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Bad Eilsen „Das lässt sich nicht vermeiden“
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen „Das lässt sich nicht vermeiden“
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17:00 06.10.2017
Die Spuren der Überschwemmung sind deutlich zu erkennen. Quelle: wk
BAD EILSEN

Was dabei in kurzer Zeit zusammenkommen kann, das war bei dem jüngsten Starkregen zu sehen, der sich über das Schaumburger Land ergoss.

Zu zwei ziemlich großen Haufen hatten Mitarbeiter des Bad Eilser Bauhofes die Äste und Zweige im Kurpark aufgeschichtet, die sie an jenem Sonnabendabend mit einem Bagger vor einer nahe der Bahnhofstraße im Kurpark gelegenen Brücke aus dem Wasser geholt hatten. Darunter auch ein mehrere Meter langer, alter Baumstamm. Was durchaus imposant aussah, war von der Menge her allerdings nicht das Maximum dessen, was Bertram Meyer, der Leiter des Bauhofes, zuvor schon erlebt hatte: „Das ist normal. Das haben wir schon schlimmer gehabt“, berichtete er, wobei er sich mit „schlimmer“ auf den Sturm Kyrill bezog, der im Januar 2007 über Deutschland hinweggezogen war und vielerorts große Verwüstungen hinterlassen hatte.

Hinsichtlich der Herkunft des jetzt aus der Bückeburger Aue geholten Altholzes erklärte Meyer, dass dies – ebenso wie der lange Pappelstamm – sicherlich schon einige Zeit irgendwo am Ufer des Flüsschens gelegen hatte, bevor es von dem Hochwasser mitgerissen wurde und sich an der Brücke verkeilt hatte.

Abfließen über "Notaue"

Dass sich das Wasser dort aufgrund des Unrates aufstaute, über die Brüstung der Brücke lief und einen Teil des Kurparks überschwemmte, war und ist nach Auskunft des Bauhof-Leiters („Das lässt sich nicht vermeiden“) kein Problem. Denn genau für solche Fälle ist in dem Park eine – normalerweise trockenliegende, als Geländemodulation zu erkennende – „Notaue“ vorhanden, über die etwaige Überschwemmungswasser abfließen können und dann ein Stück weiter wieder in die Bückeburger Aue eingeleitet werden.

Dass es sich bei dem Baumstamm um fortgeschwemmtes Material einer nahe Buchholz durchgeführten Maßnahme zur Renaturierung der Bückeburger Aue handeln könnte, das hält Matthias Dornbusch, Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Schaumburg, für unwahrscheinlich. Allein schon deshalb, weil die dort zwecks Verringerung der Strömungsgeschwindigkeit eingebauten Äste und Stämme mit Stahlseilen und schweren Steinen am Boden des Fließgewässers verankert sind.

Dabei bringen die Sandsteine im Schnitt fast eine halbe Tonne auf die Waage, wobei mindestens zwei solcher Gesteinsbrocken zur Fixierungen jeweils eines Baumstamms dienen.

In dieser Form habe man auch die Renaturierung der Bückeburger Aue im Bereich der Bückeburger Niederung vorangetrieben, sagt Dornbusch, und ergänzt: „Ich kann mich nicht erinnern, dass uns da, bei dieser Sicherung, die wir machen, die Stämme weggeschwommen sind.“ Gleichwohl will er in den nächsten Tagen mal an dem an Buchholz vorbeiführenden Aue-Teilstück nach dem Rechten sehen. wk