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„Die Standards werden immer höher“

Kosten der Kindergärten „Die Standards werden immer höher“

70,6 Prozent: Um diesen Prozentsatz sind die von der Samtgemeinde Eilsen für die beiden kirchlichen Kindertagesstätten „Sinai“ und „Emmaus“ zu zahlenden Zuschüsse seit dem Jahr 2012 gestiegen.

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Rund 903.600 Euro beträgt der Zuschussbedarf, den die Samtgemeinde Eilsen hinsichtlich der beiden Kindertagesstätten in den 2017er Haushalt eingeplant hat. Die Landeskirche könnte sich durchaus mit einem höheren Anteil an den Gesamtkosten beteiligen, sagt Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann.

Quelle: wk

Samtgemeinde Eilsen. Hatte sich die Verwaltung damals „nur“ mit 529600 Euro an diesen Einrichtungen beteiligen müssen, leistete die Kommune in den darauffolgenden Haushaltsjahren Zuschüsse in Höhe von 552630 Euro (2013), 540960 Euro (2014) und 736997 Euro (2015).

Im Jahr 2016 hatte die Verwaltung zunächst einen Zuschussbetrag in Höhe von 834000 Euro im Haushalt angesetzt, bedingt durch eine größere Rückzahlung seitens der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe musste die Kommune tatsächlich jedoch nur rund 700000 Euro zahlen.

Für das Jahr 2017 hat die Samtgemeindeverwaltung dagegen einen Zuschussbedarf der Kindertagesstätten in Höhe von 903600 Euro eingeplant, wobei für die Zukunft noch weitere Steigerungen erwartet werden.

Gesamtkosten von über einer Million Euro

Obwohl sich die beiden Kindertagesstätten in der Trägerschaft der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Eilsen befinden, schultert die Samtgemeinde Eilsen mit ihren Zuschüssen den Löwenanteil der anfallenden Kosten. Denn während die Gesamtkosten für den Betrieb der Kindertagesstätte „Sinai“ beispielsweise im Jahr 2016 mehr als eine Million Euro betrugen, steuerte die Landeskirche lediglich rund 65.000 Euro bei.

Ähnlich gering war in jenem Vergleichsjahr auch die finanzielle Beteiligung der Kirche an den Kosten für den Betrieb der Kindertagesstätte „Emmaus“: Gesamtbetriebskosten in Höhe von mehr als 600000 Euro standen rund 44000 Euro Kostenbeteiligung der Landeskirche gegenüber. Das berichtete die Samtgemeinde auf Nachfrage dieser Zeitung.

Ferner war von der Verwaltung zu erfahren, dass das Land Niedersachsen die Kindertagesstätte „Sinai“ im Jahr 2016 mit circa 250000 Euro bezuschusst hatte, während sich die von den Eltern für die Kinderbetreuung gezahlten Beiträge auf etwa 236000 Euro summierten. Ebenfalls von den Eltern gezahlt wurde Essensgeld von circa 60000 Euro.

Angesichts des – von der besonderen Situation im Jahr 2016 abgesehen – stetig steigenden Zuschussbedarfs der beiden kirchlichen Kindertagesstätten (Kita) stellt sich die Frage, woher diese Kostensteigerungen rühren und warum die Samtgemeinde Eilsen und nicht die Kirche respektive die Eltern den Großteilteil der Kosten tragen: Es sei eine „Aufgabe der Kommune“, eine ausreichende Anzahl an Kita-Plätzen zur Verfügung zu stellen, erklärt der Eilser Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann.

Kirche zahlt nur Pauschalen pro Kita-Gruppe

Dabei zahle die Kirche für die unter ihrer Trägerschaft stehenden Einrichtungen lediglich Pauschalen pro Kita-Gruppe. Bei der Festsetzung der Elternbeiträge orientiere sich der – mit drei Kirchenvertretern, drei Samtgemeindevertretern und einem Elternvertreter besetzte – hiesige Kindergarten-Ausschuss an den in den umliegenden Kommunen zu zahlenden Gebühren.

Dabei sollten die Elternbeiträge zwar um die 25 Prozent der laufenden Kosten abdecken, doch dies sei lediglich eine „Richtschnur“. In der Praxis würden die meisten Kommunen mit ihren Kita-Gebühren unter diesem Wert liegen. Denn um die Familien finanziell nicht zu überfordern, könne man die Elternbeiträge nicht beliebig erhöhen. Und daher passe die Samtgemeinde Eilsen die Gebühren halt nur „moderat“ an – um fünf bis zehn Prozent pro Jahr. Die nächste Erhöhung stehe zum 1. August 2017 an.

In der Samtgemeinde Eilsen ist die Situation laut Schönemann im Übrigen so, dass die Anzahl der Kita-Plätze stetig erhöht und die Betreuungszeiten ausgeweitet wurden.

Anstieg von 167,5 auf 245 Wochenstunden

Um beim Beispiel der Kindertagesstätte „Sinai“ zu bleiben: Diese verfügte im Jahr 2007 über sechs Kindergartengruppen (fünf mit Vormittagsbetreuung, eine mit Ganztagsbetreuung) sowie über eine Hortgruppe – unterm Strich gab es 152 Plätze. Für die Kinderbetreuung fielen damals 167,5 Stunden pro Woche an.

Im Jahr 2016 dagegen gab es in dieser Kindertagesstätte zwei Krippengruppen (eine mit Vormittagsbetreuung, eine mit Ganztagsbetreuung) sowie vier Kindergartengruppen (zwei mit Vormittagsbetreuung, zwei mit Ganztagsbetreuung). Pro Woche fielen hierfür 215 Kinderbetreuungsstunden an. Für das laufende Haushaltsjahr sind sogar 245 Wochenstunden angesetzt. „Die Standards werden immer höher“, betont der Samtgemeindebürgermeister.

Vor diesem Hintergrund könnte sich die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe, die ja ein Interesse daran habe, die Mädchen und Jungen im christlichen Glauben zu erziehen, durchaus mit einem höheren Anteil an den Kosten beteiligen, resümiert Schönemann. Und der Verwaltungschef ergänzt: „Darüber würden wir uns sehr freuen.“ wk

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