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Bei Wind und Wetter unterwegs

Historischer Spaziergang Bei Wind und Wetter unterwegs

Sie trotzt jedem Wind und Wetter. Und auch, wenn nur zwei Teilnehmer auf sie warten, geht es auf die Strecke. Die Rede ist von Kerstin Henke, der Freizeittherapeutin der Reha-Klinik in Bad Eilsen, die regelmäßig einen historischen Spaziergang veranstaltet.

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Kerstin Henke (l.) macht sich mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern auf den historischen Spaziergang.

Quelle: möh

Bad Eilsen. In der Mehrzahl machen sich mit ihr die Patienten der Reha-Klinik auf die exakt 6,3 Kilometer lange Strecke. Henke ist aber auch erfreut, wenn sich „Einheimische“ und Patienten der Bückeberg-Klinik einfinden und sich eingehend über die heimische Gegend informieren lassen wollen. Die Geschichten, die Henke während des Rundganges zum Besten gibt, sind nicht frei erfunden, sondern fundiert, denn sie hat die Ausbildung als offizielle Schaumburger Gästeführerin mit Erfolg absolviert.

Zwei Stunden Fußmarsch

Henke bringt den „Fremden“ die Historie der Gemeinde und des Kurbades näher. Insgesamt dauert der Marsch durch die Geschichte, der vom Fürstenhof durch den Kurpark zur Christuskirche, am Busbahnhof vorbei durch das Rottfeld und dann durch den Wald bis nach Heeßen und zurück zur Reha-Klinik führt, zwei Stunden. Weitere 60 Minuten sind angesetzt, um Fragen, die sich während der Wanderung ergeben haben, zu beantworten. Bleibt dann noch Zeit, präsentiert Henke gern auch Bilder heimischer Trachten. Die Freizeittherapeutin des Rehazentrums freut sich, wenn alle Teilnehmer zufrieden sind. Und das sind sie.

Und es gibt während des Spazierganges viel zu erzählen. Die Mitwanderer hören der Freizeittherapeutin, die in der Reha-Klinik für das komplette Freizeitprogramm der Patienten zuständig ist, aufmerksam zu. Wer weiß schon, dass das heutige Rehazentrum früher eine reine Lungenheilanstalt speziell für Berliner war. Daher hat der Kurort eine direkte Busverbindung in die heutige Bundeshauptstadt. Die Linie wurde in den sechziger Jahren ins Leben gerufen, um den potenziellen Patienten zu ermöglichen, ins Weserbergland zu kommen. Diese besonderen Kontakte waren auch dafür verantwortlich, dass viele Berliner der damals durch die Mauer getrennten Stadt nach einer Kur und nach dem Erreichen des Rentenalters ihren Wohnsitz nach Bad Eilsen verlegten, weil sie sich dort besonders wohlfühlten.

17 Seniorenwohneinrichtungen

Hatte der Kurort bis zum Jahre 1996 noch insgesamt sieben Kurkliniken, gibt es mittlerweile nur noch zwei, erzählt Henke. Dafür ist die Zahl der Seniorenwohneinrichtungen auf 17 angestiegen, und der Altersdurchschnitt im Kurort liegt bei über 63 Jahren. In den Seniorenheimen haben viele frühere Mitarbeiter der Kliniken einen neuen Arbeitsplatz gefunden, weiß die Wanderführerin. In der Bahnhofstraße macht sie die Reha-Patienten auf die „Sparlade“, die historische Vorgängerin der Sparkassen, aufmerksam. So könnte man sagen, dass das Sparkassenwesen im kleinen Bad Eilsen entstanden ist.

Es wurde im Kurort aber nicht nur gespart, sondern das Geld auch „mit vollen Händen“ ausgegeben, denn im ursprünglichen Kolonnaden- und Kurhaus existierte sogar ein Spielcasino, wie die Spaziergänger erstaunt zur Kenntnis nehmen. Finanzen sind weiterhin topaktuell, denn das Georg-Wilhelm-Haus gehört zur niedersächsischen Steuerakademie.

Im Durchschnitt nehmen an den Wanderungen etwa 25 Männer und Frauen teil. 2015 verzeichnete Henke exakt 300 Teilnehmer. Der nächste Spaziergang findet am Pfingstmontag, 16. Mai, statt. Treffpunkt ist um 14 Uhr im Eingangsbereich des Fürstenhofes. möh

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