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Eilsen will Schnäppchen-Chance nutzen

Eilsen / Kurtheater und Kursaal Eilsen will Schnäppchen-Chance nutzen

Wann kauft man schon mal einen riesigen Gebäudekomplex für nur einen Euro? Eher niemals. Und wenn, dann könnte die Sache einen Haken haben.

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Für den langfristigen Erhalt des Denkmalensembles, das aus Kurtheater (links) und Kursaal (rechts) besteht, zeichnet sich eine Lösung ab.

Quelle: thm

Eilsen (thm). Das Ein-Euro-Schnäppchen hat sich die Samtgemeinde Eilsen jetzt gegönnt, so jedenfalls hat es der Samtgemeinderat am Montagabend beschlossen. Sie wird das Gebäudeensemble von Kursaal und Kurtheater von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zum besagten symbolischen Verkaufspreis übernehmen. Der Haken: Der Sanierungsbedarf ist erheblich – doch da hat die Samtgemeinde „vorgebaut“.

 „Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ – hinter diesem Namen verbirgt sich ein Bund-Länder-Programm zur Förderung des Städtebaus. Niedersachsenweit stehen etwas mehr als sechs Millionen Euro für Projekte bereit, die noch im Kalenderjahr 2012 in das Programm aufgenommen werden. Davon soll mehr als ein Drittel in die Samtgemeinde fließen.

 Nach ersten Gesprächen mit dem niedersächsischen Sozialministerium im Dezember 2011 hat die Samtgemeindeverwaltung schnell reagiert: Ende Februar dieses Jahres ist Antrag auf Förderung einer vorgezogenen investiven Maßnahme gestellt worden – ihm liegt eine Kostenschätzung des Ingenieurbüros Wehmeyer zugrunde. Zudem ist die Maßnahme im Etat 2012 der Samtgemeinde als Kreditermächtigung verankert und vom Landkreis genehmigt worden. Mitte August 2012 hat das Ministerium das Vorhaben in das Förderprogramm aufgenommen. Die Förderbank „NBank“ hat der Samtgemeinde den Zuwendungsbescheid Mitte September dieses Jahres zugestellt.

 Im Klartext: Nach Schätzung des Ingenieurbüros belaufen sich die Kosten für die im und am Gebäude notwendigen Kosten auf etwa 3,5 Millionen Euro. Von Bund und Land fließen – verteilt auf die Jahre 2012 bis 2016 – insgesamt 2,376 Millionen Euro an Fördermitteln, der Eigenanteil der Samtgemeinde beträgt 1,188 Millionen Euro.

 DRV und Samtgemeinde atmen tief durch, zeichnet sich auf diese Weise doch endlich eine Lösung für den langfristigen Erhalt von Kursaal und Kurtheater ab.

 Gleichwohl haben Politik und Verwaltung in der Samtgemeinde – und das ist der Haken – ihre Hausaufgaben erst noch zu erledigen. Das Förderprogramm besteht aus zwei Stufen, wobei Stufe zwei die Bezuschussung des Umbaus ist. Bevor es dazu kommt, muss Eilsen jedoch zuerst die Bedingungen für Stufe eins erfüllen: Bis zum Frühjahr zu erarbeiten ist ein schlüssiges Konzept für die Nachnutzung, wie es beispielsweise das Weiterentwickeln des Ensembles zu einem Veranstaltungszentrum sein könnte. Und: Von diesem Konzept hängen letztlich die Kosten des Umbaus ab – weshalb die Summe aus Zuschuss und Eigenanteil im Augenblick noch eine Rechnung mit Unbekannten darstellt.

 Für die Fraktion von SPD und Grünen sah Jürgen Schmökel „die Chance, die wir so schnell nicht wieder bekommen“, um Kursaal und -theater zu erhalten. Dabei komme es maßgeblich auf die Finanzierung an. Der Fraktionschef wörtlich: „Wir dürfen uns nicht später einem Vorwurf aussetzen, in dem danach gefragt wird, weshalb wir damals nicht reagiert haben.“

 Auch für CDU-Fraktionssprecherin Dagmar Söhlke stehen die Chancen, die sich mit der Förderung auftun, im Vordergrund aller Betrachtungen: „Für den Erhalt der Denkmalgebäude ist es kurz vor zwölf.“ Für sie kommt es darauf an, das Nutzungskonzept zu entwickeln, damit die Kosten für die Sanierung möglichst genau eingeschätzt werden können.

 Bei nur einer Enthaltung stimmte der Eilser Samtgemeinderat dafür, die für die Übernahme des Gebäudekomplexes nötigen Schritte einzuleiten. Außerdem soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die das geforderte Entwicklungskonzept bis spätestens zum Frühjahr erarbeiten soll. Die Arbeitsgruppe soll noch vor Weihnachten zum ersten Mal tagen.

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