten symbolhaft einen Einblick in ganz bestimmte Lebenssituationen vermitteln. Man lese darin nicht etwa wie in einem Protokoll, sondern müsse sich schon auf eine gewisse Tiefenforschung im Bereich der menschlichen Seele begeben. Manchmal glaubt man, die Grundstimmung zu erkennen, welche die Malerin zu Pinsel und Farben greifen ließ. Zuweilen jedoch bleiben noch ein paar Fragen offen. Aber welche Künstlerin will sich schon so tief in ihre Seele und vielschichtige Gefühlswelt schauen lassen – selbst wenn es nur ein Augenblick wäre?

Im Prinzip gibt Sundkjer, die mit einem Norweger verheiratet ist, aber schon Grundstimmungen des Lebens wieder. Dazu gehören Situationen, die bereits in der Bibel, in weltlicher Literatur sowie von Philosophen und Psychologen beschrieben wurden: Rückzug, Loslösung, Reifung und damit verbundene Gefühle wie Angst, Traurigkeit, Schuld, Wut, Freude, Liebe, Dankbarkeit und Zufriedenheit.

Die Malerin verwendet kräftige Farben, um ihren Gefühlen und Stimmungen Ausdruck zu verleihen. Dabei fällt auf, dass sie den starken Kontrast zwischen Rot und Schwarz liebt – zumindest für den Vordergrund. Dahinter verbergen sie manchmal profane Gegenstände wie zum Beispiel ein altes Türschloss – als Symbol für Verschlossenheit.

Um einigen ihrer Motive eine gewisse Dreidimensionalität zu geben, verwendet die Ausstellerin unter anderem auch Sand, den sie unter die Farben mischt. In einem Fall umspannte sie ein Bild ungezählte Male mit einer leuchtend roten Kunststoffschnur – als wolle sie es damit vor den Augen der Betrachter verbergen. Vielleicht steckt dahinter aber auch ihr zeitweiliges Gefangensein in einer bestimmten mentalen Lage.

Sundkjer ist eine Malerin, die sich gründlich mit allen Situationen des Lebens auseinandersetzt, aber in ihren Werken auch Fragen offenlässt. Das ist logisch bei solchen Titeln wie „Jenseits Diesseits“, „Positive Lebensenergie“ (und auch negative), „Glücksmomente“, „Aufbruch“ und „Wegsuche“.

Solche Aussagen lassen sich im Grunde auch nur abstrakt und symbolhaft darstellen. Sundkjer macht das mit Acryl- und Abtönfarben, mit Strukturmasse und in Mischtechnik. Außer ihrem Faible für das Malen hat sie auch eine Vorliebe für Collagen. Es passt zu ihrer intuitiven Kreativität, dass sie während des Malens auch gänzlich neuen Eingebungen folgt und fast eine Art künstlerischer Kehrtwende möglich wird.

Sundkjer stammt aus Bünde. Sie leitete vor einigen Jahren eine Kindertagesstätte und beschäftigte sich dabei viel mit dem Thema „Kinder und Kunst“. Laudatorin Kerstin Henke berichtete, dass die Erzieherin diese Einrichtung zu einem wahren Kompetenzzentrum der „Kunstpraxis im Vorschulalter“ entwickelt habe.

Die stellvertretende Landrätin Helma Hartmann-Grolm fand ebenfalls sehr anerkennende Worte für die Künstlerin und die Qualität ihrer Ausstellung.

Musikalisch ausgestaltet wurde die Vernissage vom Pianisten Felix Lakomek. Er spielte unter anderem „Summertime“ in einem nicht so bekannten Arrangement sowie eine mit ebenso viel Beifall aufgenommene Eigenkomposition. sig

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