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Bad Eilsen Ein „Schnullerbaum“ krönt den Kinderweg
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Ein „Schnullerbaum“ krönt den Kinderweg
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06:17 26.03.2012
Der Schnullerbaum in Aarhus (Dänemark): So könnte ein mit kunterbunten Gummis behängter Baum auch am künftigen Kinderweg in Bad Eilsen aussehen. Quelle: Stan Shebs
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Bad Eilsen (tw)

Wie dieser Wanderweg aussehen könnte – darauf hat Bettina Winkelhake (SPD) den Abgeordneten des Ausschusses für Jugend und Sport bei deren jüngster Zusammenkunft im Haus des Gastes erste Fingerzeige gegeben. „Ausgangspunkt der Überlegungen war, dass den Kindern die normalen Wanderwege schichtweg zu langweilig sind“, so die Vorsitzende. Als Betreuerin der Waldjungschar weiß sie aber auch, dass sich die Knirpse für Natur durchaus begeistern lassen – wenn man ein kleines bisschen nachhilft und sie interessant macht.

 „Im Bereich des Golfclubs am Harrl etwa gibt es ein Bärlauchtal“, weiß Winkelhake. Davon seien „ihre“ Kinder fasziniert, zumal man den Bärlauch essen kann. Da der Harrl auf seiner Südseite auch noch reich an anderen Dingen ist, die Eindruck auf Kinderseelen machen können, ist er der Politikerin zufolge ein Kandidat für die Anlage des neuen Wanderweges. „Alternativ ist denkbar, dass wir den Julianenweg verlängern und um Attraktionen für Kinder erweitern“, sagt Winkelhake.

 Einige dieser Attraktionen stehen bereits fest.

  • Bärlauchtal: So brauchen natürliche Blickfänge wie ein Bärlauchtal nur noch beschreibende Hinweisschilder, um sie kenntlich zu machen; das ist vergleichsweise einfach und ohne große Kosten möglich.
  • Barfußpfad: Bei einem Barfußpfad handelt es sich um eine Gehstrecke, auf der – nicht nur – Kinder durch Barfußlaufen besondere Sinneseindrücke und die damit verbundene Entspannung erleben können. Ein Barfußpfad soll nicht nur Bestandteil des Kinderwanderweges werden. Auch am Rand des künftigen Bad Eilser Caravanplatzes ist ein solcher Pfad vorgesehen.
  • Seilschaukeln: Seilschaukeln lassen sich für kleines Geld an geeigneten Bäumen befestigen. Allerdings ist die Benutzung nicht ungefährlich. Bevor sie aufgehängt werden, will die Gemeinde die Haftungsfrage klären.
  • Holzhütte: Gedacht ist an eine Dauerbaustelle für Kinder, auf der eine Holzhütte entsteht, die aber – idealerweise – nie fertig wird, weil sie ständig an- und umgebaut werden kann. Vorzugsweise sollte eine solche Hütte an einem kleinen Wasserlauf liegen und dann auch ein Wasserrad besitzen.
  • Balancierstämme: Das Balancieren auf großen, ebenerdigen Baumstämmen dient der Förderung des Gleichgewichtssinns.
  • Schnullerbaum: Der Schnullerbaum ist eine originelle Idee, die Christel Bergmann favorisiert; die Bürgermeisterin hat sie von einer Reise in den Harz mitgebracht. Ein Schnullerbaum dient der einfacheren Schnuller-Entwöhnung eines Kleinkinds. Die Idee stammt ursprünglich aus Dänemark; der älteste bekannte Schnullerbaum steht seit den 1920er-Jahren auf der dänischen Insel Thurø. Auf ausgewiesenen Bäumen öffentlicher Parkanlagen und in Freizeitparks können Kleinkinder ihren Schnuller aufhängen, um sich so leichter von ihm zu lösen. Neben zahlreichen Bäumen auf privatem Grund und Boden hat die Stadt Münster (Westfalen) im Jahre 2005 auf einem Spielplatz eine amerikanische Roteiche zur „Erstbeschnullerung“ freigegeben. Bisher sind es in Deutschland noch wenige Städte, die Bäume in ihren Parkanlagen dazu freigegeben haben.
  • Insektenhotel: Bei einem Insektenhotel handelt es sich um eine künstlich geschaffene Nist- und Überwinterungshilfe für Insekten, die seit den 1990er Jahren vor allem bei naturnahen Gärtnern und in der Schulbiologie verbreitet ist. Der Begriff „Insektenhotel“ entstand umgangssprachlich in Anlehnung an das hausartige Erscheinungsbild moderner Anlagen, die durch frei stehende mehrstöckige Bauweise und ausgeprägte Dachkonstruktionen auffallen.

 „Weitere Ideen für den Kinderwanderweg“, sagt Winkelhake, „nehmen wir gerne an.“ Gleiches gilt für die Hilfe von „Mittätern“, die beim Anlegen des Weges behilflich sein wollen.

 Was die Aufgabenteilung betrifft, übernimmt der Heimat- und Kulturverein Eilsen die Federführung bei der Koordination, die Gemeinde die Finanzierung und die Waldjungschar die Pflege; die Schar umfasst laut Winkelhake derzeit eine relativ feste Gruppe von etwa einem Dutzend Kindern, die im Schnitt acht bis neun Jahre alt sind.

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