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Das „Saturday Night Fever“ lebt

Bad Eilsen / Party Das „Saturday Night Fever“ lebt

„Ich habe in den siebziger Jahren in einer vollen Disco in Gifhorn viermal in der Woche als DJ Platten aufgelegt, am Wochenende ging das bis vier Uhr morgens“, erinnert sich ein Gast im Kursaal. Und dann fügt er die Frage hinzu: „Was ist von dieser Begeisterung übrig geblieben; die meisten Tanzsäle haben zugemacht?

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„Factory Dance“ nennt sich das DJ-Duo, das hier auf der Bühne, natürlich auch zeitgemäß gekleidet, die heißen Klänge auflegt.

Quelle: sig

Bad Eilsen. Deshalb war er besonders gespannt darauf, ob er wenige Tage vor dem Ende seiner Kur in Bad Eilsen wenigstens eine kurzfristige Renaissance jener Tanzbegeisterung miterleben konnte. Eine Servierkraft meinte, mit etwa hundert Teilnehmern werde man wohl rechnen können. Und der Besuch „tröpfelte“ so eine halbe Stunde vor Beginn auch nur langsam ein.

 Aber er kam, und zwar nicht erst zwei bis drei Stunden nach der Eröffnung. Im Halbdunkel konnte man erkennen, dass unter der von Frauen dominierten Besucherschar überwiegend jene Altersgruppe vertreten war, die die Endphase des Disco-Fiebers noch mitgemacht hatte.

 Auch der äußere Rahmen passte dazu. Kreisende Lichtreflexe an der Decke, an den Wänden und auf dem Parkett. An einer stählernen Konstruktion über der Tanzfläche waren Lampen angebracht, deren Licht laufend die Farbe wechselte. Und in der Mitte drehte sich eine alle Strahlen zurückwerfende silberne Disco-Kugel.

 Aus unbekannten Gründen verzögerte sich der Start. Als die Gäste unruhig wurden, griff Veranstaltungsmanagerin Elke Dralle ein und sorgte für einen dann allerdings fulminanten Auftakt. Kaum erklangen die ersten Takte, da füllte sich in Windeseile das Parkett.

 „Wir sind einzig und allein hier, um zu tanzen“, sagte eine Tischnachbarin aus Stadthagen, bei der die Ungeduld zu greifen war. Sie trank noch einen stärkenden Schluck und war verschwunden in der Menge der Paare und Solisten, die sich auf dem Parkett tummelten.

 Dort zeigte jeder seine eigene Fußtechnik, die irgendwie zu jedem Rhythmus passte. Mit beneidenswert geschmeidigen Gliedern wurden sogar noch Hüftschwünge vorgeführt. Hier ging es nicht um einen klassischen Tanzstil, sondern um pure Lust an der von heißen Klängen begleiteten Bewegung.

 Und auch das war wie früher: Große Verschnaufpausen gab es nicht. Es wurde gerockt, solange die Kondition reichte. Schließlich kommt eine solche „Saturday Night“ mit mitreißenden Discoklängen nicht so schnell wieder – zumindest nicht, wenn die Sanierungsphase des Kursaales ansteht.

 Mit dem Film von John Travolta hatte der Abend nur mittelbar zu tun, denn natürlich gehörte zum Angebot ein Querschnitt durch die Hits der 70er und 80er Jahre.

 Und da gab es einiges, was auch heute noch mitreißen kann wie zum Beispiel: Rock your Baby, Daddy Cool, Lady Bump, Born to be alive, Sugar Baby Love, How deep is your Love, Baby come back, Mamma Mia, Super Trouper, You`re my Heart und vieles andere.

 Das Wiederhören hat manche Erinnerung geweckt an eine Zeit, in der nicht alles besser war, aber in der es noch einen großen Nachholbedarf an jener Freude und Lust am Leben gab, die durch den Krieg und die darauf folgenden schweren Jahre verschüttet worden war. sig

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