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Details erst Ende August „in trockenen Tüchern“

Bad Eilsen Details erst Ende August „in trockenen Tüchern“

Der Kontakt zwischen dem Landkreis Schaumburg und Peter Schlokat (53) geht zurück auf Presseberichte über den Handlungsdruck, dem sich der Landkreis aufgrund steigender Asylbewerberzahlen ausgesetzt sah.

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Peter Schlokat ist Betreiber der Kurpark-Residenz an der Bahnhofstraße. Ihm gehört auch das ehemalige „Haus Berlin“, welches er jetzt für zunächst fünf Jahre an den Landkreis Schaumburg vermietet hat.

Quelle: thm

Bad Eilsen. Wie der Eigentümer der Flüchtlingsheim-Immobilie schildert, sind letzte Details der Vertragsmodalitäten erst nach erfolgter Baugenehmigung festgezurrt worden.

 Das „Haus Berlin“ hat Peter Schlokat im August 2012 aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus geschlossen. Der Eigentümer betreibt heute eine Pflegeeinrichtung in Stadthagen, ein Altenheim in Hameln und die Kurparkresidenz an der Bahnhofstraße in Bad Eilsen. Er habe nicht wirklich nach einer Folgenutzung für das Haus Berlin gesucht. „Es gab keine interessanten Interessenten“, so Schlokat, was ihn zwar geärgert, aber nicht gänzlich unter den Nägeln gebrannt habe. Er habe sich gedacht: „Bevor ich das verschenke, lasse ich das doch lieber leer stehen.“ Im Herbst oder Winter 2013 sei in der Presse über die steigenden Flüchtlingszahlen berichtet worden und auch darüber, dass auch hier im Landkreis immer mehr dieser Menschen ankämen. „Da hat’s bei mir Klick gemacht“, erinnert sich Schlokat, der sich daraufhin beim Landkreis gemeldet hat.

 Bis etwa April seien rein informelle Gespräche geführt worden, erst danach wurde es offenbar sehr schnell sehr konkret. „Der Landkreis kam schließlich und hat das Haus auf seine Eignung hin überprüft“, so Schlokat. Die Entscheidung darüber sei schließlich Anfang August gefallen. „Erst da haben wir die Modalitäten definiert und die nötigen Verträge vorbereitet“, berichtet Schlokat.

 Dazu gehört beispielsweise, dass der Eigentümer die in der Baugenehmigung enthaltenen Auflagen erfüllen muss, damit er seine Immobilie als Asylbewerberheim an den Landkreis vermieten darf. Um die beiden oberen Etagen betreiben zu dürfen, muss eine neue, den heutigen Standards entsprechende, flächendeckende Brandmeldeanlage installiert werden – eine Investition von etwa 40000 Euro. Außerdem sind einige Dämmschutzmaßnahmen erforderlich, um den Energienachweis zu erhalten. „All das muss sein“, weiß Schlokat. Zum Mietvertrag gehört auch, dass der Eigentümer der Immobilie in dem Haus auf seine Kosten eine halbe Hausmeisterstelle schafft.

 Der Vorvertrag und der Hauptvertrag sind Schlokats Angaben zufolge erst nach Erteilen der Baugenehmigung (wie berichtet datiert letztere vom 22. August) geschlossen worden. „Vorher waren die Details noch nicht in trockenen Tüchern, wie man so sagt. Niemand hat versucht, da irgendjemanden zu überrumpeln, schon gar nicht aufseiten der Anlieger. Wir konnten doch erst nach Vertragsunterzeichnung an die Öffentlichkeit.“ Wobei der Hauptvertrag Schlokat zufolge erst in Kraft tritt, wenn die Auflagen der Baugenehmigung erfüllt sind.

 Das Haus bietet auf einer halben Etage im Untergeschoss drei Zimmer mit insgesamt vier Plätzen. Dort liegt auch das Büro des Sozialarbeiters. Im Erdgeschoss gibt es weitere zehn Plätze. Das ist der Bereich des Gebäudes, der im Augenblick genutzt werden kann und mittlerweile auch belegt ist. In der weiteren Ausbaustufe kommen im Obergeschoss und im Dachgeschoss noch 20 Plätze dazu. Das Haus bietet seinen Bewohnern auf jeder Etage zwei Badezimmer und eine Küche. Es gibt einen knapp 60 Quadratmeter großen Gemeinschaftsraum mit Zugang zu Wintergarten und Terrasse. Es gibt zwei Trockenräume für die Wäsche. In jedem der Badezimmer ist eine Waschmaschine installiert.

 Der Vertrag zwischen Landkreis und Schlokat hat eine Laufzeit von fünf Jahren, wobei der Landkreis im Bedarfsfall die Option hat, den Vertrag jeweils um ein Jahr zu verlängern. Noch laufen Bauarbeiten im Obergeschoss und im Dachgeschoss. Mit einer vollen Belegung des Hauses – maximal 34 Wohnplätze sind genehmigt – rechnet Schlokat ab Anfang November dieses Jahres. thm

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