Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Diakon geht, Pastor kommt

Landeskirche Diakon geht, Pastor kommt

Die Landeskirche hat der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Eilsen, speziell für den Pfarrbezirk II (Luhden/Schermbeck) eine negative und eine positive Botschaft verkündet. So wird der Arbeitsvertrag des Diakons Ingmar Everding nicht verlängert und läuft daher zum 30. Juni 2017 aus.

Voriger Artikel
Luftballon aus Bad Eilsen fliegt 300 Kilometer
Nächster Artikel
Ungewöhnliche Erscheinung

Pastor Hendrik Blank (links) und Dirk Hasse, stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender, stellen die Aktion „100x100“ vor.

Quelle: möh

Eilsen.  Dafür kommt aber ein neuer Pastor, der sein Amt spätestens am 1. Januar 2018 antreten wird. Die Kirchengemeinde mit Pastor Hendrik Blank und Dirk Hasse, stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender, versucht derzeit, Everding eine berufliche Perspektive in der Samtgemeinde zu eröffnen, damit er die erfolgreiche Jugendarbeit, die mehr als eng mit seinem Namen verknüpft ist, fortsetzen kann. Das „Wie und das Wo“ ist aber noch völlig unklar.

Die Kirchengemeinde führte bereits positive Gespräche mit dem Landesbischof, mit der Samtgemeinde und mit den im Samtgemeinderat vertretenen Parteien. Um schon einmal ein deutliches Zeichen zu setzen, hat sie die Aktion „100 x 100“ gestartet. Angesprochen sind damit 100 Menschen, die 100 Euro spenden, damit 10000 Euro zusammenkommen, mit denen der Diakon zunächst erst einmal bis zum Ende des Jahres bezahlt werden könnte.

Landeskirche sei nicht der "Buhmann"

In der Bevölkerung der Samtgemeinde rumort es gewaltig, seit die Landeskirche verlauten ließ, Everdings Arbeitsvertrag nach zweimal zwei Jahren nicht zu verlängern. Die Landeskirche, so erklärte Dirk Hasse, sei aber nicht der „Buhmann“, als der sie teilweise dargestellt werde. Zunächst hätte Everding, würde er weiterbeschäftigt werden, ein Anrecht auf einen unbegrenzten Arbeitsvertrag. Dieses hieße aber auch, die Planstelle in Luhden müsste von jetzt „Pastor“ auf „Diakon“ umgewandelt werden, und ein zweiter Seelsorger für die heimische Gemeinde sei dann ausgeschlossen.

Sollte Everding bei der Kirchengemeinde „nur“ für die Nachwuchsarbeit einen Arbeitsvertrag erhalten, müsste diese Stelle zeitnah von der Synode der Landeskirche genehmigt werden. Und dieses sei recht unwahrscheinlich, wie Hasse und Blank erklärten, denn dieser Antrag aus Bad Eilsen würde Begehrlichkeiten in anderen Gemeinden wecken. Zudem würden die Kosten den gesetzten Rahmen sprengen.

Zukunft im Blick

Die jetzt vorgelegte Planung der Landeskirche hat die Zukunft der Gemeinden Bad Eilsen und Steinbergen, die eine enge Kooperation haben, schon im Blick. Anfang 2020 geht Pastor Reinhard Koller, der in der Kirchengemeinde Steinbergen für Engern verantwortlich zeichnet, in den Ruhestand, und diese Pfarrstelle wird nicht mehr neu besetzt. Im Umkehrschluss heißt das, dass die Pastoren Blank und Stephan Strottmann (wenn in Luhden ein Diakon den Pfarrbezirk II blockiert) für Bad Eilsen und Luhden sowie Steinbergen und Engern allein zuständig sind, belastet mit einer Arbeit, die von zwei Personen nicht geleistet werden kann, wie Experten sagen.

Daher soll nach einer kurzen Vakanz zum 1. Januar 2018 für die Planstelle in Luhden ein junger Pastor eingestellt werden. Drei Kandidaten stehen zur Auswahl. Die Kirchengemeinde muss sich im Verlauf des Jahres nur entscheiden, wer den „Zuschlag“ bekommt.

Hilfe in rechtlichen Fragen zugesichert

In der heimischen Kirchengemeinde rauchen derzeit die Köpfe, wie Everding ab 1. Juli 2017 bezahlt werden kann, damit er seine erfolgreiche Arbeit mit der Jugend fortsetzt. „Denn“, so Hasse, „in welcher Kirchengemeinde im Landkreis stellen sich für Weihnachtsmusical und Krippenspiel fast 100 Kinder und Jugendliche freiwillig zur Verfügung, um sich dem Stress des zusätzlichen Lernens auszusetzen?“ Im Gespräch sind ein Förderverein oder auch ein Förderkreis, der vielleicht nur Geld für eine Unterstützung des Arbeitsplatzes „Jugendwart“ sammelt oder bei dem der Diakon eventuell angestellt werden könnte. Die Landeskirche, so Blank, habe schon signalisiert, der Kirchengemeinde in rechtlichen Fragen zu helfen.

Gesprochen hat die Kirche auch mit den Parteien und der Verwaltung. Bei einem Gespräch haben die Politiker die hohe Bedeutung Everdings für die Jugendarbeit anerkannt und „irgendwie eine Unterstützung“ signalisiert, ohne allerdings konkret zu werden. Ausgeschlossen, so war zu vernehmen, hat die Samtgemeinde aber, Everding ohne Unterstützung allein als Jugendpfleger voll einzustellen. Schließlich rede man von Personalkosten „um die 50000 Euro pro Jahr“.

Blank und Hasse hoffen dennoch auf eine enge Kooperation mit der Kommune, zumal in den kirchlichen Angeboten auch viele Kinder betreut werden, die nicht der evangelischen Konfession angehören. Als Beispiel nannte Hasse den Spielenachmittag für Flüchtlingskinder. Ferner arbeite man in Sachen Kitas bestens mit der Samtgemeinde zusammen, und Everding habe ausdrücklich zugesagt, seine Arbeit auch auf die Vereine, Verbände oder die Feuerwehr auszudehnen.

Erstes Geld ist bereits eingegangen

Mittlerweile brennt der Kirchengemeinde das Problem „Nachwuchsarbeit“ unter den Nägeln, denn die Zeit bis zum 30. Juni werde schnell verstreichen, so Blank. Um ein deutliches Signal „pro Everding“ zu setzen, ist die Aktion „100 x 100“ ins Leben gerufen worden. Erstes Geld ist bereits eingegangen und weiteres schon versprochen. Blank: „Jede Spende zählt. Es dürfen auch weniger oder mehr als 100 Euro sein. Wichtig ist es nur, dass wir das Startkapital in Höhe von 10000 Euro schnellstens erreichen.“ Für die Gründung des Förderkreises oder -vereins hat sich die Kirchengemeinde ein Zeitfenster bis zum Ende dieses Jahres gegeben.

Kinder und Jugendliche seien die Zukunft, so Hasse und Blank. Um das Erreichte nicht zu gefährden, benötige man generell einen qualifizierten Begleiter, der kreativ mit den Jungen und Mädchen arbeite. Und im Moment verkörpere Everding diesen Begleiter.

Sollten es noch Fragen geben, werden sie im Kirchenbüro, Telefon (05722) 84307, und von Dirk Hasse, Telefon (05722) 8228, beantwortet. möh

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die SN suchen kreative Schaumburger. Ob Fotografie, Farbe, Skulpturen oder was die Kunst sonst alles hergibt: Unter dem Motto „Schaumburg kreativ“ suchen die Schaumburger Nachrichten auch in diesem Jahr nach Künstlern in der Region. mehr

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg