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Der Minister ist selbst Dauergast

Zehn Jahre Steuerakademie Der Minister ist selbst Dauergast

Den Weg nach Bad Eilsen müsste Peter-Jürgen Schneider eigentlich schon in- und auswendig kennen. Niedersachsens Finanzminister ist zurzeit Dauergast der Steuerakademie. Entlassfeiern und Vereidigungen nimmt Schneider gerne persönlich wahr, um den Stellenwert der Finanzverwaltung zu betonen. Am Donnerstag, 25. August, kommt er wieder ins Palais im Park, dann aus einem ganz besonderen Grund.

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Die Verantwortlichen der Steuerakademie Niedersachsen (von links): Karsten Pilz, Bernadette Zeitler und Paul Sobottka.

Quelle: kk

Bad Eilsen / Rinteln. Der Minister hält die Festrede zum zehnjährigen Bestehen der Steuerakademie, das an diesem Tag mit geladenen Gästen gefeiert wird.

 Finanzbeamte werden in Bad Eilsen und Rinteln schon viel länger ausgebildet. 2006 habe es jedoch einen wichtigen Einschnitt gegeben, so Karsten Pilz im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Leiter der Akademie erinnerte daran, dass vor zehn Jahren die Aus- und Fortbildung der Finanzbeamten in Niedersachsen neu organisiert und zusammengefasst worden ist. Zur Steuerakademie wurden die Landesfinanzschule (Bad Eilsen), der Fachbereich Steuern der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege (Rinteln) und die Abteilung Fortbildung der Oberfinanzdirektion zusammengeschlossen. „Es ist zusammengewachsen, was zusammen gehört,“ sagt Pilz. Die Maßnahme habe sich bewährt, die Akademie sei sehr gut aufgestellt.

 Unter Leitung von Bernadette Zeitler werden am Rande des Bad Eilsener Kurparks die zukünftigen Finanzbeamten des Mittleren Dienstes ausgebildet. 230 Anwärter werden hier blockweise in der Theorie unterrichtet, die praktische Ausbildung erfolgt an den Finanzämtern. Angeschlossen ist ein Internat, verpflegt werden die angehenden Finanzbeamten in der kürzlich komplett sanierten Mensa. Obwohl so viele junge Leute zeitweise in Eilsen leben, ist von ihrer Anwesenheit im Alltagsleben nicht viel zu spüren. Kein Wunder: Die Ausbildung gilt als ausgesprochen anspruchsvoll, Lernen nimmt den größten Teil des Tages ein. Die verbleibende Freizeit wird gern auf dem Gelände der Schule verbracht. Dennoch ist die Akademie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber, das spüren nicht nur die Kaufleute.

 Einstellungsvoraussetzung dieser Laufbahn ist die Mittlere Reife, die Lehrgangsteilnehmer sind also noch nicht alle volljährig. Das stellt die Schule vor besondere Herausforderungen. „Die Eltern ersetzen wir natürlich nicht, wir haben aber schon eine besondere Fürsorgepflicht“, berichtet Frau Zeitler. Besonders viel Spaß mache es, die persönliche Entwicklung der jungen Leute zu beobachten: Manche kämen noch etwas naiv und unbedarft nach Bad Eilsen, entwickelten sich aber schnell zu verantwortungs- und selbstbewussten Fachleuten.

 Der Rintelner Studienbetrieb, den Pilz verantwortet, ist anders strukturiert. Hier dauert die Ausbildung für Anwärter des gehobenen Dienstes drei Jahre, auch hier gibt es Theorie- und Praxisphasen. Einstellungsvoraussetzung ist das Abitur, die Anwärter sind also älter als in Bad Eilsen. Daher gibt es in Rinteln auch keinen Internatsbetrieb, die jungen Leute suchen sich Wohnungen in der Stadt. Hier wurde die nicht mehr genutzte Küche vor Kurzem zu drei Hörsälen umgebaut, um die Kapazitäten zu erhöhen. Ähnlich wie in Eilsen arbeite man auch an der Kapazitätsgrenze, so Pilz. Hintergrund: Die Finanzverwaltung stellt jetzt und in den kommenden Jahren mehr Bewerber ein, da in die Finanzämtern viele in den Ruhestand gehen. Man hat aber keine Sorge, die Lücken nicht schließen zu können: Auf eine Ausbildungsstelle kommen zehn Bewerber.

 Dritte Säule der Steuerakademie ist die Fortbildung, für die Paul Sobottka verantwortlich ist. Sie wird zentral von Eilsen aus gesteuert, findet jedoch in verschiedenen Orten und Formen statt. Da sich das Steuer- und Finanzrecht ständig ändert, lernt ein Finanzbeamter sein gesamtes Berufsleben über nie aus. Regelmäßige Fortbildungen finden in den Finanzämtern statt, die Dozenten kommen ins Haus. Seminare werden auch in angemieteten Tagungsstätten und in Bad Eilsen angeboten. Hierfür ist das kürzlich umgebaute Georg-Wilhelm-Haus mit modernen Hörsälen und Übernachtungsmöglichkeiten nicht mehr wegzudenken. Es habe seinen Praxistest längst bestanden, erklärt Sobottka.

 Umfangereiche Baumaßnahmen an den Standorten Eilsen und Rinteln sind inzwischen abgeschlossen, die Akademie präsentiert sich gut aufgestellt. Für die Zukunft gilt es, andere Herausforderungen zu meistern: Die ständig an Bedeutung gewinnende Digitalisierung müsse gemeistert, neue Lernmethoden eingeführt werden. Auch hier lösen PC das gute alte Fachbuch ab.

 Am Rande: Dass (angehende) Finanzbeamte nicht nur Zahlen und Gesetzestexte, sondern auch Noten im Kopf haben, beweisen immer wieder eindrucksvoll die Mitglieder der Band der Steuerakademie – für sie ist Musik der beste Ausgleich für den harten Schulalltag. kk

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