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Badehotel rückt in den Blickpunkt

Bad Eilsen Badehotel rückt in den Blickpunkt

Das Palais im Park ist eröffnet. Was aber tut sich eigentlich in Sachen Badehotel? Eigentümer der letzten derzeit ungenutzten Immobilie am Rande des Kurparks ist die Deutsche Rentenversicherung (DRV).

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Bad Eilsen. Sie ist einer Antwort auf diese Frage während der zurückliegenden 18 Monate nicht wirklich nähergekommen. Bereits im März 2014 führte sie Gespräche mit zwei Interessenten. Auch heute noch werden Gespräche geführt – mit mehreren Interessenten, wie es heißt.

„Es gibt mehrere Interessenten“, bestätigt Harald Hiemisch auf Anfrage dieser Zeitung. Der DRV-Justiziar führt weiter aus: „Wir verhandeln augenblicklich mit ihnen.“ Über den Inhalt der Verhandlungen könne er derzeit „noch nichts mitteilen“. Der Kontakt sei „unterschiedlich stark“. Dazu Hiemisch: „Wenn sich jemand für so etwas interessiert, dann bedeutet das im Endeffekt nicht, dass er es am Ende auch nehmen wird.“ Auf die Frage, ob er eine Prognose wage, wann die Gespräche zum Ziel gebracht werden könnten, sagt der DRV-Fachmann: „Nein. Auf keinen Fall.“ Die Treffen hätten eher den Status von Vorgesprächen.

„Uns ist nicht egal, wer dort hineingeht“, hatte sich Pressesprecher Wolf-Dieter Burde noch im Frühjahr 2014 zitieren lassen. Der Deutschen Rentenversicherung sei nicht allein der Verkauf der Immobilie wichtig, sondern auch deren künftige Nutzung. Durch das Engagement der Samtgemeinde, die gleich nebenan das Palais im Park betreibt, seien die Vermarktungschancen auch für das Badehotel immerhin deutlich gestiegen, so jedenfalls Burdes Einschätzung vor eineinhalb Jahren.

Das Badehotel wurde in den Jahren 1989/90 grundsaniert, 2005 hat das Gebäude eine neue Heizung erhalten; 2010 wurde der Eingangsbereich erneuert.

Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung der Flüchtlingszahlen könnte das leer stehende Gebäude auch ganz andere Begehrlichkeiten wecken. Weshalb sich die Frage aufdrängt, ob es zwischen der Deutschen Rentenversicherung als Eigentümer des Badehotels und dem Landkreis Schaumburg, der seit längerem händeringend auf Quartiersuche ist, bereits Kontakte gegeben hat, oder ob sogar eine konkrete Anfrage des Landkreises vorliegt? Hiemisch: „Ich kann dazu sagen: Das ist mir nicht bekannt.“ Das bestätigt auch Klaus Heimann, Erster Kreisrat beim Landkreis Schaumburg: „Nein, da gibt es von unserer Seite bislang keine Anfrage.“ Und auch Bernd Schönemann, Bürgermeister der Samtgemeinde Eilsen, ist diesbezüglich ahnungslos: „Ich weiß von nichts.“

So harrt der Prachtbau am Rande des Kurparks vorerst weiter einer neuen Nutzung. Der 1926 eröffnete Komplex diente etwa 15 Jahre lang als Unterkunft für im Kurort weilende Badegäste. Auf 7500 Quadratmetern Geschossfläche war Platz für 127 Gästebetten. Es gab eine Küche, geräumige Speisesäle, ein Café, das Restaurant „Jägerstuben“ und sogar einen Friseursalon.

Ab 1941 wurde das Badehotel von der Firma Focke-Wulf genutzt, die dort Flugzeuge für die Luftwaffe konstruierte. 1945 zog die Royal Air Force ein und gab es erst 1955 an den Eigentümer zurück. 1957 verkaufte das Fürstenhaus Schaumburg-Lippe die Immobilie an die damalige Landesversicherungsanstalt Hannover (heute DRV).

Vor etwa zehn Jahren hat die DRV damit begonnen, sich von Teilen der Badeeinrichtungen nach und nach wieder zu trennen. Den Auftakt machte der Kurpark, den die Gemeinde Bad Eilsen seit 2005 bewirtschaftet. Nach lang dauerndem Leerstand folgte im März 2011 der Verkauf des Georg-Wilhelm-Hauses an das Land Niedersachsen. Dieses hat den Komplex nach mehrjähriger Sanierung als Unterkunfts- und Unterrichtsgebäude der Steuerakademie Niedersachsen im Frühjahr 2014 wiedereröffnet.

2013 hat die Samtgemeinde Eilsen den Kursaal-/Kurtheater-Komplex von der DRV übernommen und ihn zum Veranstaltungszentrum „Palais im Park“ umgebaut – vor eineinhalb Wochen fand die Eröffnung statt.

„Nicht egal, wer dort hineingeht“: Der Eigentümer verhandelt mit diversen Interessenten über die Zukunft des Badehotels. thm

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