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Begegnung mit „Farbe, Licht und Poesie“

Bad Eilsen Begegnung mit „Farbe, Licht und Poesie“

Zum letzten Male in diesem Jahr wurde in der Wandelhalle des „Fürstenhofs“ eine neue Kunstausstellung eröffnet. Zwei Frauen und ein Mann lieferten die Objekte, die unter dem Motto „Farbe, Licht, Poesie“ bis zum 3. Februar des kommenden Jahres zu sehen und zu bestaunen sind.

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Immer eine Reise wert ist Venedig. Esther Hansen hat ihre Eindrücke von der Lagunenstadt in diesem Gemälde festgehalten.

Quelle: sig

Bad Eilsen. Die Zusammensetzung der Werke ist ungewöhnlicher als bei mancher vorhergehenden Ausstellung. Das gilt auch für die Lebensläufe des Trios und den Weg, den es zur Kunst gefunden hat. Spannend und aufschlussreich ist der Besuch in der Wandelhalle in jedem Fall. Diesmal bekommt man einiges zu sehen, das Seltenheitswert besitzt.

 Wir können uns nicht daran erinnern, dass es dort jemals Lichtobjekte gegeben hat, in deren Mittelpunkt ausgeblasene Straußeneier standen. Noch dazu kombiniert mit solchen ungewöhnlichen Materialien wie Baumwurzeln, dem Holz einer 700 Jahre alten Mooreiche oder ausgemusterten Eichenbalken aus Fachwerkgebäuden.

 „Die Schale der Eier, die unbefruchtet waren, ist bis zu drei Millimetern dick und so stabil wie Porzellan“, verrät der Lichtkünstler Jürgen Kugel, dessen Name bestens zu seinen Kreationen passt. Er bearbeitet die Eierschalen mit dem Werkzeug eines Zahnarztes. Durch von ihm angebrachte Bohrungen gibt die Lampe zusätzlich punktuelle Lichtmuster ab. Um die Wirkung seiner Objekte besser beurteilen zu können, arbeitet Jürgen Kugel ausschließlich nachts an seinen Kreationen.

 Der Mindener besitzt eine umfangreiche berufliche Qualifikation. Er ist staatlich anerkannter Erzieher, Schreinergeselle, Fachkraft für Arbeits- und Beschäftigungspädagogik und Kunsthandwerker.

 Hauptberuflich im Ruhestand befindet sich bereits die Fachlehrerin für Kunst und Werken Isolde Merker aus Horn-Bad Meinberg, die über erstaunliche Fähigkeiten im Bereich der Kalligrafie verfügt. Mit einer Stahlfeder beschriftet sie, unter anderem mit unterschiedlich pigmentierten Farben, großflächige Papiere. Dabei geht es ihr weniger um Inhalte als um den Duktus der Schrift.

 Auf einer Schriftrolle steht in Fragmenten die Geschichte des Heiligen St. Martin, der vom Kriegsherrn zum Bischof und Helfer der Armen wurde. Isolde Merker hat auch eine besondere Liebe zu dem Material entwickelt, dessen Erfindung die Welt entscheidend verändert hat: Sie schöpft selbst Papier. Mit Hilfe von kleinen Zuschnitten, die sie biegt und geometrisch präzise auf einer Art Tableau anordnet, macht sie das Zusammenspiel von Licht und Schatten deutlich. Und zu guter Letzt zeigt sie auch noch ein besonderes Verhältnis zum Werkstoff Ton. Zwei großen von ihr geschaffenen Skulpturen gab sie den Namen „Die Welle“. Das alles spricht für eine sehr experimentierfreudige Kunstschaffende.

 Eine ganz andere berufliche Entwicklung nahm die in Saudi-Arabien geborene Esther Hansen. Sie ist dennoch Deutsche, wohnt heute in Rinteln und hatte an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung ein Studium in Produktdesign mit dem Schwerpunkt Möbeldesign abgeschlossen. Seit 1980 beschäftigt sie sich mit Seide, später mit Acrylmalerei und seit einigen Jahren zusätzlich noch mit dem Gestalten von Schmuck und Mode.

 Ihre überwiegend großformatigen Bilder fordern die Fantasie des Betrachters heraus. Da geht es weniger um naturalistische Darstellungen, sondern um die Kombination von Elementen, die sich zu einer Aussage addieren lassen. In einem Fall stellt sie das „Hotel Mama“ dar, für das sie sich selbst fünf Sterne gegeben hat. Das sei gerechtfertigt durch das, was sie für ihre Kinder getan habe, ließ sie Fragesteller wissen.

 In einem anderen Fall hat sie eine Arbeit aus Papier und Seide mit dieser klaren Aufforderung versehen: „Träume nicht dein Leben, lebe deine Träume!“ Eine offensichtlich eher etwas explosive und düstere Grundstimmung verrät ein Bild mit der Porta Nigra aus Trier. Natürlich gibt es eben auch im Leben von Künstlerinnen emotionale Höhen und Tiefen. Manches davon findet sich in ihren Bildern wieder.

 Die Leiterin der Kreativwerkstatt des Rehazentrums, Kerstin Henke, hatte für die letzte Vernissage des Jahres das Duo „Foresta“ verpflichtet. Ehefrau Antje spielt Harfe. Ehemann Roland Gitarre. Im Schaumburger Nordkreis sind sie unter anderem durch Irish Folk bekannt geworden. In Bad Eilsen trugen sie mit eher lyrischen Kompositionen zur Ausgestaltung einer sehr gelungenen Ausstellungseröffnung bei.

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