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Dienst an der Gesellschaft

Kita-Kosten in Millionenhöhe Dienst an der Gesellschaft

Auf mehr als 1,6 Millionen Euro belaufen sich die jährlichen Kosten für den Betrieb der beiden in Heeßen gelegenen kirchlichen Kindertagesstätten „Emmaus“ und „Sinai“. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe steuert rund 110.000 Euro bei. Den Großteil müssen jedoch die Kommunen abfedern.

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Quelle: pr.

EILSEN. Den Großteil schultern die Samtgemeinde Eilsen (2016: rund 745.400 Euro), das Land Niedersachsen und – über die monatlichen Beiträge – die Eltern der dort betreuten Kinder. Warum leistet die Landeskirche keinen höheren finanziellen Beitrag, wo doch beide Kitas als kirchliche Einrichtungen deklariert sind?

„Großpolitische Wetterlage“

In Deutschland habe man eine „großpolitische Wetterlage“, gemäß der mehr Menschen arbeiten sollen, damit die Konjunktur laufe, sagt Christian Frehrking, Präsident des Landeskirchenamtes der Landeskirche. Daher habe der Gesetzgeber Eltern einen Rechtsanspruch auf eine Krippen- und Kindergartenbetreuung für ihre Kinder gegeben, und in der Konsequenz müssten immer mehr Krippen- und Kindergartenplätze geschaffen werden. Aber: „Am Ende sind es die Kommunen, die das abfedern müssen“, betont er. Allerdings bestehe die Möglichkeit, dass solche Einrichtungen auch von freien Trägern betrieben würden. „Normalerweise könnten wir wie alle anderen freien Träger von Kindertagesstätten sagen, dass wir keinen Zuschuss zahlen“, stellt Frehrking klar. Doch seitens der Synode der Landeskirche sei seinerzeit beschlossen worden, entsprechende Zuschüsse zu leisten.

Ergo zahle man für die jeweiligen Gruppen der Kitas „Emmaus“ und „Sinai“ pauschale Beträge, deren Höhe sich danach richte, ob es sich um eine täglich fünfstündige Betreuung handele oder um eine Ganztagsgruppe mit täglich mehr als sieben Stunden. Für Letztere etwa erbringe man eine Pauschale von 14.000 Euro, wobei man mit dieser Zuzahlung im Vergleich zu anderen Landeskirchen und Bistümern in Niedersachsen an der Spitze liege. Die Landeskirche Hannover beispielsweise bezuschusse in ihrem Zuständigkeitsbereich eine solche Ganztagsgruppe mit 7500 Euro.

Religionspädagogische Gründe

Ferner informiert Frehrking, dass die Landeskirche Schaumburg-Lippe für aktuell 15 Kindertagesstätten im Schaumburger Land insgesamt rund 650.000 Euro pro Jahr aufwende. Und auch hier ein Vergleich: Im Jahr 2010 habe man für damals 14 Kindertagesstätten in Summe circa 360000 Euro geleistet. Dass in diesen Einrichtungen Pädagogik stattfinde, dafür zahlten der Staat und die Kommune, dass dort Religionspädagogik stattfinde, dafür zahle die Kirchengemeinde respektive die Landeskirche, betont er. „Wir tun das aus dem religionspädagogischen Grund, dass wir den Kindern ab dem Krippenalter vom Herrn Jesus erzählen wollen.“

„Es hat etwas Missionarisches, aber wir wollen auch einen Dienst an der Gesellschaft tun“, ergänzt Pastor Stephan Strottmann als Kindergartenbeauftragter. Anders formuliert: In erster Linie leiste man in den Kitas das, was der Staat vorgebe, nämlich pädagogische Arbeit, im Rahmen der den Kindern auch Werte vermittelt werden – aber dazu gehöre auch die Religion. Überdies weist Strottmann darauf hin, dass die Kirchengemeinde Eilsen hinsichtlich der beiden Kindertagesstätten „Emmaus“ und „Sinai“ mit eigenem Personal zudem Verwaltungsaufgaben übernehme, Einstellungs- und Elterngespräche führe, sich um die Personalführung kümmere und Bibelstunden gebe.

Kindern den christlichen Glauben vermitteln

Die Samtgemeinde Eilsen habe „das große Glück“, dass die Landeskirche für die beiden Kitas Zuschüsse leiste, sagt Verwaltungschef Bernd Schönemann. Im Übrigen herrsche in der Samtgemeinde die „einhellige politische Meinung“, dass es keinen Anlass gebe, eine kommunale, also konfessionell neutrale, Kita einzurichten. Bislang sei dies auch noch nicht von Eltern gefordert worden. Und nicht zuletzt vor dem Hintergrund sinkender Kirchensteuereinnahmen sei es ein Anliegen der Kirche, Kindern schon in Krippen und Kitas den christlichen Glauben zu vermitteln. wk

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